Wie die Nationalisten Europa verraten

Die Nationalisten wollen die EU zerschlagen. Das sagten FN-Führerin Le Pen und AfD-Chefin Petry auf ihrem Reichsparteitag – pardon – „Europagipfel“ in Koblenz. Doch was soll danach geschehen?

Wollen sie zurück in die 50er Jahre, als die EU noch EG hieß und keinen Binnenmarkt hatte? In die 40er, als die „Vaterländer“ gegeneinander Krieg führten? Oder gar in die 30er, als sich die Faschisten formierten?

Darauf gab es in Koblenz keine Antwort. Stattdessen huldigten die selbsternannten Retter des Abendlands, die sich teilweise von Russlands Zar Putin finanzieren lassen, dem neuen US-Präsidenten Trump.

Besonders doll trieb es AfD-Chefin Petry. In einem Glückwunschtelegramm empfahl sie sich und ihre Partei als als „natürliche Verbündete an Ihrer Seite“. Schließlich stehe man gemeinsam gegen Kanzlerin Merkel.

Doch der Hass auf Merkel ist wohl auch das Einzige, was Petry, Le Pen und Trump eint. Denn der neue US-Präsident möchte kein anderes, selbstbewußtes Europa – sein Programm heißt „America first“.

Und er möchte auch kein starkes Deutschland, sondern eins, das wieder nach der amerikanischen Pfeife tanzt. Die EU sei ein „vehicle for Germany“ hat er gesagt – wenn sie weg ist, hätte Trump freie Bahn.

Wer sich mit ihm verbündet, verrät also auch Deutschland und Europa. Aber das ist wohl schon zu weit gedacht für Petry & Co. Sie sehen nur den kurzfristigen taktischen Nutzen von Trumps Sieg…

Siehe auch: Trumps 5. Kolonne (Krise West II)

 

 

 

 

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33 Responses to Wie die Nationalisten Europa verraten

  1. S.B. 22. Januar 2017 at 13:48 #

    „Wer sich mit ihm verbündet, verrät also auch Deutschland und Europa.“

    ebo – mit Verlaub – ich glaube, Sie überreagieren gerade „ein wenig“.

    Die EU wurde von den gefühlt seit Jahrhunderten herrschenden EU-Eliten soweit gegen die Wand gefahren, dass nichts mehr von dem übrig ist, für was es (dem ursprünglichen Vernehmen nach) einmal gedacht war: für die Menschen Diese Leute sind die Zerstörer. Le Pen, Petry, Wilders & Co. sind die Antwort eines immer größer werdenden Teils der Menschen, die eine (EU-) Politik, die sie ganz klar benachteiligt, nicht mehr haben wollen. Es ist genau der gleiche Prozess, wie in den USA, der zur Wahl Trumps geführt hat. Man sollte insoweit Ursache und Wirkung nicht vergessen!

    Was verlangen Sie von Trump? Das er sich um Deutschland und Europa kümmert? Dafür wurde er nicht gewählt. Übrigens hat sich Obama zwar um Deutschland und Europa gekümmert, aber „ganz speziell“, nämlich zu deren großen Schaden. Die „Flüchtlings“krise hat ihre Ursache im Wirken der USA im nahen Osten. Die Destabilisierung dieser Region geschah ganz und gar nicht unabsichtlich. Das gleiche Spiel in der Ukraine und infolge der Obama-Befehl zu europäischen Sanktionen, die Europa und Deutschland schaden. Am Ende seiner Amtszeit hat Obama, der Kriegstreiber, Panzer an die russische Grenze geschickt… Man könnte also viel eher sagen, wer sich mit Obama verbündet hat, hat Deutschland und die EU verraten.

    „Doch was soll danach geschehen?“

    Nur, weil darauf noch keine Antwort geliefert wurde, führe ich nicht ein Projekt fort, dass Europa (viel) mehr schadet als nutzt.

    • ebo 22. Januar 2017 at 14:05 #

      S.B. Das Bizarre ist doch, dass sich Le Pen und Petry einem Amerikaner andienen, dessen erklärtes Ziel es ist, die EU plattzumachen, um sich über Deutschland und Frankreich etc., hinwegsetzen zu können. Teile & herrsche – und dabei machen unsere Nationalisten auch noch mit, was zumindest unpatriotisch ist…

      • S.B. 22. Januar 2017 at 14:16 #

        Die EU ist schon längst platt. Das beschreiben Sie doch täglich auf diesem Blog. Sie wird nur noch vom Phrasendreschen zusammengehalten, genau wie zuletzt in der DDR.

