Diese vier Reformen braucht die Eurozone

Der US-Ökonom B. Eichengreen hat schon früh auf die Geburtsfehler des Euro hingewiesen. Bei einer Tagung in Brüssel hat er nun erklärt, welche Reformen die Währungsreform braucht, um zu überleben.

Es sind nur vier, aber die haben es in sich:

  1. Eine “normale” Zentralbank – die auch als “lender of last resort” dient und nicht nur auf die Inflation schielt;
  2. Eine vollständige Bankenunion mit zentraler, unabhängiger Aufsicht und gemeinsamer Einlagen-Sicherung;
  3. Eine nationale (nicht wie bisher zentral von Brüssel kontrollierte) Budgetpolitik, die in Krisen gegensteuern kann;
  4. Einen Abbau der Schuldenberge, z.B. durch einen Schuldenschnitt für alle Euroländer

Ohne diese Reformen werde die Eurozone weiter kriseln und das Wachstum weiter schwächeln, warnt Eichengreen. Denn der Euro sei immer noch kein “optimaler Währungsraum”.

Dummerweise werden all diese Vorschläge von Finanzminister Schäuble abgelehnt. Er kritisiert die EZB wegen ihrer “normalen” Geldpolitik, bremst die Bankenunion, fordert mehr zentrale Budgetkontrolle.

Natürlich ist Schäuble auch gegen einen Schuldenschnitt, wie der Streit um Griechenland zeigt. Nur in einem Punkt sind sich der Professor und der Politiker einig: Die No-Bailout-Regel muss strikter angewendet werden.

Doch das will einfach nicht klappen. Gerade erst ist Italien wieder seinen wankenden Banken zur Hilfe gekommen. Und in Griechenland zieht sich der Bailout nun schon ins siebte Jahr…

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