Eskalation in Nahost, Selenskyj siegt nicht – und weniger Schutz für den Wolf
Die Watchlist EUropa vom 28. September 2024 – heute mit der Wochenchronik.
Der Krieg im Nahen Osten eskaliert. Nach der gezielten Tötung von Hisbollah-Chef Nasrallah durch Israel ist mit einer massiven Vergeltung durch den Iran zu rechnen. Das Worst-Case-Szenario würde damit wahr.
Schon jetzt ist die Lage ein Alptraum – für die Menschen im Libanon, aber auch für die viel beschworene Weltgemeinschaft.
Während sie in der Uno in New York tagte, ordnete Israels Regierungschef Netanjahu den Angriff von seinem Hotelzimmer aus an.
Eine größere Missachtung für die Uno kann es kaum geben. Auch die USA und Frankreich wurden gedemütigt. Kurz zuvor hatten sie noch eine Waffenruhe gefordert.
“Niemand kann Netanjahu stoppen”
“Es sieht so aus, als könne niemand Netanjahu stoppen”, klagte EU-Chefdiplomat Borrell. Selbst die USA seien gescheitert, man müsse sich daher nach anderen Vermittlern umsehen.
Früher wäre das mal die EU gewesen, heute ist ihre Stimme nicht mehr vernehmbar. Das gilt auch für den Ukraine-Krieg. Auch da spielt die “Action” in den USA.
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Präsident Selenskyj ist eigens nach Washington und New York gereist, um seinen “Siegesplan” zu verkaufen. Doch bei der Uno redete er vor leeren Rängen, kaum jemand wollte ihn hören.
Und im Weißen Haus war er offenbar auch nicht erfolgreich. Präsident Biden setzte kurzerhand ein weiteres Treffen in Deutschland an. Aber nicht in EUropa.
Nein, die nächsten Beratungen sollen auf der US-Militärbase in Ramstein stattfinden – unter amerikanischer Regie. Die EUropäer sind wieder nur Zaungäste…
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Was war noch? Die EU hat sich darauf verständigt, den Schutzstatus des Wolfs zu senken. Er kann nun leichter gejagt werden, nachdem auch Deutschland eingelenkt ist.
Außerdem jährte sich in dieser Woche der Anschlag auf die Nordstream-Pipelines zum zweiten Mal. Der EU war es nicht einmal eine Notiz wert. Sie hat den Fall zu den Akten gelegt…
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Die meistgelesenen Beiträge der Woche:
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Keine Mehrheit für Chatkontrolle – EU winkt sie trotzdem durch
Das versteht nun wirklich keiner mehr: Obwohl es keine Mehrheit für die sog. Chatkontrolle gibt, hat das Europarlament nun den Weg frei gemacht – im Eilverfahren kurz vor der Sommerpause.
Deutschland rüstet im Rekordtempo auf, Ukraine macht Krieg zum Geschäft
Deutschland hat der Nato erneut Militärausgaben in Rekordhöhe gemeldet – und einen rekordverdächtigen Rüstungsdeal. Auch die Ukraine macht den Krieg zum Geschäft – mit Drohnen, die von der EU finanziert werden.

29. September 2024 @ 08:55
Michael Lüders gibt im Interview mit der Weltwoche kompetente Einblicke in die Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte der Konflikte in Nahost. Er unterscheidet sehr präzise zwischen der aktuellen Regierung Israels und den Bürgern. Bemerkenswert ist, dass in Deutschland sogar jüdische Experten, die sich gegen die Handlungsweise der israelischen Regierung aussprechen, in Deutschland durchaus Redeverbot bekommen können.
https://youtu.be/qnB7yzd1-OQ?feature=shared
Hier noch einmal ein längerer Ausschnitt aus der Pressekonferenz des jordanischen Außenministers und A. Baerbock, in dem in 5 Minuten er sehr einleuchtend erklärt, welchen Schaden die Haltung Deutschland’s mit der bedingungslosen Unterstützung der israelischen Regierung anrichtet, für die Palästinenser, aber auch für das Land und die Bevölkerung Israels, weil dafür gesorgt wird, dass dort niemals Ruhe einkehrt und der Grad der Ablehnung Israels durch die arabischen Länder ins Unermessliche steigt und damit langfristig Israel und seiner Bevölkerung schadet. Vor 5 Tagen hat Deutschland sich bei der UN Abstimmung enthalten. Das ist bemerkenswert.
https://youtu.be/1nALLvO8Tg4?feature=shared
28. September 2024 @ 16:18
“… ist mit einer massiven Vergeltung durch den Iran zu rechnen.” Wieso? Ich halte die Iraner nicht für politische Mechaniker sondern für intelligente Politiker!
Und apropos Missachtung der UNO: folgt Netanjahu nicht nur der Ignoranz der USA?
28. September 2024 @ 22:24
Aus dem Artikel:
“Es sieht so aus, als könne niemand Netanjahu stoppen”
Wenn nicht die UN, die USA oder andere der selbsternannten „Freunde“, dann vielleicht ein Trockenrasierer, Foen, eine Garagenfernbedienung oder sonst ein Alltagsgebrauchsgegenstand…