Eskalation der Vorwürfe

Nach der Kriegsdrohung von US-Präsident Trump schienen sich die Gemüter kurz zu beruhigen. Vor allem Russland war um Entspannung bemüht. Doch nun gibt es eine neue Eskalation – zumindest verbal.

So wirft Russland plötzlich Großbritannien vor, den mutmaßlichen Chemiewaffen-Angriff in Syrien inszeniert zu haben. Belege werden – wie neuerlich auf beiden Seiten üblich – keine genannt.

Frankreich nicht mehr nur von einem Vorfall (in Duma), sondern von einer “inakzeptablen Bedrohung der kollektiven Sicherheit”. Es sei der Punkt erreicht, an dem es kein Zurück mehr gibt, so der französische Uno-Botschafter.

Am dollsten treiben es wie üblich die Amerikaner. Der syrische Staatschef Assad habe im Syrien-Konflikt mindestens 50-mal chemische Waffen eingesetzt, behauptet die Uno-Botschafterin der USA.

Wieso es plötzlich 50-mal sein soll, bleibt offen. Klar ist nur, dass die Eskalation der Vorwürfe den Weg für einen größeren militärischen Konflikt bereitet. Von “begrenzten Schlägen” ist schon keine Rede mehr.

Auch in Deutschland heizt sich die Atmosphäre auf. So fordert Außenminister Maas, der Angriff in Duma dürfe nicht unbeantwortet bleiben. Eine diplomatische Antwort fordert er nicht, sondern lässt alle Optionen offen.

Und Kanzlerin Merkel, die eine deutsche Beteiligung an einem Militärschlag zunächst noch abgelehnt hatte, will nun am Donnerstag Frankreichs Staatschef Macron in Berlin empfangen.

Es könnte ein Kriegsrat werden – oder der Auftakt für eine diplomatische Initiative. Doch dafür müssten alle Beteiligten verbal abrüsten, und davon ist bisher nichts zu sehen, im Gegenteil…

 

 
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