Aufgelesen: Die bittere Realität in der Ukraine – und der Zynismus der EU
Die Ukraine kann zwei weitere Jahre gegen Russland kämpfen. Möglich macht’s der Milliardenkredit, der beim EU-Gipfel in Zypern gefeiert wurde. Doch für viele Ukrainer ist das keine gute Nachricht – meint eine Insiderin, die einst Präsident Selenskyj beriet.
Von Julia Mendel (via X)*
Was Sie jeden Tag im europäischen Fernsehen sehen, ist eine sorgfältig zusammengestellte Geschichte: Die Ukraine „gewinnt“, der Westen ist „geeint“ und alles ist unter Kontrolle. Ich wünschte, das wäre wahr.
Die Realität in meinem Land sieht ganz anders aus. Ganze Städte und Ortschaften sind in Schutt und Asche gelegt worden.
Hunderttausende junge ukrainische Männer wurden getötet oder verstümmelt. Familien sind erschöpft, die Wirtschaft liegt in Trümmern, und der nächste Winter könnte erneut mit Stromausfällen und leeren Regalen einhergehen.
Die Menschen sind keine „widerstandsfähigen Helden“ aus einem Hollywood-Drehbuch – sie sind einfach verzweifelt. Viele glauben nicht mehr daran, dass der Krieg zu den Bedingungen enden wird, die uns vor zwei Jahren versprochen wurden. Und doch, wenn man Brüssel zuhört oder die großen europäischen Zeitungen liest, hört man nur Beifall für den Status quo.
Mehr Sanktionen.
Mehr Waffen.
Mehr „strategische Geduld“.
Sie nennen es Solidarität. Man muss sich fragen – bei allem Respekt – ist das wirklich Solidarität oder ist es etwas Zynischeres? Europäische Staats- und Regierungschefs sprechen von der „Verteidigung der Demokratie“, während sie hinter verschlossenen Türen stillschweigend zugeben, dass sie keinen Plan für einen Sieg haben und nicht wirklich die Absicht, den vollen Preis selbst zu zahlen.
Ihre Medien zeigen endlose Bilder des Leidens der Ukrainer, stellen aber fast nie die unbequeme Frage: Wie viele Menschenleben müssen noch verloren gehen, bevor jemand in der EU zugibt, dass die derzeitige Strategie nicht funktioniert?
Das ist nicht nur heuchlerisch. Es ist gefährlich.
Indem wir den Konflikt in diesem halb unterstützten, halb aufgegebenen Zustand gefrieren lassen, zerstören wir nicht nur die Ukraine – wir zehren auch an den europäischen Volkswirtschaften, treiben die weltweiten Lebensmittel- und Energiepreise in die Höhe und erhöhen stetig das Risiko, dass eine einzige Fehleinschätzung einen regionalen Krieg in etwas weitaus Größeres verwandelt.
Der Status quo ist nicht neutral. Er ist eine Katastrophe in Zeitlupe, getarnt als moralische Tugend. Ich fordere keine Kapitulation. Ich fordere Ehrlichkeit.
Die Europäer verdienen es, den wahren Preis zu kennen, der gezahlt wird.
Die Ukrainer verdienen Führungskräfte, die ihnen die Wahrheit sagen, statt mit Slogans von gestern zu kommen. Und die Welt verdient eine Debatte, die nicht länger durch politische Korrektheit gefiltert wird.
* Frühere Sprecherin des ukrainischen Präsidenten Selenskyj. Seit Ende 2024 setzt sich Julia Mendel für einen Waffenstillstand und für Friedensverhandlungen ein.

27. April 2026 @ 22:08
@KK
Eierstöcke bitte, Zeit zum korrekten Gendern muß schon sein…
26. April 2026 @ 22:20
@Der Skeptiker
Teile der Deutschen, ja. Aber es gibt auch große andere Teile die kaum repräsentiert sind in der Politik, die weder die Mär vom guten Westen glauben, noch die vermeintliche Alternative vom guten Osten.
@KK
Gegenüber Griechenland hat man jeden Euro umgedreht und an fragwürdige (neoliberale) Bedingungen geknüpft, bei anderen Ländern auch.
Wie wärs wenn man die Ukrainehilfe bindet an die Bekämpfung der dortigen Oligarchie und Korruption, und wenn man auch die starke örtliche Anti-Korruptionsbewegung unterstützt?
27. April 2026 @ 00:00
Offiziell sind die Ukraine-Hilfen ja an die Bekämpfung der Korruptiion geknüpft, aber es wird nicht überprüft und offen gesagt scheint es Brüssel auch einen Sch*** zu interessieren.
Der Drittstaat Ukraine wird besser behandelt als jedes EU-Mitglied; es wirkt fast so, als hätten die Profiteure alle Verantwortlichen der EU mit irgendwas an den Eiern – auch die weiblichen!
