Epstein-Skandal: Rücktritte in London und Paris – De Masi fordert Aufklärung

Der Epstein-Skandal hat erste Konsequenzen in Europa: Der Kabinettschef des britischen Premiers Starmer, Morgan McSweeney, hat seinen Rücktritt erklärt. Auch in Paris gab es eine Demission.

McSweeney hatte eigenen Angaben zufolge Starmer dazu geraten, den früheren EU-Kommissar Mandelson – einen Freund Epsteins – zum Botschafter in Washington zu ernennen. Wegen dieser Nominierung ist Starmer selbst in Bedrängnis geraten; McSweeneys Rücktritt ist wohl ein Bauernopfer.

Auch in Paris gab es eine Demission: Der frühere französische Kultur- und Bildungsminister Jack Lang tritt vom Vorsitz im “Institut du Monde Arabe”, einem Pariser Kulturinstitut, zurück. Lang ist seit Jahrzehnten nicht mehr aktiv in der Politik; sein Fall erscheint daher weniger bedeutsam.

Bemerkenswert ist, daß wegen der Kontakte zum Sexualstraftäter Epstein vor allem Europäer zurücktreten. In den USA hatte der Fall noch keine personellen Konsequenzen – dabei hat Epstein vor allem in den USA viele Strippen gezogen, bis hin zu US-Präsident Trump!

Ein politische und rechtliche Aufarbeitung in der EU fordert BSW-Chef De Masi. „Es gilt zu klären, ob die europäischen Kontakte von Epstein um dessen Menschenhandel und Missbrauch wussten“, so De Masi. Das Europaparlament solle einen Untersuchungsausschuss einsetzen.

Bisher verläuft die Aufklärung in Brüssel äußerst schleppend. Die EU-Kommission behauptet, keine Erkenntnisse über ihren früheren Kommissar Mandelson und dessen mögliche Umtriebe zu haben. Das Parlament hat sich noch gar nicht geäußert…