Führt Europa einen Energiekrieg gegen Putin und welche Folgen hat das?
US-Präsident Trump hat angekündigt, die Angriffe auf die Energieversorgung in Iran für ein paar Tage auszusetzen. Das führt zu Aufatmen auf den Märkten, die wegen der drohenden weltweiten Energiekrise – die größte der Geschichte – im Panikmodus sind.
Für die EU ist das eine gute Nachricht. Schließlich leidet EUropa besonders unter dem Irankrieg und den Folgen für Öl und Gas. Nirgendwo sind die Benzinpreise so schnell in die Höhe geschossen wie in Deutschland. Die Gaslager sind leer, die Politik ist ratlos.
Doch statt sich nun endlich um Hilfen für Wirtschaft und Verbraucher zu kümmern und mitzuhelfen, die Lage zu entspannen – etwa durch Lockerung der Russland-Sanktionen -, eskalieren die Ukraine und die EU ihren eigenen Energiekrieg gegen Russland und Präsident Putin.
Erst haben die Außenminister die EU-Sanktionen gegen die russische “Schattenflotte” verschärft, um die Öleinnahmen für Putin zu schmälern. Dann hat Frankreich einen Öltanker im Mittelmeer gekapert. Schließlich hat die Ukraine einen wichtigen Ölhafen an der Ostsee angegriffen.
Die üblichen Verdächtigen jubeln. “Feels like Ukraine took the gloves off. Message to Trump – if you are not going to rein Russia in via sanctions then we will take matters into our own hands and hit Russian export capacity”, so der britische Ökonom und Finanzjongleur T. Ash auf X.
Dabei gibt es keinen Grund zur Freude. Mit ihren Offensiven benehmen sich Ukrainer und EUropäer kein bißchen besser als Putin und Trump. Angriffe auf zivile Versorgungsanlagen sind Kriegsverbrechen. Das Kapern von Schiffen ist verboten – im Mittelmeer wie in der Straße von Hormus.
Zudem heizen die EUropäer den Energiekrieg zur Unzeit an.
Warum ist die Blockade des EU-Kredits an die Ukraine ein Rückschlag für Kanzler Merz?
Kanzler Merz ist stinksauer, denn der ungarische Regierungschef Orban blockiert weiter den EU-Kredit an die Ukraine. Das sei ein “grober Verstoß gegen die Loyalität der Mitgliedstaaten”, so Merz. Vor allem ist es schon die dritte Klatsche für den “Außenkanzler”.
