Kein ehrlicher Makler: Polens EU-Präsident Tusk auf Abwegen

Als der ungarische Regierungschef Orban im Januar den EU-Vorsitz an den Polen Tusk abgab, atmete die EU-Spitze in Brüssel auf. Doch sie hat sich getäuscht – Tusk ist (auch) kein ehrlicher Makler. Er hat sogar Probleme mit dem Rechtsstaat.

Dies kam ausgerechnet zum Besuch der EU-Kommission bei Tusk und der polnischen Regierung in Danzig heraus.

Erst wurde bekannt, das der Chef des polnischen Verfassungsgerichts meint, Tusk plane einen “Staatsstreich”. Er halte sich nicht an das Recht und mißachte höchstrichterliche Urteil.

Das kann man noch als Wahlkampf-Manöver abtun – der Oberste Richter wurde von der oppositionellen PiS-Partei eingesetzt, im Mai wird in Polen ein neuer Präsident gewählt.

Doch dann kam die Meldung, dass die Uno die von Tusk angeordneten “Pushbacks” von Flüchtlingen an der Grenze zu Belarus verurteilt. Sie verstießen gegen europäisches und internationales Recht.

Starker Tobak für die Kommission, die den Rechtsstaat hochhalten will und gehofft hatte, nach Orban würde endlich wieder ein rechtschaffender Regierungschef die EU-Geschäfte leiten.

“Revolt against regulation”

Das ist allerdings nicht das einzige Problem mit dem polnischen EU-Vorsitz. Es gibt noch ein anderes: Tusk will offenbar kein “ehrlicher Makler” sein, wie es sein Amt eigentlich vorsieht.

So hat er nicht nur öffentlich erklärt, dass sich Polen nicht an die GEAS-Reform der europäischen Asyl- und Migrationspolitik gebunden fühlt.

Tusk lehnt auch viele andere EU-Gesetze ab und macht auf “X” Front gegen die seiner Meinung nach überbordende Regulierung, die aus Brüssel kommt:

The revolt against regulation is inevitable! Whether someone in the EU likes it or not. The time is now!

Nun bin ich mal gespannt, was Kommissionschefin von der Leyen dazu sagt. Sie ist für die (Über-)Regulierung verantwortlich…

Siehe auch Tusk dreht der Opposition den Geldhahn zu
P.S. Tusk versucht auch, die US-Drohung mit Strafzölle herunterzuspielen und sich bei Präsident Trump mit hohen Rüstungsausgaben anzubiedern. Damit konterkariert er auch die europäische Handelspolitik!