Nach Orban: Wie Deutschland bei Sanktionen gegen Israel bremst
Nach dem Machtwechsel in Ungarn sollte neuer Schwung in die EU-Außenpolitik kommen. Doch nun bremst ausgerechnet Deutschland – ausgerechnet beim Reizthema Israel.
Es war das erste Treffen der EU-Außenminister nach dem Machtwechsel in Ungarn. Ohne den ewigen Neinsager Viktor Orban und seinen Moskau-treuen Außenminister Szijjártó werde ein neuer Wind in der europäischen Außenpolitik wehen, hatten viele Diplomaten in Brüssel gehofft.
Doch die Fortschritte hielten sich in Grenzen – in der Nahost-Politik steht Deutschland auf der Bremse.
Bewegung gab es zunächst nur in einer Frage: Bei Sanktionen gegen gewalttätige israelische Siedler im Westjordanland. Ungarn hatte die seit langem geplanten Strafmaßnahmen der EU immer wieder mit seinem Veto verhindert. Das ist nun vorbei..
Bei Gaza verpufft der Elan
Doch schon beim Reizthema Gaza verpuffte der Elan. Spanien, Irland und mehrere andere EU-Länder fordern seit Monaten, das Assoziierungsabkommen mit Israel wegen der anhaltenden Menschenrechtsverletzungen in Gaza auszusetzen.
Zuletzt hatte die israelische Marine auch wieder eine pro-palästinensische Hilfsflotte südlich von Kreta gestoppt, Aktivisten aus mehreren EU-Ländern verhaftet und zwei von ihnen nach Israel verschleppt. Erst Montag wurden sie freigelassen.
Doch nun, nach dem Ende der ungarischen Blockade, stemmt sich vor allem Deutschland gegen Sanktionen. Die Bundesregierung setze weiterhin darauf, „im direkten Dialog mit Israel zu bleiben“, sagte der Staatsminister für Europa im Auswärtigen Amt, Krichbaum. Deutschland blockiert auch, zusammen mit einigen wenigen anderen EU-Ländern, die Aussetzung des Handels mit Israel.
Hinter Orban versteckt
Das ist zwar nicht neu; diese Blockade besteht schon seit Jahren. Doch bisher konnten sich Kanzler Merz und Außenminister Wadephul (beide CDU) immer recht bequem hinter Ungarn und Orbán verstecken. Das geht nun nicht mehr.
Die starre deutsche Haltung fällt umso mehr auf, als sich Wadephul neuerdings lautstark für ein Ende des Vetorechts in der EU-Außenpolitik einsetzt.
Mit seinen Vorschlägen zur EU-Reform wolle er versuchen, Europa „sturmfest“ zu machen, hatte Wadephul in einer Grundsatzrede in der letzten Woche in Berlin gesagt.
Gemeint war allerdings vor allem die Ukraine – für Israel und Gaza gilt dies offenbar nicht. Dabei verübt Israel nach Ansicht von Amnesty und anderen Menschenrechtsorganisationen in Gaza einen Völkermord…
Siehe auch Sanktionen gegen Israel: Statt Orban blockieren nun Merz und Wadephul

12. Mai 2026 @ 21:22
@ Arthur Dent;
Bitteschön: https://www.instagram.com/reel/DYP9Sa5vIeA/?igsh=MTFia3UzaW1jajNtbQ==
…aber wirklich nur fast.
12. Mai 2026 @ 19:08
Deutschland unterstützt ein extrem aggressives Apartheid-Terrorregime mit genozidaler Ideologie, dessen Gräueltaten in den News täglich bestätigt werden. Deutschland, das sich im Fall des Ukrainekriegs als Moral-Weltmeister aufspielt, verspielt in der Nahostpolitik sämtliche Glaubwürdigkeit. Bezeichnend für Israel und die Ukraine ist ihre enge Zusammenarbeit mit dem Kill-Chain-Ideologen Alex Karp, von dessen Tötungs-KI auch Deutschland in seiner strategischen Zusammenarbeit mit Selenski profitieren will. Da haben ganz finstere Gesellen zusammengefunden. Vielleicht wird man eines Tages in den Geschichtsbüchern festhalten, dass die Endlösungs-Ideologen des Naziregimes nur eine Vorstufe dessen waren, was gerade aus dem ideologischen Sumpf um Alex Karp & Friends kriecht.
Natürlich ist Deutschland wie immer auf der richtigen Seite der Geschichte.
12. Mai 2026 @ 15:56
Gebremst wurde auch beim Verbrenner-Aus und beim Lieferkettengesetz.
Unser aktuelles Außenministerium wirkt ein wenig ideenlos, fast wünscht man Annalena Alma Charlotte zurück
12. Mai 2026 @ 16:22
“…fast wünscht man Annalena Alma Charlotte zurück”
Danach kann dann aber nur noch der Freitod kommen… 😉
12. Mai 2026 @ 14:23
Und nachdem Israel die neuen Regelungen zur zwingenden Verhängung der Todesstrafe gegen Palästinenser vor Militärgerichten eingeführt hat, wurden gerade alle Verfahren gegen mutmassliche palästinensische Täter des 07. Oktober an entsprechende Militärgerichte verwiesen. Man kann es nur noch Apartheid nennen, was da in Israel unter Netanjahu zur Normalität geworden ist.
Wenn ich bedenke, dass es den Staat Israel ohne zionistischen Terrorismus nicht geben würde, kommt mir das Essen hoch…