Die dunkle Seite der Ukraine – wovon SPD & Genossen lieber nicht reden
An diesem Wochenende fand der erste “progressive” Gipfel in Kiew statt. Die europäischen Sozialdemokraten haben ihre “unerschütterliche” Unterstützung für die Ukraine bekräftigt – dabei ist längst nicht alles progressiv, was dort passiert. Im Gegenteil.
“Wir reisen nach Kiew, weil wir an die Ukraine und an ihre europäische Zukunft innerhalb der Europäischen Union glauben. Indem die Ukrainer ihre Freiheit und Demokratie verteidigen, schützen sie auch die unsere. Wir werden uns weiterhin für eine wirksamere Unterstützung der Ukraine einsetzen, die sich und Europa mutig gegen den russischen Angriffskrieg verteidigt – bis ein gerechter und dauerhafter Frieden erreicht ist. Koste es, was es wolle. – Kathleen Van Brempt, stellvertretende Vorsitzende der S&D Fraktion
Koste es, was es wolle? Ein merkwürdiges Verständnis von Krieg und Frieden. Die vollständige Zerstörung der Ukraine kann wohl kaum im Interesse der Sozialdemokraten oder anderer “Progressiver” sein.
Progressiv ist auch nicht, was Präsident Selenskyj mit “seinem” Land macht. Das müssten auch die Genossen wissen – wenn sie die Nachrichten der letzten Tage verfolgt hätten. Hier drei aktuelle Meldungen:
- Selenskyj droht Ungarn und allen anderen EU-Ländern mit Sabotage, falls sie es wagen, weiter Öl aus Russland zu beziehen.
- Die Regierung beschränkt zunehmend die lokale Selbstverwaltung. In 200 Kommunen wurde schon eine Militärverwaltung eingesetzt, das prominenteste Beispiel ist Odessa
- Wenn man Punkte vergibt für die Tötung von Menschen – entmenschlicht das nicht den Krieg? Nebensache, meint der ukrainische Vizepräsident Fedorow.
Diplomatie? Kein Thema!
Wer etwas tiefer gräbt, wird auf Berichte von Zwangsrekrutierungen, eine neue Fluchtwelle aus der Ukraine und die Krise der Präsidenten-Partei “Diener des Volkes” und des Parlaments stoßen.
Zur dunklen Seite der Ukraine gehören auch die steigenden Opferzahlen – die seit je geheim gehalten werden – und die Versuche, den Krieg nach EUropa zu tragen. Selenskyj kennt da offenbar keine Grenzen.
Auf der anderen Seite höre ich neuerdings wieder vermehrt Gerüchte über Friedensverhandlungen. Daß die “Progressiven” darüber kein Wort verlieren, ist bitter. Sie haben wohl ihre eigene Geschichte vergessen…
Mehr zur Ukraine hier
P.S. Sogar “Politico” hatte neulich einen ungewöhnlich kritischen Bericht über “The dark side of Zelenskyy’s rule”. Kurz danach legte die EU-Kommission ihren Fortschrittsbericht vor – er war fast durchweg positiv…

Monika
11. November 2025 @ 10:56
…koste es was es wolle…
so eine vollmundige Ansage kann nur jemand machen, der eine wohlgefüllte Börse besitzt. Die Europäische Börse besteht seit längerem schon vorwiegend aus Löchern, genau wie die nationalen Börsen der Mitgliedstaaten.
Außerdem hat sich unser “Pater noster” Trump ganz nach kommunistischem Klischee-Grundsatz “Deine Börse ist auch meine Börse” direkten Zugang zu ihr verschafft und schon recht kräftig Mittel gebunden und Löcher vergrößert. Selbst die ungarischen Freunde müssen künftig amerikanisches LNG zwischenhandeln und amerikanische Alttechnologien im Kernkraftwerk”business” in großem Stil “abnehmen”, obgleich sie keinen Bedarf daran haben, wenn sie sich eine Ausnahme von der räuberischen Erpressung des Paten noster erbitteln.
