Aufgelesen: Wie EU-Sanktionen die Krise im Iran anheizen
Die brutale Repression im Iran lässt auch Brüssel nicht kalt. Die Forderung nach härteren EU-Sanktionen wird immer lauter. Allerdings haben die Strafmaßnahmen die Krise verschärft und die Revolutionsgarden gestärkt, schreibt das “Surplus-Magazin”.
Auszug aus einem Artikel von David Jalilvand
Ab 2010 verhängte die Europäische Union im Streit über das iranische Atomprogramm harte Wirtschaftssanktionen, die sich insbesondere gegen den Finanz- und Ölsektor richteten. Parallel dazu weiteten die USA ihre sogenannten Sekundärsanktionen aus, die nicht nur den bereits ohnehin stark sanktionierten Handel zwischen Iran und den USA unterbanden, sondern sich auch gegen die Wirtschaftsbeziehungen Irans mit Drittstaaten richteten.
Der Abschluss des Atomabkommens im Jahr 2015, dem Ende 2013 ein Zwischenabkommen vorausgegangen war, verschaffte der iranischen Wirtschaft lediglich eine kurze Verschnaufpause. Zwar erholten sich der Außenhandel und die Ölexporte zunächst spürbar, doch hing das Damoklesschwert neuer Sanktionen weiterhin über dem Land. Dieses fiel schließlich 2018, als der damalige und heutige US-Präsident Donald Trump die USA aus dem Atomabkommen zurückzog, nicht nur frühere Sanktionen reaktivierte, sondern auch zahlreiche neue verhängte, die nahezu alle Bereiche der iranischen Wirtschaft ins Visier nahmen.
Im Zuge der Sanktionen wurde auch die wirtschaftliche Stellung der Revolutionsgarden weiter gestärkt. Sie übernahmen Projekte, die internationale Unternehmen aufgegeben hatten, und profitierten davon, dass diese dem iranischen Markt dauerhaft fernblieben. Die verbliebenen privaten iranischen Unternehmen ebenso wie klassische Staatsbetriebe wurden durch die Garden zunehmend an den Rand gedrängt. Zugleich profitierten Regime-Insider von der hochlukrativen Organisation klandestiner Ölverkäufe sowie von der Kontrolle über Häfen und Schmuggelrouten. In der Folge bildeten sich innerhalb des Regimes mächtige Kreise heraus, die wirtschaftlich wie politisch von den Sanktionen und der Konfrontation mit dem Westen profitierten und fortan eine Barriere für grundlegende Reformen darstellten.
Bemühungen des Regimes, unter dem Banner der »Widerstandswirtschaft« die Folgen der Sanktionen abzufedern, etwa durch eine Verlängerung der Wertschöpfungsketten im Inland oder die Neuausrichtung von Exporten auf Staaten in Irans Nachbarschaft, ermöglichten zwar punktuell neue Handelsbeziehungen, vermochten jedoch die grundlegenden Probleme nicht zu lösen. Zu diesen zählen neben Korruption, Klientelismus und Missmanagement auch unzulängliche rechtliche Rahmenbedingungen mit Blick auf internationale Standards, mangelnde Rechtssicherheit, eine effektive Sozialpolitik sowie fehlende Liquidität und Investitionen.
Der Originalartikel steht hier (Surplus Magazin). Siehe auch Wadephul freut sich über Aufstand im Iran: “EU-Sanktionen wirken”

17. Januar 2026 @ 16:01
Wir hören täglich, dass wir nicht im Krieg aber auch nicht im Frieden sind. Deshalb: Rüstung, vorbereiten, Sanktionen … Was ist mit unserer Haltung ggü. dem Iran? Nicht Frieden, nicht Krieg? Wir führen Krieg gegen den Iran, bisher noch ohne Schießkrieg!
17. Januar 2026 @ 14:33
@Ulla
Sorry, die Antwort galt natürlich Ulla:
Da haben Sie vollkommen recht!
Und natürlich ist Jedermann der mit der Kolonie Israel zusammenarbeitet a priori ein Mitwisser und Mittäter! Die Pahlevis gaben sich immer westlich säkular waren aber Shia Anhänger, die Palästinenser z. B. Überwiegend Sunnis.
17. Januar 2026 @ 10:24
Da haben Sie vollkommen recht!
Und natürlich ist Jedermann der mit der Kolonie Israel zusammenarbeitet a priori ein Mitwisser und Mittäter! Die Pahlevis gaben sich immer westlich säkular waren aber Shia Anhänger, die Palästinenser z. B. Überwiegend Sunnis!
16. Januar 2026 @ 22:43
“Parallel dazu weiteten die USA ihre sogenannten Sekundärsanktionen aus”
M.W. sind Sekundärsanktionen per se völkerrechtswidrig… ach, ganz vergessen: Das Völkerrecht gilt für die USA (und Israel) ja gar nicht!
16. Januar 2026 @ 17:21
Nicht zu vergessen dass alles Übel im Iran (vormals Persien) seinen Anfang nahm als die USA und UK 1953 den demokratische gewählten Mohammed Mossadegh stürzten weil er das Öl für die Entwicklung des Landes wollte statt es Exxon und BP zu überlassen!
Und jetzt!? Man will prompt Reza Pahlewi jr. auf den Thron hieven als ob sein Vater seinerzeit nicht Verbrecher genug war!
17. Januar 2026 @ 10:04
der Vater Reza hatte beste Beziehungen zu Israel, die möchte man wiederbeleben.
Die militärische Kontrolle über Iran
zu gelangen fällt ins Reich der Fantasie, also versuchen die USA es mit wirtschaftlicher Erdrosselung,
wie das ausgeht steht noch in den Sternen, da Iran BRICS-Mitglied ist.
Aeusserst interessant ist auch was z. Zt. zwischen Pakistan und Saudi-Arabien abläuft, die Beziehungen zwischen Iran und Pakistan sind auch intensiver geworden.
Im Nahen Osten ist vieles im Fluss, man kann nur hoffen, dass Trump sich da zurückhält und sich auf seinem Golfplatz austobt.