Die Schlacht um Belgien, Trumps Anti-EU-Doktrin – und Ruttes Waffenbasar
Die Watchlist EUropa vom 06. Dezember 2025 – heute mit der Wochenchronik. Die Themen: Der Streit um das russische Vermögen, die neue US-Sicherheitsstrategie und das Nato-Programm PURL
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Showdown in Brüssel: Um sich den Zugriff auf das “eingefrorene” russische Vermögen zu sichern, macht die EU massiven Druck auf Belgien. Kommissionspräsidentin von der Leyen und Kanzler Merz haben sogar den belgischen Premier De Wever besucht, um seinen Widerstand gegen die geplanten EU-Beschlüsse zu brechen.
Das “private” Dinner im Amtssitz des Premiers hat zwar keine greifbaren Ergebnisse gebracht. Es war “konstruktiv”, was in Diplomatensprache bedeutet, daß man seine Standpunkte ausgetauscht, sich aber nicht angenähert hat.
Doch Merz und von der Leyen sind wild entschlossen, ihre Politik durchzuziehen. In Belgien wird die entscheidende Schlacht geschlagen. Dabei geht es nicht nur um die rund 200 Mrd. Euro, die bei “Euroclear” in Brüssel festgesetzt wurden.
Die EU will das Recht aushebeln
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Es geht auch um europäisches und internationales Recht – das russische Zentralbankgeld ist durch die sog. Staatenimmunität vor Zugriff gesichert. Von der Leyen hat sich einige Tricks ausgedacht, um es dennoch abzugreifen.
Vor allem aber geht es um die Frage, ob die EU eines ihrer wichtigsten Länder demütigt. Belgien ist nicht nur Gründungsmitglied der EU, sondern auch Sitz der drei großen EU-Institutionen Kommission, Rat und Parlament.
De Wevers Wort hat deshalb Gewicht – allerdings nicht mehr so großes, wie es aussieht. Denn von der Leyens Plan sieht einen Beschluss mit qualifizierter Mehrheit vor. Zur Not könnte sie ihn also auch ohne Belgien durchziehen.
Mit Zuckerbrot und Peitsche
Genau das, so vermute ich, werden VdL und Merz ihrem “Freund” De Wever unmißverständlich klargemacht haben. Nach dem Motto: Wenn Du nicht spurst, findest Du Dich im Lager von Orban und anderer “Putin-Freunde” wieder.
Um ihn zu “überzeugen”, werden sie aber auch Angebote gemacht haben. So ist bereits der Umzug von “Euroclear” im Gespräch – von Brüssel nach Berlin. So könnte Deutschland das Risiko übernehmen, Belgien wäre aus der Schusslinie…
Meine Meinung: Die EU wird ihren Plan zur Not auch ohne Belgien durchziehen. Denn aus Sicht von Merz und von der Leyen geht es um das Überleben der Ukraine und die Souveränität der EU (auch Trump will sich das russische Vermögen unter den Nagel reißen). Sollte es so weit kommen, wäre es endgültig vorbei mit der Union der freien und gleichen Nationen in EUropa…
Siehe auch Wie von der Leyen für die Ukraine das EU-Recht verbiegt
- Fall Baud: Kallas kennt keine Gnade - 3. April 2026
- Irankrieg und Energiekrise: Brüssel plant “Lockdown light” - 3. April 2026
- Energiekrise: Jetzt reden sie von Rationierung - 3. April 2026
Was war noch?
Trumps neue Doktrin schockiert die EU. Die neue Sicherheitsstrategie der USA hat die EU kalt erwischt. Obwohl sie nicht viel Neues enthält – die Einschätzungen zur Ukraine, zur Migration und zur Meinungsfreiheit haben US-Präsident Trump und sein Vize Vance schon oft zum Besten gegeben – sind viele EU-Politiker schockiert. Schließlich ist da auch von “Widerstand gegen den aktuellen Kurs Europas” die Rede, und der “wachsende Einfluß patriotischer Parteien” wird ausdrücklich gelobt. – Ist das ein Rezept zum “Regime Change”, wie manch einer in Brüssel fürchtet? Die EU-Außenbeauftragte Kallas wiegelt ab: Die Vereinigten Staaten seien “immer noch unser größter Verbündeter”. Na dann…
Ruttes neuer Waffenbasar brummt. Die Nato-Länder wollen bis zum Jahresende Waffen im Wert von fünf Mrd. US-Dollar (4,3 Mrd. Euro) in den USA bestellen, um sie danach an die Ukraine zu liefern. Dies sagte Nato-Generalsekretär Rutte nach Abschluss des jüngsten Außenminister-Treffens in Brüssel. Deutschland sagte 200 Mill. Dollar zu. – Die Bestellungen kommen aus Kiew, Europa bezahlt – und die USA kassiert. Für Trump ist das neue PURL-Programm eine Goldgrube, für die Ukraine ein Selbstbedienungsladen… Mein Beitrag für die “Berliner Zeitung”
EU steigt früher aus russischem Gas aus. Hat die EU auch in der Energiepolitik den Sinn für die Realität verloren? Sie feiert den nun besiegelten früheren Ausstieg aus russischem Gas bis Ene 2027 – dabei wird die Abhängigkeit von den USA damit noch größer. – Wer US-Präsident Trump eine rekordverdächtige Gas-Order im Wert von 750 Mrd. Euro zusagt, geht in eine strategische Falle. – Mehr im Blog
Die meistgelesenen Beiträge der Woche:
Irankrieg und Energiekrise: Brüssel plant “Lockdown light”
Mehr als einen Monat hatte die EU-Kommission seit Beginn des Irankriegs Zeit, um sich auf mögliche Folgen für die Energieversorgung in Europa vorzubereiten. Doch statt einen eigenen, gut durchdachten Plan vorzulegen, verbreitet die EU-Kommission nun plötzlich Panik.