        Was hat denn Merkel gemacht? Sie hat sich Clinton und Obama abgedient. Und wie! Und damit hat hauptsächlich sie die EU kaputtgemacht. Niemand anderes.

        Inzwischen beschweren sich schon die Wirtschaftsbosse über die politisch korrekte Politik von Merkel (BASF-Chef im Manager Magazin).

      • ebo 22. Januar 2017 at 14:22 #

        S.B. Nein, die EU ist noch nicht platt. Sie steckt in einer tiefen Krise und ist teilweise dysfunktional geworden. Man sollte aber nicht den Fehler machen, sie deshalb abzushreiben – dann könnte ich diesen Blog ja auch dicht machen. So lange die EU noch deutschen und französischen Interessen nützt, wird sie weiter bestehen. Der Härtetest beginnt jetzt.

      • S.B. 22. Januar 2017 at 14:54 #

        @ebo: Ob die EU überhaupt noch jemanden nutzt, ist offenbar nur noch eine Frage der politischen Sichtweise. Wobei ich mir sicher bin, dass die EU selbst den EU-Eliten nur noch nach außen hin etwas nutzt, weil diese sich ihr Scheitern nicht eingestehen wollen. Denn sie haben keinen Plan B. Eine ganz schlechte Voraussetzung!

        BTW: Der Ostblock befand sich seinerzeit auch in einer tiefen Krise, weil er an sich dysfunktional war. Er war wegen seiner ideologisch verbohrten Eliten auch nicht zu reformieren. Genauso verhält es sich mit der zu einer Quasi-Diktatur verkommenen EU. Meiner Ansicht nach ist sie schon platt.

    • Peter Nemschak 22. Januar 2017 at 14:49 #

      Es scheint sich der Spruch zu bewahrheiten: immer wenn es dem Esel zu gut geht, geht er aufs Eis tanzen. 72 Jahre Frieden in Westeuropa haben das historische Gedächtnis geschwächt. So gut wie heute ist es den meisten Europäern in ihrer Geschichte noch nie gegangen. Die Unzufriedenen sollten sich fragen, warum es so viele Zufriedene gibt. Vielleicht machen sie etwas falsch.

      • S.B. 22. Januar 2017 at 16:43 #

        @Peter Nemschsk: Das hätten Sie mal den Leuten, die in der DDR 1989 auf die Straße gegangen sind, sagen müssen. Oder den Polen um Solidarnosc herum.

        Ich lasse mich doch nicht knechten, nur damit es immer schön friedlich bleibt. Mit diesen Argument können Sie jede Diktatur im Erhält rechtfertigen.

        Zudem ist der Schluss unzulässig, dass ohne die EU in Europa wieder Krieg ausbricht. Dann könnte man genauso umgedreht argumentieren.

        Ganz abgesehen davon, dass es die EU nicht seit 72 Jahren gibt und schon gar nicht in dieser neoliberalen Form.

  2. GS 22. Januar 2017 at 14:07 #

    Keine Ahnung, warum immer geschrieben wird, dass die die 50er oder gar die 30er wiederhaben wollen. Ich kann beim besten Willen nicht erkennen, woran man das festmacht. Die Mainstream-AfD zielt m.E. auf die Zeit, in der aus deren Sicht im Vergleich zur heutigen Zeit noch „alles gut“ war. Für die EU bedeutet das z.B. keine WWU.

    • ebo 22. Januar 2017 at 14:11 #

      Also die 60er? Allerdings wurde es ab 68 schwierig, oder?

      • GS 22. Januar 2017 at 15:33 #

        80er, würde ich jetzt eher vermuten.

      • ebo 22. Januar 2017 at 15:35 #

        Klaro, unter Helmut und Francois war die Welt noch in Ordnung, vor allem vor dem Mauerfall oder was? 🙂

  3. hyperlokal 22. Januar 2017 at 14:17 #

    Man sollte nicht der durchschaubaren Vereinfachungsstrategie der Eliten verfallen, die Putin, AfD und Trump in einen Topf werfen.

