Säbelrasseln um die Ukraine

Erst Belarus, dann die Ukraine? Genährt von den USA, wächst in EU und Nato die Sorge, dass Russland eine groß angelegte Militär-Offensive vorbereite. Die Flüchtlingskrise zwischen Belarus und Polen sei nur ein Ablenkungsmanöver, heißt es in Brüssel.

Während sich der Westen auf Belarus konzentriere, plane Kremlchef Putin einen Einmarsch in der Ukraine, behaupten US-Militärs. Angeblich soll Russland 100.000 Soldaten an der Grenze zusammen gezogen haben. Das bereite “echte Sorge”, so die Amerikaner.

Was ist da dran? Deutschland und die Ukraine wiegeln ab. In Berlin sieht man keine akute Kriegsgefahr. Experten äußern sogar ein gewisses Verständnis für Putin: Den Kremlchef machten die bilateralen Manöver der USA mit der Ukraine nervös.

Auch in Kiew geht man nicht von einem unmittelbar bevorstehenden Angriff aus. Die russische Militärführung bediene sich der Methode eines “hybriden Kriegs”, in dem der Gegner durch die “Drohung einer militärischen Invasion” manipuliert werde.

Eine “hybride Taktik” mit “Fake News” wirft aber auch Russland dem Westen vor. Washington übermittle seinen Verbündeten “absolut falsche Informationen” über die russischen Truppenbewegungen an der Grenze zur Ukraine, behauptet der Auslandsgeheimdienst SWR.

Der Kreml erklärte, der Westen führe eine “Informationskampagne” mit dem Ziel, die Spannungen zu verschärfen. “Bewegungen russischer Truppen innerhalb unseres Territoriums stellen für niemanden eine Bedrohung dar und sollten niemanden beunruhigen”, sagte Kreml-Sprecher Peskow.