2 Comments

  1. Titi
    29. Juni 2025 @ 19:52

    Man will, dass der „sowjetische 1991-Moment“ sich wiederholt. Damals (1991) und seitdem hatte man immer angenommen, dass die Sowjetunion aufgrund des Wettrüstens gegen den Westen zusammengebrochen war, und diese Strategie möchte man wieder versuchen. Es wird aber nicht so laufen wie man sich im Westen (allen voran in Merz-Deutschland, Polen, GB, etc.) vorstellt. Damals, 1990/91 waren die USA eine intakte Weltmacht. Der Dollar hatte auf der Welt keine herausfordernde Konkurrenz zu befürchten, die lateinamerikanischen Länder waren noch mehr in Vasallentreue gegenüber dem „großen Bruder“ im Norden, das kapitalistische/neoliberale US-Wirtschaftsmodell war in den Schwellenländern (in Lateinamerika und in Asien), in (West-)Europa, in Russland nach 1991 und in postkommunistischen Ländern noch ein erstrebenswertes Vorbild, China war noch kommunistischer geprägt und wirtschaftlich noch klein.
    Damals glaubte man auch an Fukuyamas Theorie vom „Ende der Geschichte“. Auf jeden Fall war es damals in den 90ern klar, daß die USA für die nächste Zeit als Weltmacht unbezwingbar sein werden. Aus der Geschichte wissen wir aber, dass kein Imperium für die Ewigkeit bestimmt ist, und da war, nach der großen 2007-2008-Finanzkrise, nach dem Scheitern des neoliberalen Modells, nach dem Afghanistan-Schmach und dem unrühmlichen Irak-Krieg und nach der Auslösung der Ukraine-Katastrophe, u.vm., nur noch eine Frage der Zeit, bis der Niedergang der weltweiten US-Macht und des Westens beginnen würde. Russland hat wiederum aus den früheren Fehlern gelernt. Zwar schwächt der Ukraine-Krieg das Land nachhaltig, aber es hat China an seiner Seite und hat innerhalb vom BRICS Beziehungen u.a. mit wirtschaftlich wachsenden Schwellenländern. Das russische Gas und Öl, das die EU verweigern möchte, wird jetzt an andere Länder wie Indien verkauft, die wiederum viel davon profitieren und mittlerweile wirtschaftlich stark sind.
    Manche sagen auch, dass die Zukunft China und dem globalen Süden gehören wird. Der Westen, allen voran EUropa, kann sich nur retten, in dem es vom selbstmörderischen Kurs abrückt und sich in eine neue multipolare Weltordnung integriert und auch versucht, eine normale Beziehung mit Nachbarn Russland zu haben (wenn irgendwann auch Länder wie Estland, Polen, Litauen endlich checken, dass man sich Nachbarn nicht aussuchen kann und es besser ist, einen Weg ohne Konflikte einzuschlagen, wo sie viel mehr profitieren könnten).

  2. Guido B.
    28. Juni 2025 @ 13:57

    Die USA haben in den letzten Jahren mit ihrer Aussenpolitik 4 wichtige geostrategische Ziele erreicht:

    1) Europa ist abhängiger von Energie- und Rüstungsimporten aus den USA.

    2) Die Europäer zahlen immer mehr für die NATO, während die USA immer weniger zahlen.

    3) Die wirtschaftlichen Konsequenzen des Großkonflikts mit Russland trägt überwiegend Europa.

    4) Die USA profitieren von der Schwächung Russlands überproportinal.

    Man kann die Aussenpolitik der USA als clever bezeichnen, aber sie auch dumm, weil sie Russland und China zu unzertrennlichen Schicksalsgenossen macht.

    Die europäische Aussenpolitik ist nur dumm, weil es für Europa in dieser geopolitischen Lage nichts zu gewinnen, aber viel zu verlieren gibt.

    Deutschland will sich als Anführer dieser strunzdummen Politik feiern lassen. Das ist der Gipfel der Verblödung. Eigentlich muss man die Politik dieser Eliten als Hochverrat bezeichnen. Aber sie ist so blöd, dass mildernde Umstände gelten müssen. Diese Eliten sind nicht zurechnungsfähig. Was sie aber umso gefährlicher macht.