Neuer Flüchtlingsdeal: Erdogan könnte gleich zweimal kassieren

Während sich die Medien über das “Sofagate” ereifern, sickern erste Informationen zum geplanten neuen Flüchtlingsdeal mit der Türkei durch. Das Regime um Sultan könnte gleich zweimal kassieren.

Die “Brussels Bubble” ist auch nicht mehr das, was sie einmal war. Früher ging es um Fakten, heute stehen Bilder und Gesten im Vordergrund.

Dass Kommissionschefin von der Leyen bei ihrem Besuch beim Sultan keinen eigenen Stuhl bekam und Ratspräsident Michel ihr nicht Platz machte, wird zur großen Video- und Gender-Story.

Was die beiden EU-Spitzen der Türkei versprochen haben, scheint dagegen niemanden zu interessieren. Außer dem “Business Insider”. Er nennt erste Details.

Demnach die EU gleich zweimal für Flüchtlinge in bzw. aus der Türkei zahlen: Zum einen soll der alte, von Kanzlerin Merkel vorgelegte Deal verlängert und mit frischem Geld ausgestattet werden.

Zum anderen ist offenbar ein neuer Abwehrpakt geplant, der auch die Nachbarländer Jordanien und den Libanon umfassen würde. Zitat:

Damit keine neue Flüchtlingswelle aus Jordanien und dem Libanon die Länder der EU erreichen, sollen weitere Milliarden in die Kassen der Erdogan-Regierung fließen. Demnach sollen nach Informationen von Business Insider zusätzliche zwei bis vier Milliarden Euro an die Türkei gehen. 

Wenn das stimmt, dann hätte Erdogan auf ganzer Linie gewonnen. Er würde deutlich mehr kassieren als bisher – und sogar noch für Nachbarländer schadlos gehalten!

Dabei hat sein Regime längst einen neuen “Schutzwall” gegen Flüchtlinge errichtet – an der Südgrenze zu Syrien. Vermutlich dürfte die EU indirekt auch noch dafür zahlen…

Die große Frage ist nun, woher die neuen Milliardenhilfen kommen sollen. Im sind sie bisher nicht explizit eingeplant. Wird von der Leyen das Geld anderswo abzwacken – und wird das Europaparlament da mitmachen?

Die Abgeordneten zieren sich noch. Ihre Hauptsorge scheint allerdings nicht der nächste Deal zu sein, sondern das “Sofagate” – dazu verlangen sie nun sogar eine Sondersitzung…

Siehe auch “Türkei: Wer hört noch auf das Europaparlament?”