Jetzt bremsen auch noch die Dänen

Wie geht es weiter mit der EU nach dem Brexit (wenn er denn kommt)? Bisher stochern wir im Nebel, auch der EU-Frühjahrsgipfel hat keine Klarheit gebracht. Klar ist nur, dass es immer mehr Bremser gibt.

Nach den Niederländern und ihre neuen “Hanse” versuchen nun auch die Dänen, sich als Erben der Briten zu präsentieren – und einen Neustart der EU nach französischem oder deutschem Muster zu verhindern.

Die EU dürfe nicht China nacheifern, sagte Premierminister Rasmussen in einem Interview mit der “FT”. Vielmehr müsse sie der Marktwirtschaft und dem Liberalismus à la Thatcher und Blair verpflichtet bleiben.

Dies ist nicht nur eine klare Absagen an die Pläne des französischen Präsidenten Emmanuel Macron. Es muß auch in deutschen Ohren schrill klingen. Schließlich ist Dänemark nicht ‘mal im Euro.

Und dieses kleine Land, das sich neuerdings auch radikal gegen Migranten abschottet, will nun den Kurs in der EU vorgeben? Sogar in die Fußstapfen der Briten treten? Das klingt bizarr.

Erstaunlich ist auch, dass sich Rasmussen – ein Liberal-Konservativer – nicht hinter die dänische EU-Wettbewerbskommissarin Vestager stellt, sondern ihr im Gegenteil Steine in den Weg legt.

Vestager will bei der Europawahl auf der Liste der europäischen Liberalen kandidieren. Sie ist die populärste und weltweit wohl bekannteste dänische Politikerin. Doch Rasmussen zögert.

Wenn das so bleibt, könnte die wohl beste Bewerberin für die Nachfolge von Kommissionschef Jean-Claude Juncker an der proviniziellen Politik ihrer eigenen Heimat scheitern. Es ist kaum zu glauben…

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