Europaparlament: Konservative und Grüne bringen Kritiker auf Linie

Nach dem Streit um den Mercosur-Deal greifen die deutschen Parteien durch. Ähnlich wie die Konservativen wollen nun auch die Grünen ihre EU-Abgeordneten auf Linie bringen. Das freie Mandat bleibt auf der Strecke, CSU-Mann Weber wird gestärkt.

Im Europaparlament haben es acht deutsche Grünen-Abgeordnete gewagt, einem Antrag der Linken zuzustimmen, der eine Überprüfung des Freihandelsabkommens mit den südamerikanischen Mercosur-Staaten durch den Europäischen Gerichtshof vorsieht.

Daraufhin brach in Deutschland ein Sturm der Entrüstung los. Die Grünen hätten mit der AfD gestimmt und ein falsches geopolitisches Signal gesetzt, hieß es. Die Kampagne wurde vor allem in der Springer-Presse geführt, aber auch vom grünen Wahlkämpfer Özdemir.

Der “Realo” Özdemir möchte Ministerpräsident in Baden-Württemberg werden und die Grünen im Europaparlament auf Linie bringen. Dies ist ihm nun offenbar gelungen. Die Bundes-Grünen wollten die EU-Grünen enger an die Kandare nehmen, berichtet der “Spiegel”.

Für “falsche” Abstimmung entschuldigt

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Der Sprecher der deutschen Grünen-Gruppe im Europaparlament, E. Marquardt, hat sich schon öffentlich für das “Fehlverhalten” seiner Parteifreunde entschuldigt. Um nicht wieder mit der AfD zu stimmen, will er sich künftig enger abstimmen – auch mit der konservativen EVP.

Dort gab es noch mehr Abweichler als bei den Grünen – obwohl EVP-Chef Weber (CSU) seine Parteifreunde auf ein “Ja” eingeschworen hatte. Damit dies nicht wieder passiert, will Weber nun andere Saiten aufziehen und die EVP auf Fraktionsdisziplin einschwören.

Im Bundestag ist das üblich, im Europaparlament gab es das bisher nicht. Wenn die EVP und die Grünen ihre Pläne umsetzen, bleibt das freie Mandat auf der Strecke. Außerdem wird das deutsche Machtdreieck Weber-Merz-von der Leyen weiter gestärkt…

Siehe auch “Mercosur ist keine Antwort auf Trump”