25. April 2026 @ 23:23
Vielleicht sollten die Ukrainer ihre Waffen nicht mehr gegen ihre slawischen Brüder, sondern gegen ihre wirklichen Feinde gebrauchen.
25. April 2026 @ 21:06
Putin lehnt nach wie vor einen Waffenstillstand ab. Und außerdem lügt er wie gedruckt. Sollen sich die Ukrainer aufgeben? Die zerstörten Dörfer und Städte gehen auf den Terror Putins zurück. Schon was von den Gleitbomben gehört? Hoffentlich schädigt die Ukraine die russische Öl- u. Gastwirtschaft ausreichend, dass es den Russen zu viel wird, die Zerstörung ihrer Einnahmequellen. Anscheinend ist es noch nicht genug der Schäden auf den Raffinerien. Der Sadist braucht mehr, wie es scheint.
25. April 2026 @ 21:19
Warum sind Sie noch nicht an der Front, anstatt hier Ihren Gratismut auszuplaudern?
28. April 2026 @ 23:53
Mensch, Josef, was schreibst Du für ’nen tealitätsfernen Quatsch. Das ist ja pures Bild-Zeitungs-Niveau.
25. April 2026 @ 12:34
Ukraine lässt halb verhungerte Soldaten an der Front kämpfen (24. April 2026) – Auszug: „Gerade wurde die Situation der Soldaten der 14. Brigade des 2. Mechanisierten Bataillons bekannt, die in der Region Charkiw stationiert sind. Seit acht Monaten herrscht Mangel an Nahrungsmitteln und Trinkwasser. Fotos von abgemagerten, halb verhungerten Soldaten wurden von Ivanna Poberezhnyuk, der Tochter eines ehemaligen Mitglieds der Brigade, mit den Worten veröffentlicht: ‚Die Männer sind ohne Essen und Trinken in Stellung! Das Kommando reagiert nicht. Die Kämpfer verlieren vor Hunger das Bewusstsein und trinken Regenwasser. Es gibt auch Kommunikationsprobleme. Bitte teilt diese Fotos.‘ Die Soldaten verbreiteten auch selbst einen Appell …“ – Weiterlesen: https://overton-magazin.de/hintergrund/politik/ukraine-laesst-halb-verhungerte-soldaten-an-der-front-kaempfen/
25. April 2026 @ 09:18
Der Krieg in der UA ist das Ergebnis der geopolitischen US Interessen gewesen, nicht wahr Frau Nulland denn, Angreifer ist, wer seinen Gegner zu den Waffen zwingt?! Das walten Verheugen, von Dhonany, Krohne- Schmalz, F. Pleitgen RIP – uvam!
25. April 2026 @ 01:08
“Man muss sich fragen – bei allem Respekt – ist das wirklich Solidarität oder ist es etwas Zynischeres?”
Natürlich ist das Solidarität – mit Selenskyj und seiner Kamarilla, die der Krieg immer reicher und reicher macht. Für alle anderen Ukrainer – und nebenbei bemerkt auch ca. 500 Millionen EUropäer, deren Lebensstandard darunter nachhaltig leiden wird oder die dadurch sogar in einen grossen mütterländischen Krieg gezogen werden (weil massgeblich mit von einer siebenfachen Mutter und ihrem Regime verursachten) – ist das natürlich purer Zynismus…
24. April 2026 @ 22:42
Anders formuliert: Ein klassischer Stellverterterkrieg.
Daß er diesmal nicht ins weit entfernte Asien outgesourcet werden kann, hat wohl mit dem relativen weltweiten Machtverlust der westlichen und russischen Hemisphäre zu tun.
Daß Teile der Ukrainer je geglaubt haben, die westlichen Eliten stünden auf ihrer Seite und wären von Werten geleitet…irgendwann wird Naivität eben auch gefährlich.
25. April 2026 @ 13:34
Und die Deutschen wollen die Wahrheit nicht sehen. Sie glauben an das Narrativ vom bösen Russen, der vielleicht sogar in Portugal einfallen könnte. Von dem kauft man kein Öl und Gas, auch wenn die anderen Dealer kein Stück besser sind. Man hat sich in noch schlimmere Abhängigkeit begeben, lässt sich in schwachsinnige Kriege ein. Merken wird man es erst, wenn es zu echten persönlichen Opfern kommt. So lange andere für die Narrative sterben glaubt man sich auf Seiten der”Guten”. Zynisch und/oder gnadenlos dumm.