Wir sollten also dem medialen Dünnschiss der aus Gschmarri des linken Flügels des Europaparlaments destilliert wird genausowenig ernst nehmen wie das des Rechtsgeflügels um Weber, denn der EU als Ganzes steht der Dreck schon Oberkante Unterlippe… Dem aufgeblasenen Konstrukt wird sehr schnell die Luft ausgehen, ich hoffe nur noch, dass es nicht mit einem großen Knall passieren wird.
Der einzige General der was taugt, ist der General Streik. Der sollte die europäische Bürgerschaft künftig anführen.
jjkoeln
10. November 2025 @ 15:30
Die Ukraine wird sehr lange nicht in die EU kommen.
Sonst brennen Paris, Warschau und andere Städte.
ALLE anderen EU Länder werden mit einem Beitritt der Ukraine zu Nettozahlern.
Da werden die frugalen 5 (u.a. NL, AT, SE) schon was dagegen haben.
Der allergrößte Teil der Agrarsubventionen wird an die Großgrundbesitzer in der Ukraine gehen. Also an Finanzinvestoren. Die Bauern in Frankreich, Deutschland, Polen, etc. werden geschoren werden müssen. Und auf dem Markt sind sie auch nicht mehr wettbewerbsfähig.
Welcher Französische Präsident, Deutsche Bundeskanzler, Polnischer Ministerpräsident kann da zustimmen, ohne politischen Selbstmord zu begehen?
Man kann dann zwar die halbe EU-Bevölkerung als rechts framen, aber den Stress eines Ukraine-Beitritts dürfte eine EU nicht überleben. Die wohlfeilen Sonntagsreden lösen sich angesichts der materiellen Herausforderungen und der sicher aufkommenden Proteste schnell auf.
Martin
10. November 2025 @ 20:20
Die Verharmlosung des genozidalen Bandera-Faschismus läuft selbst unter Selenskyj weiter. Wer von den Genossen*innen, die aus scheinbarer Solidarität – in deren Namen tausende Ukrainer sinnlos sterben müssen, hunderte Städte und Dörfer zerstört werden – die Grußformel der Bandera-Faschisten „Slawa Ukrainij“verwenden, kennt die Geschichte und Bedeutung dieser Grußformel, zu der ursprünglich die rechte Hand zum Hitlergruß erhoben wurde?
https://lostineu.eu/die-dunkle-seite-der-ukraine-wovon-spd-co-lieber-nicht-reden/#google_vignette
Und als Selenskyjs Fraktionsführer im Österreichischen Nationalrat am Anfang der Übertragung der Selenskyj-Rede die Hand kurz zum Hitlergruß erhob, am Fahnenmast des Nationalrats die rot-schwarze Blut-und-Boden-Fahne der OUN-B wehte, da ist auch niemanden etwas aufgefallen?
tkp.at/2023/02/28/hitlergruss-im-oesterreichischen-parlament/
Karl
10. November 2025 @ 12:20
Zwei Erwiderungen auf die westliche Sozialdemokratie:
1) „Wenn westliche Linke meinen, mit der Ukraine »die liberale Demokratie« verteidigen zu müssen, antworten [Anarchisten aus der Ukraine]: »Wir haben hier nichts zu verteidigen, außer die Macht der Obrigkeit und das Eigentum der Unternehmer.« Genauso sieht es die Gruppe Taniev, Arbeiterfront der Ukraine, die kategorisch festhält, dass in diesem Krieg keine nationalen Interessen verteidigt werden, sondern die Interessen des nationalen Kapitals: »Man verteidigt dann nicht die Menschen, die in der Ukraine leben, sondern das Kapital. Wer Waffenlieferungen befürwortet, macht sich mitschuldig an den Toten auf beiden Seiten.«“
Aus einer Buchbesprechung: https://diebuchmacherei.de/de_de/2025/01/13/junge-welt-16-10-2024/
2) Offener Brief von ukrainischen Linken an die internationale Sozialdemokratie / von Maxim Goldarb — https://www.nachdenkseiten.de/?p=124438
Martin
10. November 2025 @ 20:25
Ojegerle, der falsch Link. Hier der richtige
https://www.friedenspolitik.at/ukraine-krieg/wissenschafter-zu-bedeutung-und-verwendung-der-grussformel-slava-ukrainij.html
Und der zweite vollständig:
https://tkp.at/2023/02/28/hitlergruss-im-oesterreichischen-parlament/
Der „Antiimperialist“ Moss Robeson betreibt ein paar Blogs, wo er vieles zum Treiben der Rechtsextremen in der Ukraine zusammensammelt. Zwar etwas sehr polemisch und einseitig (vor allem letzterer), aber genau das was verschwiegen wird, gehört auch an die Öffentlichkeit, damit jeder sich selbst seine Meinung bilden kann.