Von der Leyen sagt der Ukraine 45 Mrd. Euro zu – trotz fehlendem Mandat
Wenn es um die Ukraine-Hilfe geht, greift die EU immer wieder zu rechtlich fragwürdigen Tricks. Besonders kreativ ist Kommissionspräsidentin von der Leyen, wie ihre neueste Ankündigung zeigt.
Nun auch Finnland: Ukrainische Angriffe auf Russland über Nato-Gebiet
Im Süden Finnlands sind nach Regierungsangaben zwei Drohnen abgestürzt. Es handele sich wohl um ukrainische Drohnen, sagte Ministerpräsident Orpo. Die Untersuchung zu dem Vorfall in Kouvola sei aber noch nicht abgeschlossen.
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7. Dezember 2025 @ 11:42
“Trumps neue Doktrin schockiert die EU.” Die “neue”Trump-Doktrin schockiert die €U? Wirklich? Das schockiert mich jetzt aber! 😉
“Die neue Sicherheitsstrategie der USA hat die EU kalt erwischt.” Das wiederum schockiert mich nicht!
Dieser Deal scheint möglich, wenn die €U doch so abhängig ist von den USA, wie sie täglich bejammert dann:
– Die Amis schalten die Ukraine ab (“Intelligence”, Satelliten, Waffenlieferungen, Aufklärung …)
– der Krieg endet binnen kurzer Zeit mit einem Diktatfrieden (Trump bekommt den Friedenspreis der MAGA-Bewegung, der evangelikalen Kirchen und seines Golfclubs – die er sich selbst umhängen darf)
– die Assets/Bodenschätze der Ukraine werden zwischen RUS und USA gemäß des “Friedensvertrags” aufgeteilt, die Trümmer der Restukraine werden feierlich in die €U und den €uro aufgenommen
– die russische Kohle, die noch bei Euroclear liegt, geht an Donald John
– Russland und die USA “geschäfteln” (dealen), bis Russland die Kohle wieder raus hat
– Russland packt gegen die €U alles aus, was noch auszupacken ist (z. B. Beschlagnahme ϵuropäischer Vermögen in Russland
– die €U ist in der auf dem Fuße folgenden Wirtschafts- und Finanzkrise untergegangen
– aufbauend auf die Erfahrungen mit der Kertsch-Brücke bauen Russland und die USA eine Brücke über die Behringstraße, die “Siberia-Alaska-Road-to-Peace-Bridge”
– China schaut dem Treiben gelangweilt zu solange Xi in der Nase bohrt …
c.c.: Der Böse muss ignoriert werden – schickt die Bösen nach Hause, sofort! Diese €U ist aufzulösen und durch eine republikanische EU zu ersetzen! Die Folgen sind vom Bürger zu tragen, so oder so!
7. Dezember 2025 @ 10:41
Bläckrock arbeitet mit grauem Geld (Schattenbank = Bankgeschäfte ohne Banklizenz), doch Merz verfügt außerdem über Schwarzgeld-Erfahrung – als Aufsichtsrat 2010-2019 der HSBC-Bank, der größten Bank für Schwarzgeldwäsche in London. — Merz kennt es nicht anders: Verluste tragen immer die anderen.
Und er trifft auf eine USA, die Europa wieder in Nationalstaaten aufspalten wollen: jedem Land seine Nationale Front = Teile und Herrsche. Die Völker Europas zahlen die Zeche der Geldwäscher.
