Eurozone: Grünes Licht für Bulgarien
Trotz erheblicher Bedenken vieler Bürger soll Bulgarien dem Euro beitreten. Dafür hat sich das Europaparlament in Straßburg ausgesprochen; auch der Rat der Finanzminister will grünes Licht geben. Mit dem geplanten Beitritt zum 1. Januar 2026 würde das Land zum 21. Mitglied der Eurozone. Zuletzt hat Bulgarien vor allem durch die politische Dauerkrise für Schlagzeilen gesorgt. Außerdem gab es massive Proteste in der Zivilgesellschaft, die von Rechtspopulisten angeheizt wurden. Dies nehmen nun die EU-Abgeordneten zum Anlass, den Beitritt umso mehr zu unterstützen – als Signal gegen Rechts. Auf die Idee, dass sich die Bürger vor steigenden Preisen und einem Verlust währungspolitischer Souveränität fürchten könnten, kommen sie nicht…
Mehr zur Eurozone hier

9. Juli 2025 @ 18:26
Hat sich Bulgarien den “Fall Griechenland” genau angesehen?
Wollen die Bulgaren wirklich auch für den Ausverkauf aller staatlichen Vorsorge einigen wenigen Finanzjongleuren ihr Volksvermögen und ihre Daseinsfürsorge in private “Allerwerteste” blasen? Die Bulgaren sollten dringend mit Herrn Varouzfakis das Gespräch suchen, wo es hinführt und wie weh es wirklich tut…
Signal “gegen rechts”, dass ich nicht lache! Korruption pur, die finanziellen Wohltaten der EU beim Beitritt Bulgariens sind quasi jetzt fällig.
9. Juli 2025 @ 18:45
In Wahrheit geht es natürlich um Geopolitik, genau wie damals in Griechenland. Es drohen dieselben Folgen
9. Juli 2025 @ 06:54
Die EU ist das Projekt der reichen neoliberalen Eliten gegen die hart arbeitende vaterlandstreue Bevölkerung. Wo es den Eliten dient, wird die „regelbasierte Ordnung“ bedenkenlos in die Tonne getreten. Und der Fisch stinkt bekanntlich immer vom Kopf.
8. Juli 2025 @ 15:55
Man vergisst ja vieles sehr schnell, aber manches bleibt doch haengen. Wenn man nach den Stichworten “Bulgarien, Ursula von der Leyen und zitieren Sie mich nicht” sucht, bringen die Suchmaschinen direkt die richtigen Artikel wieder hervor
Hier auf Telepolis
https://www.telepolis.de/features/Brisantes-Leak-Wollte-Ursula-von-der-Leyen-Bulgarien-in-die-Eurozone-schleusen-9163746.html?seite=all
“Das liegt auch an der deutschen EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Vor einer guten Woche wurde eine Abhöraufnahme publik, der zufolge sich die Christdemokratin in Bulgariens innerpolitischer Auseinandersetzung klar positioniert hat. Von der Leyen soll dem Ex-Ministerpräsidenten Kiril Petkov Kreativität bei der Interpretation Euro-Kriterien zugesagt haben, um Bulgarien den Weg in die Eurozone zu ebnen.””
Euractiv geht mehr in die Details:
https://www.euractiv.com/section/politics/news/von-der-leyen-embroiled-in-political-scandals-in-sofia/
“In the recording, the voice of Petkov can be heard explaining to his fellow party members his conversation with Leyen on 21 May, discussing Bulgaria’s chances of being accepted to Schengen and the eurozone.
Petkov said that during a meeting with von der Leyen, she told him. “For Schengen, you have a very big chance. For the EU zone, you have to figure out how to get around the rules. In the sense of how to comply”.”
Sieht so aus, als wuerden alte Versprechen eingeloest 😉
8. Juli 2025 @ 15:56
Danke für den Hinweis, war mir auch entfallen 🙂
8. Juli 2025 @ 14:00
Ganz nach dem Mantra der EU: Koste es, was es wolle!
8. Juli 2025 @ 14:35
Nach außen wird ein Staat von seiner Regierung vertreten. Wenn die politischen Institutionen des immerhin demokratisch verfassten Bulgarien beschlossen haben, den Beitritt zur Eurozone zu beantragen, müssen die EU-Institutionen das als Äußerung der bulgarischen Nation ansehen. Politisch Lyrik hin oder her.
9. Juli 2025 @ 01:26
Gibt es nicht Kriterien, die ein Staat (und seine die Aufnahme in die EURO-Zone beantragende Regierung) erfüllen muss, damit sie überhaupt aufgenommen werden kann? Und? Sehen Sie die bei Bulgarien etwa als erfüllt an?
9. Juli 2025 @ 12:14
@KK: Die Aufnahme eines Staates in die Eurozone ist eine politische Entscheidung. Sie folgt nicht mechanisch aus objektiven Fakten.
9. Juli 2025 @ 12:20
Sie folgt aber sehr wohl bestimmten Kriterien. Bisher war die Inflation in Bulgarien zu hoch; dieses Problem ist nach Ansicht der Eurogruppe gelöst. Allerdings gibt es den Verdacht, dass die Zahlen manipuliert wurden – nicht zuletzt durch eine signifikante Senkung der Krankenhaus-Gebühren 🙂