“Große Nachfrage nach mehr Europa”

US-Präsident Trump und UK-Premier May wollen ihre “special relationship” ausbauen, auf Kosten der EU. Doch der Schuß könnte nach hinten losgehen, hieß es auf einer Expertentagung in Bordeaux.

“Migration, Populismus und Brexit – die EU in der Krise” hieß die Veranstaltung im Goethe-Institut, an der ich teilgenommen habe. Die erste Bestandsaufnahme fiel ziemlich düster aus.

Denn der Machtwechsel in Washington könnte die “Polykrise” der Union noch verstärken. Wenn sich eine neue Achse Washington-London bildet, wird es die EU noch schwerer haben.

Experten aus Paris und Berlin sehen dennoch einen Hoffnungsschimmer. Vor allem in den Bereichen äußere und innere Sicherheit gebe es große Nachfrage nach mehr Europa.

Das haben auch Meinungsumfragen bestätigt. Nach dem Brexit ist die Zustimmung zur EU sprunghaft angestiegen, auch die Freizügigkeit im Schengen-Raum wird nun wieder mehr geschätzt.

Hohe Zustimmungs-Raten haben zudem die Pläne, die Verteidigungs-Zusammenarbeit auszubauen. Dabei kommt auch Frankreich wieder ins Spiel, das als Nuklear- und Vetomacht besser dasteht als Deutschland.

Allerdings schiebt die EU die nötigen Beschlüsse vor sich her – erst bei einem Sondergipfel im März sollen sie fallen. Und die Briten stehen bei der Verteidigung immer noch auf der Bremse.

Wenn es Deutschland und Frankreich ernst meinen, werden sie May also zur Ordnung rufen müssen – und zwar schnell. Denn Mays neuer Buddy Trump schafft Fakten – jeder Tag bringt eine neue böse Überraschung…

Siehe auch “Does the anglo-saxon axis threaten Europe?

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