https://azovlobby.substack.com/
https://banderalobby.substack.com/
https://eventsinukraine.substack.com/
Erneuerung
10. November 2025 @ 11:14
Was soll man dazu noch schreiben? In der Ukraine haben bekennende Rassisten und Faschisten das Sagen, und die europäischen „Sozialdemokraten“ unterstützen diese massiv. Irgendwie muss es wohl Parallelen geben zwischen dem „S“ in NSDAP und dem „S“ bei den „Sozialdemokraten“. Reiche Ukrainer kaufen sich vom Krieg frei, todesmutige und verzweifelte arme Lanzer versuchen, zu flüchten. Und unsere „Sozialen“ unterstützen die hitlernahen Banderas, die arme Schlucker zwangsweise und ohne Ausbildung an die Front oder in KZ-ähnliche Kasernen verfrachten. Wie kann ich das wieder gut machen, dass ich zahrzehntelang SPD gewählt habe?
Karl
10. November 2025 @ 11:11
Offener Brief von ukrainischen Linken an die internationale Sozialdemokratie: — https://www.nachdenkseiten.de/?p=124438
Der Autor Maxim Goldarb war Parteivorsitzender einer kleinen linken Partei und musste schon vor Jahren aus der Ukraine fliehen: — https://www.nachdenkseiten.de/?gastautor=maxim-goldarb
ebo
10. November 2025 @ 12:17
Danke, passt gut zum Thema 😉
Josef Berchtold
10. November 2025 @ 09:38
Hoffentlich kostet es Putin die Föderation. Wäre super und China könnte sich etwas von Sibirien holen. Die russische Föderation sollte zerfallen, Moskau die Macht verlieren.
Georg
10. November 2025 @ 10:30
@ Josef Berchtold: oh je,oh je !
Karl
10. November 2025 @ 11:19
Kleinstaaterei und 30jähriger Krieg – die Realität von welchem Land war das?
– Und die Ursache: Weil die deutschen Vassallen (wie ein gewisser Josef Berchtold der Ältere, 1600-1647) sich in ihrer Kleingeistigkeit nicht wehren konnten und beschlossen, lieber Landsknechte zu werden, um auf eigene Rechnung ihre Nachbarn im Osten zu plündern.
KK
10. November 2025 @ 16:01
Hat Kleopatra einen neuen Nick?
Mezzo Mate
10. November 2025 @ 20:02
Da eröffnen sich weltanschauliche Abgründe. Was hätten Sie denn gerne anstelle Russlands, nicht etwa wieder….oder?
Jothade
11. November 2025 @ 00:05
Aaahhh: ein Verfechter der “Kuchenteilung”!
Herr Berchtold, ich hoffe nicht, dass Ihre Aufteilungsphantasien in Erfüllung gehen.
Fakt ist, dass es zwingend erfordelich ist, diesen Krieg unverzüglich und ORDENTLICH zu beenden! Sowie ich vor Kurzem erfahren habe, liegt ja auch das seit 1990 “zusammengetretene” Deutschland noch mit einigen Ländern im Kriegs-Clinch.