7. Dezember 2025 @ 05:31
Und schon wieder sind es Deutsche die in Belgien „einmarschieren“! Ein widerwärtiges Vorgehen dieser beiden CDU Parteipersonalien! Und im Falle eines Scheiterns – siehe Jeffrey Sachs, etc. – werden die Konsequenzen in doppelter Hinsicht auf Deutschland zurückschlagen – verdientermaßen! Bleibt mir nur die Hoffnung dass de Wever doch durchhält!?
6. Dezember 2025 @ 18:43
Laut Tagesschau soll bis 18.12.2025 eine Lösung präsnbtiert werden. Die zu präsentierende Lösung wird vermutlich keine sein, sondern ein Diebstahl mit anderen vermeindlichen Aufpassern. Wir Deutschen haben es ja, das ist überall zu sehen, und können gerne weitere 140 Milliarden in den Sand setzen, wahlweise mit Blut vermischt oder als Golddukaten in den Hosentaschen der Schickeria, der es dann leichter fällt, weltweiten Terror, z.B. gegen Handelsschiffe, zu organisieren. Vielleicht klappt es ja mal mit einem LNG-Tanker für Deutschland, der dann mit deutschem Geld versenkt wird, Wie sagte Einstein,….?
6. Dezember 2025 @ 15:02
Interessant, was man über Euroclear so findet und ich bin nicht sicher, ob den Bürgern das klar ist, was die Politik da auf sie zurollt.
Lt. Wikipedia findet man dort folgende Kennzahlen
https://de.wikipedia.org/wiki/Euroclear
„Einige Beispiele für das Jahr 2022 nach Eigenangaben des Unternehmens (siehe die Broschüre Euroclear credentials):
Über 2000 teilnehmenden Finanzinstitute in 120 Ländern
Verwaltung von 35,6 Billionen EUR Vermögen (Assets);
27,5 Billionen EUR im Jahr 2010
295 Millionen Abwicklungen im Wert von 1.000 Billionen pro Jahr“
Die Belgier haben keine Angst vor den Russen, sondern vor einem unweigerlich folgenden Reputationsverlust, dem Abzug der Assets und der sich daran anschließenden Finanzkrise. Das wird auch passieren, wenn Euroclear von Belgien nach Deutschland umzieht.
Bisher wurde bei Euroclear auch nicht danach unterschieden, ob ein Landesfürst genehm war oder nicht. Es ging um reine Assetverwaltung, Transaktionen und gewinnbringende Anlagen. Sollten sich bei einer illegalen Bemächtigung des russischen Vermögens z.B. die Chinesen, Saudis, Südamerikaner und andere bedroht fühlen, sind die Einlagen schneller abgezogen als wir uns das vorstellen können.
Die Welt schrieb aktuell, die Belgier hätten ja nur Angst vor den Russen. Wie dämlich kann man sein.
6. Dezember 2025 @ 15:50
Genau so seh ich das auch.
Wenn Belgien nicht mehr ‘sicher’ ist, um Gelder zu parken, dann zieht man sich zurück.
Deutschland ist in der gesamten Welt als unsicher (und unsympathisch) angesehen und da legt (vernünftigerweise) niemand sein Geld ab
6. Dezember 2025 @ 16:34
Imnteressant die Einlassungen von Jeffrey Sachs zu dem Thema in der Berliner Zeitung:
https://www.berliner-zeitung.de/wirtschaft-verantwortung/jeffery-sachs-warnt-loest-merz-heute-abend-einen-finanz-crash-aus-li.10008886
Zitat:
„Urbain [CEO von Euroclear] sagte, der Fall zeige ein „Missverständnis der Funktionsweise von Euroclear und der Finanzmärkte“. Die Verwendung der von Euroclear gehaltenen russischen Vermögenswerte in Höhe von rund 180 Milliarden Euro würde ein „sehr erhebliches Ungleichgewicht“ in der Bilanz von Euroclear verursachen, da Russland stets das Recht hätte, die Gelder zurückzufordern, selbst wenn diese aus der Bilanz des Finanzinstituts entfernt würden.“
6. Dezember 2025 @ 17:53
Die Euroclear-Chefin hat sich wiederholt zu den Begehrlichkeiten der EU geäußert – immer sehr intelligent, wie ich finde. Sie hat sogar mit einer Klage gegen die EU gedroht, ein Beitrag dazu findet sich hier Sie hat aber auch gesagt, wie man das russische Vermögen besser nutzen könnte: Als “Joker” für mögliche Friedensverhandlungen. Leider ist die EU auf diesem Ohr taub…
6. Dezember 2025 @ 14:34
“Kommissionspräsidentin von der Leyen und Kanzler Merz haben sogar den belgischen Premier De Wever besucht…”
Solche “Besuche” erinnern stark mich an solche, die ich aus einschlägigen Gangsterfilmen kenne…