9 Comments

  1. Stef
    16. November 2025 @ 08:13

    Ich finde, die politische Analyse mit der Mitte und den Rändern kommt aus der vermeintlichen Mitte selbst und geht am Kern des Phänomens vorbei. Die „Randparteien“ werden eine nach der anderen in die Mitte assimiliert, wenn es mal eng wird. Bei der AfD ist das schon im Gange.

    Das Problem ist eher, dass der demokratischen Politik die Gestaltungsmacht entzogen ist. Es spielt damit keine Rolle mehr, wer die Mehrheit hat und wer regiert. Die Regierung ist automatisch systemtreu, weil ihr die Mittel zum Kurswechsel fehlen.

    Wenn ich mich in eine solche Situation hineinversetze, wird „die Mitte“ zum einzigen politischen Hafen für mich, weil die Ränder für die Ambition der unmöglichen Veränderung stehen.

    Folglich wird die AfD binnen recht kurzer Zeit zur Mitte gehören.

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    • Eric Bonse
      16. November 2025 @ 10:10

      So ist es, sie kommt aus der “Mitte” in Brüssel. Ich versuche, ihr den Spiegel vorzuhalten.
      Die Gestaltungsmacht ist ein anderes Thema. Sie fehlt in der Tat – denn es hat sich eine europäische Oligarchie herausgebildet, die alles nach ihrem Gusto steuert…

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  2. Michael
    15. November 2025 @ 17:07

    Um die Mitte sollte man sich keine Sorgen machen schließlich hat sie sich gen links und rechts abgegrenzt bzw. „eingemauert“, quasi selbst eingekerkert! Da kann einem zwar die Luft ausgehen ist aber sicher. Links und Rechts genießen inzwischen die Freiheit außerhalb der Kerkermauern!

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    • Eric Bonse
      15. November 2025 @ 17:18

      Stimmt. In der Mitte war es zuletzt verdammt eng und stickig geworden.
      Dennoch halte ich es weiter für wichtig, der EU den Spiegel vorzuhalten. Da sie nach der Europawahl so stolz auf ihre “pro-europäische Mitte” war, muß die Krise auch ausführlich “gewürdigt” werden. Das habe ich hiermit getan 🙂
      Nun beginnt ein neuer politischer Zyklus – mit Minderheitsregierungen ohne stabile Mehrheiten. Mal schauen, ob das mehr Freiheiten bringt – ich bin da skeptisch…

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      • Michael
        15. November 2025 @ 19:38

        Der „Spiegel“ ist natürlich unerlässlich und „lostineu“ leistet ganze Arbeit. Und das wird stetig umso wichtiger je mehr die traditionellen Medien versagen.
        Apropos Minderheiten: in und um die Mitte stärken sie zwangsläufig die Ränder, Rechts und Links!

  3. european
    15. November 2025 @ 15:16

    Wir haben uns gerade hier so unsere Gedanken gemacht, warum die milliardenschwere “Förderung” immer noch aufrecht erhalten wird. Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass es sich hier um die perfekte Geldwaschanlage überhaupt handelt, denn niemand, wirklich niemand, verfolgt was am Ende damit geschieht.

    Damit können natürlich Waffen gekauft werden, es können aber auch Bonuszahlungen für die großzügigen Spender dabei herauskommen. Es wird ja nicht verfolgt. Jeder kleine Handwerker muss seine Quittungen vorzeigen, aber hier wird einfach nur jede Menge Geld in das Tor zur vierten Dimension (Das ist der Name für meine sockenfressende Waschmaschine) gesteckt und damit ist es weg. Für immer verschwunden. Aus den Augen, aus dem Sinn.

    Hape Kerkeling hat seinerzeit die Frage aller Fragen gestellt: Wo bleibt die Mark? Hier werden gar keine Fragen gestellt, keine Rechenschaft verlangt, keine Kaufbelege, keine Bilanz. Nichts.

    Die Frage ist also, wer sonst noch so von diesen gigantischen Zahlungen profitiert und sich die Taschen vollstopft. Währeddessen drischt man in Deutschland wieder auf die Rentner als Bürde der Menschheit ein und man hört die Frage nach der Sinnhaftigkeit von teuren Medikamenten für alte Menschen. Wobei ich bei letzterem noch nicht den vollen Text gelesen habe, also das was Streeck wirklich gesagt hat.

    In der EU fehlt das Geld, die Wirtschaft bricht allerortens ein, aber das Geld wird weiterhin verballert als gäbe es kein Morgen. Die Bild-Zeitung stellt die “unfassbare” Frage, ob Selenskyj in den Korruptionsskandal verwickelt sein könnte?

    Allein die Idee 😉 – schließlich hat es die Pandora Papers nie gegeben. Die Bielefeld – Verschwörung greift um sich 😀

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    • umbhaki
      15. November 2025 @ 22:06

      Was die Aussage von Hendrik Streek angeht bezüglich medizinischer Leistungen für alte Menschen möchte ich auf einen Beitrag von ihm selbst in der Rheinischen Post hinweisen. Da erklärt er in eigenen Worten, was er meint:
      https://rp-online.de/politik/deutschland/gastbeitrag-hendrik-streeck-es-geht-nicht-ums-sparen-sondern-ums-ersparen_aid-138984507

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      • european
        15. November 2025 @ 22:17

        Vielen Dank für den Link. Dem Artikel kann ich nur zustimmen, denn Streeck spricht sehr wichtige Punkte an. Ich hatte so etwas schon vermutet, wie ich in meinem Posting geschrieben habe. Mein Vater ist ueber 90 und hat das Krankenhaus schon mehrfach auf eigenes Risiko verlassen mit der Begründung, dass er dort immer kranker wird und nur zu Hause gesund werden kann. Letztlich hat es immer gestimmt.

        Der Umgangston wird rauher, die Gesellschaft gegeneinander ausgespielt, die Unsicherheit wächst. So kann es nicht weitergehen.

      • KK
        16. November 2025 @ 01:31

        Ich kenn Streecks Stellungnahme aus dem DLF, und da hat er uns weismachen wollen, dass er damit gemeint habe, dass er damit nur auf die Problematik der unnötigen Leidensverlängerung alter Patienten am Lebenende habe hinweisen wollen.

        ABER: warum hat er dann ausdrücklich nur die Versorgung mit „teuren“ Medikamenten in Frage gestellt?

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