Für die Be- und Einwohner dieses unter russophoben, nazistischen UND nationalistischen Bandera-Nachfolgern beherrschten Land wird es höchste Zeit, das Leben ihrer Kinder nicht mehr in diesem gottlosen Krieg zu verlieren
Stef
11. November 2025 @ 10:21
Toller Plan! Und die russischen Atomwaffen gehören an alle Welt verteilt. Wie sicher die Welt dann wäre…
KK
9. November 2025 @ 18:52
„Koste es, was es wolle? … Die vollständige Zerstörung der Ukraine…“
Es könnte auch die vollständige Zerstörung (mindestens Mittel-)EUropas kosten. Aber das muss uns dieser failed-state Ukraine und unsere „Freiheit“ (wie „frei“ können Aber-Millionen Leichen eigentlich sein?) einfach wert sein.
Widerlich, diese Menschenverachtung! Da muss man sich ja schämen, jemals im Leben Sozialdemokratie gewählt zu haben!
Mezzo Mate
9. November 2025 @ 17:59
Die zitierten Aussagen lassen einige Gedanken zutage. Erstens aber: es ist ein modernes Glaubensbekenntnis. Die Ignoranz ist erschreckend.
hg
10. November 2025 @ 08:53
“Bis alles in Scherben liegt.” Hatten wir schon mal, der Ausgang ist bekannt!
Der Skeptiker
9. November 2025 @ 17:51
Koste es was es wolle? Hoffentlich kostet es die politischen Karrieren aller, die so etwas versprechen. Wir können und wollen deren Versprechen nicht halten, kaum jemand ist bereit den Preis zu zahlen. Es ist zu spät, es muss ein Ende haben.
Niko
10. November 2025 @ 10:42
Koste es was es wolle, sagt ja an sich schon die ganze Gesinnung aus. Egal wie viel Land zerstört wird, egal wie viel Menschen verstümmelt werden oder gar getötet, egal wie verarmt die Ukrainer nach diesem Krieg sein werden.
Ich kann es nicht mehr verstehen, dass ich in dieser verlogenen Partei einige Zeit Mitglied war. Die Umfragen deuten darauf hin, immer mehr Bürger haben verstanden, dass diese Partei den totalen Verrat an Willi Brands Friedfertigkeit längst begangen hat und hoffentlich in der Versenkung verschwindet.
KK
10. November 2025 @ 19:45
„Die Umfragen deuten darauf hin, immer mehr Bürger haben verstanden, dass diese Partei den totalen Verrat an Willi Brands Friedfertigkeit längst begangen hat und hoffentlich in der Versenkung verschwindet.“
Nicht nur das – die SPD hat ja auch wiederholt und mit zunehmender Vehemenz den totalen Verrat an den Interessen ihrer Kernwählerschaft begangen und wird allein deswegen in der Versenkung verschwinden. Das mit dem Verrat an Willy Brandts Friedenspolitik ist da nur das Tüpfelchen auf dem i (von den verratenen einstigen Idealen wie zB soziale Gerechtigkeit).
Ich hatte mal gedacht, der absolute Tiefpunkt der SPD sei mit Münteferings „wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen“ erreicht – von wegen, die können immer noch einen an Menschenverachtung draufsetzen, die „Genossen“!
Arthur Dent
10. November 2025 @ 11:42
Beschwörungsformeln, magisches Denken, Aushöhlen der Gewaltenteilung, ständiger Versuch anlassloser Massenüberwachung, geschichtsklitternde Reden – „unsere totalitäre Freiheit und Demokratie“ gib uns heute! Man spricht von Markt und meint Macht, man spricht von (wirtschaftlicher) Freiheit und meint Profit, man fordert Bürokratieabbau und meint, dass sozialdarwinistische „Recht des Stärkeren“ solle wieder gelten.
Die Versprechen der Demokratie – gleiche politische Teilhabe aller, Angleichung sozialer Lebensverhältnisse – wurde in den vergangenen 25 Jahren vor allem von den (A)Sozialdemokraten auf dem Altar der Regierungsfähigkeit geopfert.