Europa kämpft (nicht), Polen wähnt sich im Krieg & Frankreich blockiert alles

Die Watchlist EUropa vom 11. September 2025 – Heute mit News und Updates zur Ruck-Rede von EU-Chefin von der Leyen, dem Drohnen-Vorfall in Polen und einer neuen Bürgerbewegung in Paris

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Um Europa ist es ein Jahr nach der Europawahl im Juni 2024 schlecht bestellt. Die EU fürchtet um ihre politische und wirtschaftliche Unabhängigkeit, viele Bürger kämpfen mit teuren Mieten und steigenden Lebenshaltungskosten.

Dies räumte EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen im Europaparlament in Straßburg ein. Endlich! Doch was sie sonst sagte, war – naja. Lesen Sie selbst!

„Europa kämpft“, erklärte von der Leyen in ihrer Selbstverteidigungs-Rede zur Lage der EU. „Dies muß der Moment der europäischen Unabhängigkeit sein.“

Nicht ein Hauch von Selbstkritik

Konkrete Vorschläge für mehr Eigenständigkeit nannte sie allerdings nicht. Eine Mitverantwortung für die Krise wollte die CDU-Politikerin auch nicht eingestehen.  

Der umstrittene Handelsdeal mit US-Präsident Trump sei der beste, den die EU bekommen konnte, behauptete von der Leyen. Daß das die meisten Europäer ganz anders sehen – egal!

Die Hilfe für die Ukraine gegen die russische Aggression sei die beste Verteidigung für Europa, behauptete sie weiter. Die Unterstützung soll deshalb weiter aufgestockt werden.

Beide Aussagen sind falsch – und gefährlich.

Trump als “President of Europe”

Denn natürlich befindet sich die EU längst in einem Handelskrieg. Trump kämpft gegen die ganze Welt. Gerade erst hat er neue Strafzölle angedroht – diesmal wegen der EU-Strafe gegen Google.

Und natürlich sind es EU und Nato, die die Ukraine verteidigen – nicht andersherum. Dass Selenskyj für uns kämpfe, können nur jene glauben, die den Frieden fürchten – vor allem in Osteuropa.

Wer falsche Prämissen zugrunde legt, kann aber nicht für Unabhängigkeit kämpfen. Von der Leyen steht für wachsende Abhängigkeit von den USA, Trump nennt sich schon scherzhaft “President of Europe”.

Selenskyjs gefährliche Politik

Außerdem bindet VdL die EU auf Gedeih und Verderb an Präsident Selenskyj und dessen brandgefährliche Politik. Nach dem Drohnen-Vorfall in Polen hat er erneut versucht, die Nato in den Krieg zu ziehen.

Ein unabhängiges EUropa würde in den USA seine eigenen Interessen vertreten und Drittländern wie der Ukraine Grenzen aufzeigen, um den Frieden zu sichern bzw. wiederherzustellen. Von der Leyen tut das Gegenteil.

Sie kämpft vor allem um ihr eigenes politisches Überleben – aber nicht für ein friedliches und unabhängiges EUropa. Diese Ziele sind unter ihrer Ägide in weite Ferne gerückt…

Siehe auch Von der Leyen: “Europa kämpft” – LIVEBLOG aus Straßburg

News & Updates

  • Polen wähnt sich (fast) im Krieg. Noch nie seit 1945 habe sich sein Land so nahe am Rand eines bewaffneten Konflikts befunden wie jetzt. Dies erklärte Ministerpräsident Tusk nach dem Drohnen-Vorfall, für den er Russland verantwortlich machte. Der “Angriff” mit 19 Drohnen sei ein “großangelegte Provokation” gewesen. Doch die Beweise sind dünn, der Vorfall wirft viele Fragen auf.
  • Drogenkrieg: Belgien bittet USA um Hilfe. “Wir brauchen die Amerikaner”, sagte der belgische Regierungschef De Wever bei einem Besuch von US-Heimatschutzministerin Noem in Antwerpen. Belgien wolle daher die Zusammenarbeit mit den US-Behörden ausweiten. Antwerpen gilt als Drehscheibe des Drogenhandels, Brüssel will sogar das Militär um Hilfe bitten. – Mehr im Blog
  • Wie viel Geld geht Israel verloren? Diese Frage konnte die EU-Kommission auch Stunden nach der Ankündigung ihrer Chefin von der Leyen, die bilateralen Hilfen zu stoppen, nicht beantworten. Am späten Nachmittag war dann von 48 Mill. Euro die Rede – also Peanuts. Und selbst diese Summe ist ungewiß, denn das Geld fließt an zivile Einrichtungen, die laut VdL ja nicht gestraft werden sollen…

Das Letzte

Frankreich blockiert alles. Der neue Premierminister Lecournu verfolgt dieselben Ziele wie sein gescheiterter Amtsvorgängern Bayrou. Und er trifft auf denselben Widerstand. Eine neue Bürgerbewegung hat mit dem Schlachtruf “on bloque tout” (Wir blockieren alles) für Chaos in Paris und in der Provinz gesorgt. Bei einem landesweiten Protest-Tag mit rund 200.000 Teilnehmenrn sind nach Angaben des Innenministeriums 540 Menschen festgenommen worden. 211 Festnahmen gab es allein in Paris. Kein guter Start – zumal die Demonstranten den Rücktritt von Präsident Macron gefordert haben – dem “Mastermind” und Freund des neuen Premiers… – Siehe auch Sorge um Frankreich: Es ist Macrons Krise – und eine der EU

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