Die Europäer zahlen für Drohnen, die den Krieg ins Baltikum tragen

Angriff ist die beste Verteidigung: Nach diesem Motto trägt die Ukraine den Krieg ins Baltikum und an die Ostsee. Dabei nutzt sie Drohnen, die mehr denn je von den Europäern bezahlt werden.

Erst stürzten ukrainische Drohnen im Baltikum ab, wo sie eine Krise auslösten, dann trafen sie “Ziele” in St Petersburg: Seit mehreren Tagen trägt die Ukraine den Krieg weit nach Norden, bis in die Ostsee. Sogar Finnland ist betroffen; das Nato-Land wurde sogar vorgewarnt.

Doch weder die Finnen noch die Balten haben die Ukraine aufgefordert, ihre gefährlichen Angriffe einzustellen. Im Gegenteil: Sie wollen sich jetzt von Kiew in Sachen “Drohnenabwehr” beraten lassen, was nicht einer gewissen Ironie entbehrt: Der Angreifer wird zum “Berater”.

Die Sache ist aber noch verrückter. Wie das “Kiel Institute” mitteilt, verlagert sich die Militärhilfe der Europäer zunehmend auf Drohnen. “Besonders auffällig war im März und April 2026 der starke Anstieg der Mittelzuweisungen für Drohnen”, so die Kieler Experten.

Das Vereinigte Königreich stellte mindestens 120.000 Drohnen bereit – die größte Drohnenzuweisung, die jemals im Rahmen einer einzelnen Zuweisung angekündigt Deutshlwurde. Deutschland und Norwegen stellten jeweils 500 Millionen Euro für die Anschaffung von Drohnen bereit, während die Niederlande 250 Millionen Euro zuwiesen.

Bis zu 1500 km Reichweite

Das heißt nichts anderes, als die Europäer für Drohnen zahlen, die den Krieg ausweiten, auch im Baltikum. Zwar ist unklar, ob bereits Langstreckendrohnen mit bis zu 1500 km Reichweite finanziert werden – bekannt ist aber, daß Deutschland genau dies plant!

Dieselben Europäer warnen Russland davor, den Krieg ins Baltikum zu tragen. So schreibt die britische FT: “Russia could use drone edge to threaten Baltics, warns Latvian general”. Angeblich sind es also russische Drohnen, die das Baltikum gefährden. Verkehrte Welt!

Dennoch hat die Sache ein Gutes, jedenfalls für die Rüstungsindustrie. „Europäische Geldgeber investieren gegenwärtig in großem Umfang in die Finanzierung und Produktion von Drohnen“, sagt der Kieler Militärforscher Trebesch.

“Gegenseitiger Austausch”

„Infolgedessen entwickelt sich die Unterstützung für die Ukraine zunehmend zu einem gegenseitigen Austausch: Finanzielle Hilfe fließt in die Ukraine, während technologische Spillover-Effekte nach Europa zurückfließen.“

Spillover – das ist Musik in den Ohren von Rheinmetall & Co. Vor allem, wenn Berlin und London zahlen…

Siehe auch “Die Ukraine schützt Europa”: Wenn Krieg zur Chance verklärt wird. Mehr Drohnen hier

P.S. Bemerkenswert ist auch, daß die Zuweisungen für finanzielle und humanitäre Hilfen eingebrochen sind, wie das Kiel Institute schreibt. Die Europäer haben von “Verteidigung” auf “Angriff” umgeschaltet – tun aber immer noch so, als leisteten sie “Hilfe zur Selbstverteidigung”…

PPS: Wieder ist eine Seedrohne aufgetaucht, diesmal im rumänischen Hafen Constanța. Einen ähnlichen Vorfall gab es bereits in Griechenland, dort handelte es sich um eine “scharfe” ukrainische Drohne. Obwohl noch keine Erkenntnisse über die Herkunft vorlagen, hat die EU-Kommission Russland beschuldigt, für den Vorfall in Constanța verantwortlich zu sein. Die griechische Regierung hatte sich in Kiew beschwert – doch dazu sagt Brüssel nichts…