    Putin wird keine faschistischen Parteien unterstützen, denn Russland hat eine tiefe antifaschistische Tradition. Faschisten wurden und werden tatsächlich von Europa und den USA in der Ukraine unterstützt, sogar militärisch. Was ist die Finanzierung einer Krim-Reise eines AfD-Politikers gegen solche Sünden?

    Was die drei gemeinsam haben, sind ihre Anti-Establishment- und Anti-Globalisierungshaltung. Bei Putin heißt das: multipolare Weltordnung, bei Trump: America first. Das haben sie aber gemeinsam mit politischen Bewegungen, die von den Medien komplett totgeschwiegen werden, z.B. bestimmten wachsenden Teilen der Linken, etwa die Bernie Sanders – Unterstützer in den USA oder bei uns die Sahra Wagenknecht-Unterstützer oder in Südeuropa Podemos, Syriza.

    Natürlich teilen sie das nicht mit den Kulturlinken. Die mach nur bähbäh und stellen sich damit naiv und bereitwillig in den Dienst der Eliten.

    Im Grunde handelt es sich um den Beginn eines Paradigmenwechsels. Die Diskussion ist voll im Gange und steht kurz davor, die gängigen Mainstream-Narrative abzulösen.

    Die Globalisierung als Lieblingsprojekt der Eliten wird zunehmend in Frage gestellt. Wer am Ende der Winner ist, ist noch nicht raus. Die Wahrscheinlichkeit wird größer, dass es nicht die gegenwärtigen Eliten sind und das ist gut so. Die hyperventilieren sich zur Zeit nur noch gegen ihren Bedeutungsverlust.

    Vielleicht heißt ja der nächste Präsident der USA Bernie Sanders und irgendwann wird Sahra Wagenknecht eine wichtige Ministerin. Sie ist für Politikerverhältnisse ja noch sehr jung. Die wäre mit ihrer gradlinigen Rationalität ganz eindeutig die bessere Kanzlerin entgegen dem Eliten-Narrativ, dass nur der opportunistische Merkel-Style der Komplexität der Verhältnisse gerecht werden kann.

    Das Europa mit seinen gegenwärtigen Institutionen wird vielleicht zerfallen und das ist wahrscheinlich auch gut so. Die Pfründe für einige wenige müssen mal gründlich austrocknen. Aber etwas neues wird kommen. Die Rechtspopulisten sind viel zu doof und zerstritten, ihre Chance zu nutzen. Sie sind und bleiben ein Protestwählerphänomen.

    Die gemeinsame Konstante ist anti-elitär und anti-globalistisch und das ist die richtige Richtung einer sich dialektisch entwickelnden Geschichte.

    Anti-globalistisch muss am Ende nicht „nationalistisch“ heißen, sondern kann z.B. auch „hyperlokal“ sein 🙂

  4. S.B. 22. Januar 2017 at 14:18 #

    Ja, wegen der bekloppten 68er… Hahaha, der müsste jetzt sein 😉

  5. Ivano 22. Januar 2017 at 15:51 #

    Vorwärts immer, rückwärts nimmer! Scheitert die EU, dann scheitert Europa… (oder vielleicht nicht?)

    • ebo 22. Januar 2017 at 15:54 #

      @Ivano Ja, so ungefähr. Rückwärts geht’s jedenfalls nicht. Vorwärts geht’s aber auch nur mit einer anderen EU. Die Strategie des Abwartens und Aussitzens, die Deutschland seit Kohl und seinem Mädchen betreibt, führt erkennbar in die Sackgasse!

  6. Peter Nemschak 22. Januar 2017 at 15:55 #

    @ S.B. Die EU ist kein Staat oder eine Konkurrenz zu den Nationalstaaten. Das wird gerne vergessen. Sie ist am ehesten mit einem Verein von 28 Mitgliedern vergleichbar, der bestimmte Funktionen gemeinsam ausüben lässt, in gewisser Beziehung wie eine Einkaufs- bzw. Verkaufsgenossenschaft. Einzelne Funktionen lassen sich besser und kostengünstiger gemeinsam ausüben, weil die Fixkosten dadurch sinken. Natürlich kann man das gemeinsame Interesse besser oder schlechter verwalten, was aber nichts daran ändert, dass der Verein grundsätzlich OK ist.

