Innere Sicherheit: Nichts dazugelernt

Seit fast einem Jahr häufen sich Terroranschläge in der EU. Nun schlug ein mutmaßlicher IS-Terrorist in Deutschland zu. Das Attentat in Solingen zeigt, dass man nichts dazugelernt hat.

Der Terror ist zurück, schrieben wir im vergangenen Herbst in diesem Blog. Es begann in Frankreich, wo ein Lehrer am helllichten Tag in seiner Schule erstochen wurde.

Dann passierte es in Belgien, wo zwei schwedische Fußballfans auf offener Straße hingerichtet wurden.

Zuletzt traf es Österreich, wo Taylor Swift-Konzerte wegen (mutmaßlicher) IS-Pläne abgesagt werden mußten.

Und nun auch noch der Anschlag in Solingen. Er zeigt, dass die deutschen und europäischen Behörden nichts dazugelernt haben.

Denn zum einen gab es viele Vorwarnungen. „Das ist Teil einer neuen Welle“, sagt der Terrorismus-Experter Neumann, der auch vor dem Anschlag in Deutschland gewarnt hatte.

Zum anderen wiederholt sich in Solingen ein altbekanntes Muster: Der spätere Täter reist über ein EU-Land ein (in diesem Fall Bulgarien), reist dann unbefugt weiter, wird aber nicht zurück- oder abgeschoben, wie es die EU-Regeln eigentlich vorsehen.

So war es schon bei dem Attentat in Brüssel, wo der Täter zuvor jahrelang unbehelligt durch die EU gereist war. Und so ist es nun wieder in Solingen.

Das zeigt wieder ein mal: Die europäischen Asylregeln funktionieren nicht, die EU-Staaten kooperieren nicht, Abschiebung findet nicht statt oder wird vereitelt.

Deshalb gibt es nun Streit in Deutschland. Einige Politiker fordern die De-facto-Abschaffung des Asylrechts. Andere machen Symbolpolitik und fordern ein Messerverbot.

Und was macht die EU-Kommission? Nichts! Sie verweist auf die gerade beschlossene Asylreform – die allerdings erst 2026 in Kraft tritt…

Siehe auch Innere Sicherheit: Terrorgefahr wächst, Schengen steht auf der Kippe