Magyar will die ganze Macht in Ungarn

Der neue, EU-freundliche Ministerpräsident Magyar will die ganze Macht in Ungarn an sich reißen. Hat er grünes Licht aus Brüssel erhalten?

Magyar kündigte eine Verfassungsänderung an, um den seit 2024 amtierenden Staatspräsident Sulyok aus dem Amt zu entfernen. Sulyok gilt als Vertrauter des abgewählten Regierungschefs Orban.

Auch andere unter Orban ernannte hochrangige staatliche Vertreter sollen ausgetauscht werden – darunter die Präsidenten des Verfassungsgerichts und des Obersten Gerichtshofs sowie der Generalstaatsanwalt.

Die EU-Kommission in Brüssel erklärte, sie verfolge die Entwicklung in Budapest sehr genau. Ob sie Magyars Griff nach der ganzen Macht befürwortet, wollte sie nicht sagen.

Dabei könnte man durchaus Zweifel daran haben, ob Magyars Vorgehen mit den Prinzipien von Rechtsstaat und Demokratie vereinbar ist. Die Gewaltenteilung wird auf jeden Fall berührt.

Aber wer weiß, vielleicht stecken Brüssel und Budapest ja auch unter einer Decke?

Am Freitag hatten sich Magyar und Kommissionschefin von der Leyen in Brüssel nach geheimen Gesprächen auf ein umfangreiches Reformprogramm geeinigt, das bis zu 13,4 Mrd. Euro an EU-Mitteln frei eisen soll.

Das Geld war wegen Korruption und Rechtsstaats-Verstößen unter Orban “eingefroren” worden. Magyar hat nun lächerliche drei Monate Zeit, um Recht und Ordnung wiederherzustellen, sonst könnte er Milliarden verlieren…

Siehe auch Ungarn: Wie von der Leyen die “Rückkehr nach Europa” steuert