    • S.B. 22. Januar 2017 at 17:45 #

      @Peter Namschak: Sie verwechseln mal wieder die Theorie mit der Praxis. Die EU ist als Staatenbund angelegt, geriert sich aber schon lange (und von den „Eliten“ gewollt) als Bundesstaat. Über 80 Prozent der Gesetze und Verordnungen in D (in den anderen Mitgliedsländern wirds nicht anders sein) kommen aus Brüssel und werden vom Bundestag defacto einfach durchgewinkt. Aus Brüssel kommen wirtschaftliche Vorgaben für die Mitgliedsländer, dort wird ausbaldowert, wie GR geknechtet wird. Brüssel befindet und entscheidet über Freiheitsrechte der Bürger seiner (eigentlich) souveränen Mitgliedsstaaten und organisiert per eigener Institutionen den „Schutz“ der Außenhrenzen der EU. Es sind die Grenzen souveräner Staaten, welche die EU als Staatenbund gar nichts angehen.

      Die EU ist ganz bestimmt nicht zu vergleichen mit einem Verein. Würden Sie in eine Vereinssatzung eine Klausel aufnehmen, wonach die Mitgliedschaft nicht durch ein Mitglied gekündigt werden kann, wäre diese Klausel bzw. die Satzung insoweit unwirksam. Allein dieser Umstand zeigt schon die wahre Natur dieses Konstrukts.

      • Oudejans 22. Januar 2017 at 19:05 #

        Nein, S.B., dieser Kommentar, insbesondere der erste Absatz, geht an der Realität vorbei. In den Verträgen ist festgeschrieben, daß die Mitglieder Teile ihrer Souveränität „abgeben“, oder vergemeinschaften oder teilen, und damit Teile ihrer Aufgaben, Zuständigkeiten und Kompetenzen. Den Legitimationsgrad dieser Verschiebungen (und die damit voranschreitende Entmachtung der legitimen nationalen Gesetzgeber) kann man im Einzelnen besprechen, ausführlich besprechen, kritisch besprechen, streng beurteilen, et cetera. Ebenso kritisch zu besprechen ist der Mangel an Kompetenzen des EU-Parlaments, der zudem korrespondiert mit einem noch immer nicht behobenen Mangel an demokratischer Legitimation desselben.

        Bezüglich der Grenzen wäre zu sagen, daß diese in der Tat _immer noch _auch nationale Grenzen sind, und zwar wenigstens _solange ein effektiver Schutz durch _geeignete, _handlungsfähige EU-Organe nicht stattfindet, oder sogar, schlimmer noch, EU-Organe oder -Konstituenten öffentlich behaupten und verbreiten, ein solcher Schutz „könne unterbleiben“, sei „nicht zeitgemäß“ oder „schier unmöglich“. In diesem Punkt würde man vermutlich sogar finden, daß solche Handhabungen (seien sie nun Überzeugungstaten oder bloße Bräsigkeit) mit dem Schengenvertrag schon dem Wortlaut nach unvereinbar sind. Schengens Motto, das Label unter dem er seinerzeit in den europäischen Nationen beworben wurde, war immer: Abbau der Binnengrenzen (Oudejans: „Supi!“), _dafür engmaschiger, verstärkter Schutz der Außengrenzen (Oudejans: „Ehrensache!“) und gegebenenfalls Verschiebung der Außengrenzen weiter nach außen, soweit zusätzliche Territorien Mitglied werden (Oudejans: „Meinetwegen.“).

        Man findet also (auch) hier, daß historisch konkrete EU-Organe (also das aktuelle Personal) ihre eigenen Statuten, Regeln und Verträge mißachten und brechen, und obendrein auch noch behaupten, diese Handhabung und keine andere sei möglich.

        In der Konsequenz behaupten sie damit, gerade durch und nur durch ihre Rechtsbrüche wäre der Frieden in Europa zu bewahren: Hasardeure.

        Womit der Kreis zum Motto dieses Eintrags des Blogherrn sich schließt: Verrat.

        Einem portugiesischen Maoisten erscheint sein Karriereende bei Goldman Sachs folgerichtig, wenn er in der Schule Pessoa las.

