Linke: Berlin ist nicht New York

Der Wahlsieg des linken Sozialdemokraten Mamdani in New York macht auch der Linken in EUropa neue Hoffnung. Doch Berlin ist nicht New York – und Brüssel folgt immer noch Washington, leider.

Der Erdrutsch-Sieg sei ein gutes Zeichen für die Berliner Linke, heißt es in der “taz”. Denn: Wenn in New York ein Linker gewinnen kann, warum sollte das in der deutschen Hauptstadt nicht gelingen?

Mamdani habe “genau die Themen gesetzt, die auf der Straße liegen und die auch für uns wesentlich sind”, so die Spitzenkandidatin der Berliner Linken, Eralp: “die Mieten einfrieren, den öffentlichen Nahverkehr kostengünstig machen, Kinderarmut bekämpfen und für eine kostenlose Kinderversorgung sorgen.”

In Mamdanis Erfahrungen als Mensch mit Migrationsgeschichte hätten sich viele Menschen wiedergefunden haben, meint die deutsche Politikerin mit türkischem Hintergrund.

Doch ein Wahlsieg wie in New York zeichnet sich in Berlin nicht ab. Die Linke verspürt zwar Aufwind, aber es fehlen ihr charismatische Figuren, wie es S. Wagenknecht bei allen Kontroversen war.

Außerdem gibt es keine breite Widerstands-Bewegung wie in den USA gegen Präsident Trump. Kanzler Merz hat die Sozialdemokraten in seine Regierung eingebunden, die Grünen fallen als Opposition aus.

Wer auf ein Signal für Deutschland oder gar die EU hofft, wird enttäuscht. Das liegt auch an der EU-Führung in Brüssel. Sie folgt weiter Trump und seiner Administration in Washington.

Letzter Beweis: Um Trump nicht zu verärgern, haben Merz und seine Parteifreundin von der Leyen die Teilnahme am EU-Lateinamerika-Gipfel in Kolumbien abgesagt. Es war nicht der erste Kniefall – und wohl auch nicht der letzte…