Flop in Ramstein, Bruch mit Ungarn – und Rosskur in Frankreich
Die Watchlist EUropa vom 12. Oktober 2024 – heute mit der Wochenchronik.
Es sollte ein Mega-Event werden. Bis zu 50 Staats- und Regierungschefs wollten US-Präsident Biden und Ukraines Staatschef Selenskyj auf dem US-Stützpunkt in Ramstein versammeln, um militärische Stärke zu zeigen. Dann war nur noch von 20 die Rede. Schließlich wurde alles abgesagt.
Weil Biden sich lieber um den Hurrican “Milton” kümmern wollte, fiel die große Ramstein-Show aus. Ohne die USA, so zeigt sich wieder einmal, geht im Ukraine-Krieg gar nichts.
Selenskyj konnte nicht einmal seinen “Siegesplan” verkaufen; bei Blitzbesuchen in europäischen Hauptstädten musste er um Waffen betteln. Doch niemand glaubt mehr an einen Sieg.
Scholz verspricht 1,4 Mrd.-Hilfe
___STEADY_PAYWALL___
Dies zeigen die jüngsten Aussagen aus der Nato. Ex-Generalsekretär Stoltenberg spricht plötzlich davon, dass die Ukraine wohl das von Russland besetzte Gebiet aufgeben müsse, um zum Frieden zu kommen.
Und sein Amtsnachfolger Rutte mahnt die Alliierten, sich auf einen US-Präsidenten Trump einzustellen. Die Ukraine und die Nato würden schon nicht untergehen, meint der “Trump-Flüsterer” aus den Niederlanden.
Nur in der EU hat immer noch kein Umdenken eingesetzt. In Deutschland auch nicht. Kanzler Scholz sagte neue Waffenhilfe im Wert von 1,4 Mrd. Euro (!) zu. Dass Ramstein ein Flop war und der “Siegesplan” eine Illusion ist, traut sich niemand auszusprechen…
Mehr dazu in meiner neuen Kolumne für die “Berliner Zeitung”
P. S Der zweite “Friedensgipfel”, der im November stattfinden sollte, wurde übrigens auch auf unbestimmte Zeit verschoben. Dennoch tut Scholz so, als laufe alles nach Plan…
Was war noch? Der Bruch mit Ungarn nimmt immer deutlichere Formen an. Bei einem Besuch in Straßburg hat EU-Chefin von der Leyen dem ungarischen Staatschef Orban die Leviten gelesen. Die EU behandelt Ungarn mittlerweile so, als habe das Land gar nichts mehr zu melden – trotz der Ratspräsidentschaft, die noch bis Ende Dezember dauert.
Der neue französische Premier Barnier hat eine Rosskur angekündigt. Um die neuen europäischen Schuldenregeln zu erfüllen, will er 60 Mrd. Euro einsparen – unter anderem bei den Rentnern. Außerdem sollen Unternehmen und Wohlhabende stärker zur Kasse gebeten werden – immerhin. Dennoch droht Frankreich ein Downgrading an den Märkten…
Mehr Newsletter hier.
Die meistgelesenen Beiträge der Woche:
Wie von der Leyen für die Ukraine das EU-Recht verbiegt
Die Ukraine steht kurz vor der Pleite. Obwohl das Land kein EU-Mitglied ist, will Kommissionschefin von der Leyen es mithilfe des in Belgien festgesetzten russischen Zentralbank-Vermögens retten – und greift dafür zu mehreren Tricks.
EUropa rüstet die Ukraine weiter auf – die Kosten explodieren
Bei einem Treffen der EU-Verteidigungsminister werden neue Rüstungspläne zugunsten der Ukraine bekannt gegeben. Allein die Niederlande sagen 250 Mill. Euro an Waffenhilfe zu. Derweil explodieren die Kosten des Krieges in Kiew.
Spielball EUropa: Kiew und Washington übergehen Brüssel – schon wieder
Im Streit um einen Friedensplan für die Ukraine sah es einen Moment lang sah so aus, als habe die EU einen Platz am Verhandlungstisch erkämpft. Doch nun wird Brüssel schon wieder übergangen.

Shitkicker
12. Oktober 2024 @ 19:03
“Aus Angst vor Trump wurde sie bereits im Sommer in die Clay-Kaserne in Wiesbaden verlegt, wo US-Militärs den Ton angeben und nicht mehr wie bisher die Politik.”
Wie genau hatte man sich das jemals vorgestellt? Das US-Militär sollte gegen den unterstellten Willen des Commanders in Chief agieren?
Sozusagen ein Eingeständnis dass der “Deep State” machen könne? Hört sich fast wie Wahlkampfunterstützung für Trump an.
KK
13. Oktober 2024 @ 02:42
Aus dem Artikel:
„Kanzler Scholz sagte neue Waffenhilfe im Wert von 1,4 Mrd. Euro (!) zu.“
Komisch… hier fehlt das Geld an allen Ecken und Enden, und der Ukraine wird es vorne und hinten reingeschoben. Muss man nicht verstehen, oder?
WBD
13. Oktober 2024 @ 17:18
Naja, vielleicht hat Bubi Scholz ja noch etwas privates Geld bei der Warburg Bank… ?!? Von mir jedenfalls hat keine Genehmigung, dafür Staatsknete zu nehmen !!!
KK
13. Oktober 2024 @ 18:39
@ WBD:
Finanzminister Lindner wird entweder auch nicht gefragt, oder er hat ausgerechnet bei den Ukro-Nazis die Spendierhosen an… ist ja nicht sein Geld.