        Davon, daß die syrische und somalische Staatsgrenze jetzt vor meiner Haustür zusammengelegt würden, weil wir uns das alle moralisch schuldig seien (sind wir nicht?), war nie, niemals die Rede.

        Ein historischer, ein ungeheuerlicher Betrug.

        Junckers Motto, „Warten, ob sich was regt“ kommt gerade sehr unsanft an seine Grenze.

      • S.B. 22. Januar 2017 at 22:05 #

        @Oudejans: Diese Veträge sind aus meiner Sicht null und nichtig. Sie sind sämtlichst unter völliger Überschreitung der Kompetenzen der jeweiligen nationalen Regierungen und bzw. oder Parlamente, weil unter Nicht- oder Missachtung des ggf. entgegenstehenden Wählerwillens zustandegekommen. Das beste und letzte Beispiel war der Vetrag von Lissabon, der eine klare Umgehung des ablehnenden französischen Referendums über die geplante EU-Verfassung gewesen ist.

        Die Abgabe von nationaler Souveränität setzt in jedem Bereich eine entsprechende Volksbefragung voraus. Es gibt keine Rechtsgrundlage, die eine solche Zuständigkeit mit der erforderlichen und gebotenen Klarheit an die Regierung und bzw. das Parlament überträgt. Und eine solche Regelung würde auch keiner seriösen Überprüfung auf Verfassungsgemäßheit standhalten.

        Im Übrigen soweit Zudtimmung: So wie die Eliten die EU errichtet, insbesondere aber ihre Zuständigkeiten begründet haben (durch Rechtsbruch, siehe zuvor), so führen sie dieses Konstrukt nun, um nicht damit unterzugehen: durch ständigen Rechtsbruch.

        Noch zur Klarstellung: Der Verrat an der EU wird nicht von den Populisten, die derzeit noch gar nicht an der Macht (beteiligt) sind, sondern von den aktuellen Polit-Eliten begangen. Aber so habe ich Ihren Kommentar auch verstanden.

      • Peter Nemschak 22. Januar 2017 at 22:10 #

        Man kann durchaus darüber diskutieren, ob eine gemeinsame Währung, die viele Vorteile für ihre Mitglieder bringt, für alle Teilnehmer zweckmäßig ist. Sie hat ihren Preis, den man zu zahlen bereits sein muss. Daher sollte eine Ausstiegsmöglichkeit für jene Länder möglich sein, die diesen Preis nicht zahlen können oder wollen. Ich nehme nicht an, dass Sie als Steuerzahler den Preis für die griechische Teilnahme am Euro zahlen wollen. Für die Integration der ehemaligen DDR waren Sie es sehr wohl, oder sind Sie dagegen Sturm gelaufen? So gesehen von einer Knechtschaft Griechenlands zu sprechen ist deplaziert.

      • ebo 22. Januar 2017 at 23:40 #

        Der deutsche Steuerzahler zahlt nicht für Griechenland. Er vergibt Kredite und kassiert dafür Zinsen. Für Schäuble ist das ein schönes Geschäft, zumal er auch noch die Konditionen diktieren darf.

  7. Oudejans 22. Januar 2017 at 17:15 #

    >>“… einem Amerikaner andienen, dessen erklärtes Ziel es ist, die EU plattzumachen, …“

    Helfen Sie mir mal eben…

    „Fuck the EU!“?

  8. kaush 22. Januar 2017 at 18:29 #

    @ebo
    Das mit dem Verunglimpfen klappt ja wirklich gut bei Dir.;)

    Warst Du bei dem Kongress in Koblenz? Wohl nicht. Ich auch nicht. Hast Du dir wenigstens den Live-Stream angeschaut (ich schon), oder wie kommt Dein Urteil zustande?

    Die Vision für das künftige EUropa aus der Deutschen Ecke ist klar:

    Eine Wirtschaftsgemeinschaft, mit Binnenmarkt und Schengen (an das sich auch Deutschland wieder hält) ohne Euro, ohne Pseudo-Parlament, oder Pseudo-Staatlichkeit.
    Also kein Brüsseler Hofstaat.

    Damit sind auch Marine Le Pen und Geert Wilders einverstanden. Wobei das Thema Schengen bei Le Pen nicht so gut ankommt.

    Also ich habe da durchaus klare Vorstellungen für eine Neo-EU gehört.

