Dänemark wird neuer “Hotspot” im Kampf gegen Russland

Dänemark ist beim EU-Vorsitz bisher ein Totalausfall. Umso mehr profiliert sich das kleine nordische Land als neuer “Hotspot” im Kampf gegen Russland.

Eigentlich sollte Dänemark die EU durch das zweite Halbjahr führen. Doch beim Handelsdeal mit US-Präsident Trump war die Regierung in Kopenhagen ebenso abwesend wie im Streit um die Ukraine-Politik.

Auch im harten Ringen um Grönland, das Trump am liebsten annektieren würde, verhält sich Dänemark auffällig ruhig. Die Gefahr aus den USA wird heruntergespielt.

Statt ihre Hausaufgaben zu machen und Dänemark gegen den amerikanischen Imperialismus zu verteidigen, profiliert sich Regierungschefin Frederiksen lieber im Kampf gegen Russland.

Droht eine Eskalation in der Ostsee?

Erst nahm sie die russische “Schattenflotte” ins Visier; gemeinsam mit Deutschland und der Nato bereitet sie sich auf eine mögliche Eskalation in der Ostsee vor.

Dann kündigte sie den Kauf von Flugabwehrsystemen im Wert von umgerechnet knapp 7,8 Mrd. Euro an. Die Summe entspricht fast einem gesamten jährlichen Rüstungshaushalt.

Für Aufsehen sorgte, dass Dänemark europäische Systeme dem amerikanischen Patriots vorzieht. Im Gespräch ist der Kauf eines SAMP/T-Systems aus französisch-italienischer Herstellung.

Langstreckenwaffen gegen Russland

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Zuletzt kam auch noch die Ankündigung, erstmals Langstrecken-Präzisionswaffen zu kaufen. Die Beschaffung sei ein “Paradigmenwechsel in der dänischen Verteidigungspolitik”, sagte Frederiksen.

Der Kauf richtet sich offensichtlich gegen Russland. Moskau reagierte prompt: Der russische Botschafter bezeichnete die dänischen Pläne als “schieren Wahnsinn”.

Russland müsse “davon ausgehen, dass Dänemark nicht nur die Möglichkeit einer direkten militärischen Konfrontation mit Russland in Betracht zieht, sondern sich auch auf ein solches Szenario vorbereitet”.

Ablenkung vom Ringen um Grönland?

Die große Frage ist: warum? Geht es um die ukrainische Waffenfabrik, die in Dänemark errichtet werden soll? Oder um die verschärften Kontrollen der russischen Schattenflotte?

Wenn überhaupt, dann droht doch vor allem ein Konflikt mit den USA um Grönland. Doch mit Trump will sich Frederiksen wohl nicht anlegen – stattdessen konzentriert sie sich auf Putin.

Für mich wirkt es wie ein Ablenkungsmanöver…