Verlustgeschäft für EUropa, Merz kungelt mit Meloni – und Hilfe für Baud

Die Watchlist EUropa vom 10. Februar 2026 – Heute mit Nachrichten und Analysen zu den weiter steigenden Kosten des Ukraine-Krieges für Europa, zu einer deutsch-italienischen Initiative und zu einer humanitären Geste in Belgien.

Während sich die EU für die Ukraine verschuldet, winken den USA offenbar Bomben-Geschäfte mit Russland. Bis zu 12 Billionen Dollar soll der „Dmitriew-Pakt“ wert sein, den Russlands Chefunterhändler angeboten hat. Das behauptet Präsident Selenskyj mit Verweis auf Geheimdienste.

Das muß, ja das darf man nicht für bare Münze nehmen. Denn Selenskyj verbindet seine “Enthüllung” mit der Warnung, US-Präsident Trump und Kremlchef Putin könnten Deals über seinen Kopf hinweg machen.

Das will Selenskyj verständlicherweise verhindern, deshalb streut er diese phantastischen Zahlen. Klar ist aber auch, daß Trump einen Deal sucht, der nicht nur Frieden in der Ukraine bringt, sondern auch gute Geschäfte mit Russland.

Keine Friedensdividende

Die EUropäer bleiben außen vor. Erst haben sie sich aus dem russischen Markt zurückgezogen und die günstige russische Energie verbannt. Nun zahlt die EU auch noch allein die Zeche für die Verteidigung der Ukraine. Doch ein guter Deal ist für EUropa nicht in Sicht, eine Friedensdividende erst recht nicht.

Im Gegenteil: Die Kosten werden ständig höher! Gerade erst hat die EU einen Kriegskredit von 90 Mrd. Euro eingefädelt, da wollen die Verteidigungsminister schon wieder über zusätzliche Militärhilfen sprechen (am Mittwoch in Brüssel).

Auch das geplante 20. Sanktionspaket wird teuer. Es soll nicht nur Russland treffen, sondern ebenfalls europäische Länder, die jetzt noch über Umwege mit russischem Öl handeln – darunter Griechenland, Zypern und Malta.

“Wir ziehen die Arschkarte”

Der deutsche Maschinenbau wird auch leiden, denn die florierenden Exporte nach Russland via Kirgistan werden verboten. Während Trump die US-Wirtschaft mit allen Mitteln fördert, auch unlauteren, schießen wir uns schon wieder ins Knie.

Eine gute Politik ist das nicht. Dem  Frieden hilft es nicht, wirtschaftliche Perspektiven eröffnet es auch nicht. Im Gegenteil: Die EU erleidet ihr größtes Verlustgeschäft, und das auf Jahre hinaus.

Wir haben die “Arschkarte” gezogen, schreibt der “Standard”. Derweil darf unser falscher “Freund” Trump die Gewinne einstreichen…

MEINE MEINUNG: Statt immer neue Sanktionen gegen Russland zu verhängen, müßte die EU beginnen, die kontraproduktiven Strafen zu lockern oder zumindest eine Lockerung in Aussicht zu stellen. Nur so kann sie einen eigenen Anreiz für Frieden  schaffen. Und nur so kann die Wirtschaft wieder in Gang kommen

Siehe auch “Ukraine-Debakel fällt auf die EU zurück” und “Selenskyj will katastrophalen Energiekrieg fortsetzen”

News & Updates

Das Letzte

Humanitäre Hilfe für Baud. Der von der EU sanktionierte Militärexperte und Bestsellerautor J. Baud soll wieder Zugang zu seinem Bankkonto erhalten. Belgien hat ihm eine humanitäre Ausnahmegenehmigung erteilt. Baud bestätigte der Nachrichtenagentur Keystone-SDA entsprechende Informationen. Die Genehmigung gebe ihm das Recht, für “lebensnotwendige Zwecke” auf sein Konto zuzugreifen. Zuvor hatte sich offenbar die Schweiz für ihn eingesetzt. Baud ist Schweizer, wurde aber von der EU für seine Bücher über den Ukraine-Krieg bestraft. Zu den Sanktionen gehört nicht nur eine Vermögens-, sondern auch eine Reisesperre. Deshalb sitzt Baud in seiner Wahlheimat Brüssel fest und kann nicht in die Schweiz reisen, wo er über finanzielle Reserven verfügt. Die EU hat ihn in eine Notlage gebracht, und das mitten in Brüssel…

EU-Korrespondent und Blogger bei Lost in EUrope
Ich arbeite seit 2004 als fest akkreditierter EU-Korrespondent für deutsche Medien in Brüssel. Mehr als 25 Jahre Erfahrung in Europapolitik, deutsch-französischen Beziehungen und Foreign Affairs. Blogge hier seit 2011 🙂
ebo