COP25: Führt die EU wirklich beim Klima?

Bei der Weltklimakonferenz COP25 in Madrid will die EU ihren Führungsanspruch bekräftigen. Dabei sind nicht alle EU-Länder vorbildlich, Deutschland fällt zurück.

Laut “Germanwatch” steht Deutschland nur auf Platz 27 der 60 untersuchten Länder. Wegen der umgebremsten Emissionen bei Verkehr und Landwirtschaft könnte das größte EU-Land weiter zurückfallen.

Zu den Klimasündern gehört auch Polen, das unbeirrt an Kohlekraftwerken festhält. Warschau hat sich auch gegen das neue EU-Ziel ausgesprochen, die Wirtschaft bis 2050 “klimaneutral” zu machen.

Selbst Frankreich, das sich gern als Avantgarde beim Klimaschutz präsentiert, hinkt den eigenen Zielen hinterher. Zudem gerät Paris wegen der Atomkraft zunehmend in die Schusslinie.

Insgesamt wird die EU also kaum dem eigenen Anspruch gerecht, beim Klimaschutz zu führen. Ganz weit vorn liegen die Europäer nur in der Selbstdarstellung – und bei der Formulierung hehrer Ziele.

Bisher fehlen aber die Mittel und Instrumente, um diese Ziele zu erreichen. Das EU-Budget ist zu knapp, der Emissionshandel funktioniert nicht richtig, über Klimasteuern will man nicht reden.

Zudem sucht man vergebens nach einem EU-Programm, dass Europa vor den Folgen der Klimakrise schützt. Dabei mehren sich Waldbrände, verheerende Unwetter und Hochwasser, wie zuletzt in Venedig.

Ein solches Programm wäre jedoch umso wichtiger, je mehr sich die Erderwärmung der kritischen Schwelle von 2,0 Grad Celsius nähert. Viel deutet darauf hinaus, dass bald erste “Kipppunkte” erreicht werden.

Mich erinnert das Ganze an das Jahr 2000. Damals kündigten die EU-Chefs vollmundig an, Europa zur “wettbewerbsfähigsten Region der Welt” zum machen. Das Ziel wurde nie erreicht…

Siehe auch “Klimakrise: Ist es schon zu spät?”

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