25. April 2026 @ 17:01
Die echten persönlichen Opfer gibt es längst… oder glauben Sie, es gäbe Jahr für Jahr immer noch mehr Wohnungslose in Deutschland, von denen nicht wenige in Wintern erfrieren, hätte man das Geld in bezahlbaren Wohnraum hierzulande (statt nun in der Ukraine) statt in Waffen gesteckt? Vom zusammengesparten Gesundheitssystem, das mit einem Bruchteil der Militärbillion auf grundsolide Füsse gestellt werden könnte, gar nicht erst angefangen…
24. April 2026 @ 22:18
… und irgendein “Oppositioneller” (jetzt in Russland) aus der > “UK-Ruine” < meinte vor Jahr und Tag ganz trocken – sinngemäß – > Hätte die EU vor dem “Krieg” nur “180” Milliarden überwiesen, hätten diese sinnvoller verwendet werden können – jetzt sind es bereits “360” Milliarden < !?! :-///
P. S.: – > Soros bläst die Kriegsfanfare < (so ins Suchfeld o. links) aus dem Februar “2015” (!!!) vom bekannten Autor “Wolfgang Effenberger” auf “anderweltonline.com” findbar !?! – ein wahrer AugenÖffner zum Thema Ukraine – Russland etc. !?! – ein weiterer ist nat. > Israel und die ewige Kriegslust der Khasaren < (01-12-25) ebenda vom “AusKenner” Peter Haisenko … 😉
24. April 2026 @ 18:02
Julia Mendel sagt: “Ich fordere Ehrlichkeit.” und verschweigt den Einfluss des rechten Sektors in der Ukraine auf die Strategie des Landes. Susann Witt-Stahl (JungeWelt) hat dazu erschreckende Erkenntnisse an’s Licht der Öffentlichkeit gebracht, die der Wahrheit eher entsprechen als hehre Ehrlichkeit.
24. April 2026 @ 16:28
Es bräuchte einen zweiten Maidan, diesmal ohne Lenkungsgelder und Scharfschützen aus dem (Un-)Wertewesten. Was unterscheidet denn Ukrainer und Russen so sehr, dass sie sich einen jahrelangen Krieg liefern? Welche Freiheiten haben denn die Ukrainer bekommen, die es in Russland oder mit anderer Führung in der Ukraine nicht gäbe? Selenskyj und seine Helfershelfer haben nicht nur die Ukraine zerstört, sondern Europa insgesamt zum Absturz gebracht. Russland wird nicht so besiegt werden, wie man sich das vorstellt, wir schießen uns alle in Abseits. Russland kann sich nach Osten und Süden orientieren, unsere Rettungsinseln werden mit Israel und USA benannt und jeder weiß, dass dies Schwachsinn ist. Wie sagte seinerzeit der DDR-Chef Ulbricht: “Vor … Jahren standen wir kurz vor dem Abgrund, heute sind wir einen Schritt weiter”. Es hat sich ein paar Jahre später bewahrheitet, und so wird es wieder werden, wenn keine Vernunft einzieht.
24. April 2026 @ 16:27
Die ukrainische Führung hat vor Jahren entschieden, die Neutralität der Ukraine zu beerdigen, der NATO beizutreten und die Feindseligkeit zu Russland zu vertiefen.
Die ukrainische Führung hat entschieden, trotz markanten Gebietsverlusten keine Konzessionen an Russland zu machen und dem Rat der westlichen Partner zu folgen.
Die ukrainische Führung hat entschieden, das Geld und die Waffen der westlichen Partner zu nehmen und zu kämpfen.
Die Ukrainer haben alle Entscheidungen getroffen, deren Konsequenzen sie jetzt und künftig tragen müssen.
Die volle Verantwortung für das Schicksal der Ukraine trägt allein die ukrainische Führung.
Niemand im Westen muss ein schlechtes Gewissen haben, wenn das Leid der Ukrainer unermesslich ist. Sorry.
25. April 2026 @ 09:57
Finde ich ganz schön hart. Die ukrainische Führung ist nicht das Volk. Politik wird gegen das eigene Volk gemacht, in der Ukraine wie auch bei uns. Die einzelnen Menschen sind machtlos, solange sie nicht gemeinsam auf die Barrikaden gehen. Und das ist leichter gesagt als getan.
25. April 2026 @ 18:11
Finde ich auch ganz schön hart. Aber ich habe bisher nur – sowohl aus der Ukraine als auch aus dem (deutschen) Exil – ukrainische Stimmen gehört, die in Durchhalteparolen zu “Patriotismus ” und “Kriegstüchtigkeit” aufgerufen haben. Ich weiß um die Macht unserer Propagandamedien, aber liegt es wirklich nur daran?
27. April 2026 @ 00:26
@Ric: Aus dem Exil ist das ja auch einfach, da besteht nicht die Gefahr, jederzeit auf der Strasse in einen Bus gezerrt und an die Front gefahren zu werden… da fragt man sich, warum sind die denn im Exil – statt sich freiwillig zu melden? Auch Frauen nimmt die ukrainische Armee ja dankbar auf.
25. April 2026 @ 15:57
Die Ukraine hat entschieden … und Boris Johnson hat gesagt: “There is no time for negotiations, it is time for victory!”
Aber wir können beruhigt sein. Seit 4 Jahren wissen wir: Der Russe ist am Ende! Die russische Währung kollabiert! (und: “Der Russe kommt 2029”) usw. Wer glaubt noch den täglichen Märchen??