    Die Rede von Trump nach seiner Amtseinführung hast Du doch hoffentlich gehört. War ja nun nicht wirklich lang.

    Er hat genau das Gegenteil von dem gesagt, was Du behauptest:

    „…We will seek friendship and goodwill with the nations of the world – but we do so with the understanding that it is the right of all nations to put their own interests first.
    We do not seek to impose our way of life on anyone, but rather to let it shine as an example for everyone to follow….“

    Wir sollten ihn da beim Wort nehmen.

    Und in 100 Tagen schau mer mal, wie sich seine Regierung etabliert hat und wohin sie wirklich steuert.

    Oder fühlst Du dich bemüßigt, beim Medien-Krieg gegen Trump weiter teilnehmen zu müssen?

  9. F.D. 23. Januar 2017 at 09:36 #

    Vielen Dank für diesen Standpunkt, aber die Kategorie des „Verrats“ ist leider vordemokratisch. Demokratisch wäre, zu akzeptieren, dass die Leute verschiedene Interessen haben und berechtigt sind, diesen Ausdruck zu verleihen – und dass sich diese ggf. im Laufe der Zeit und nach Begutachtung gewisser Ergebnisse auch ändern dürfen. Wie selbstverständlich Menschen in unserer angeblich postideologischen Zeit doch immer noch ungefragt auf Ideen verpflichtet werden, die gar nicht ihre eigenen sind, und man ihnen dann „Verrat“ an diesen Ideen vorwirft, wenn sie entdecken, dass sie eigentlich anders gelagerte Interessen haben… Nächstens kommt dann noch die Erzählung vom „Dolchstoß“, den die Bürger der europäischen Idee hinterrücks eingerammt hätten, obwohl sie doch „im Felde“ (d.h. im platonischen Ideenhimmel) „unbesiegt“ war, oder was? Warum nicht gleich positiv auf den Topos der „Nibelungentreue“ zur europäischen Idee abstellen? – Die deutschen Europaliebhaber wollen gerne postnational rüberkommen und argumentieren dabei klandstin doch sowas von urdeutsch…

    • ebo 23. Januar 2017 at 10:43 #

      @F.D. Korrekt, die Kategorie „Verrat“ ist vordemokratisch. Genau wie die Nationalisten, die behaupten, sie seien „das Volk“. Im übrigen ist „Verrat“ eine Kategorie, die Nationalisten und Faschisten gerne verwenden. Deshalb habe ich mir erlaubt. sie mit ihren eigenen Waffen zu schlagen…

      • F.D. 23. Januar 2017 at 13:19 #

        Very tricky! Mal sehen, ob man die Nationalisten damit einfangen und „umpolen“ kann. Für meine Begriffe wäre im Erfolgsfall die proeuropäische Argumentationsstruktur damit aber leider tiefengrammatisch betrachtet ganz klar faschistisch infiziert. „Meine Ehre heisst Treue zum europäischen Einigungswerk“ – Mir ahndet, nicht zuletzt auch die europäischen Nachbarn haben vielleicht an der innewohnenden Dialektik solcher begrifflichen Fechtkunst im Moment nicht so den Geschmack und es wird viel simpler (miss-)verstanden, als es gemeint war. Am Ende ziert sowas dann die Spaßplakate der „Partei“ im Europawahlkampf. Auf jeden Fall zeigt die Herbeiholung solcher Guerilla-Kommunikationsstrategien, wie verzweifelt die Proeuropäer im Moment sind. Tja, ohne europäisches Staatsvolk gehts halt nicht, Ideenhimmel hin oder her. Die Briten sehen das und stellen sich darauf ein. Die Deutschen können natürlich noch im Bunker weiter vom Endsieg des europäischen Einigungswerks träumen.

      • S.B. 23. Januar 2017 at 13:55 #

        @ebo: Jetzt geht aber „der linke Gaul“ mit Ihnen durch. 😉 Wenn Sie von Verrat schreiben, dann doch bitte von denen die Europa verraten haben. Das sind diejenigen, welche sich als „glühende Europäer“ ausgeben und den ganzen Unfug gestalten. Und das sind auch die wahren Faschisten, nicht die Nationalisten. Letztere hatten noch gar nicht die Möglichkeit zum Gestalten. Jeden andere Argumentation ist postfaktisch.

      • ebo 23. Januar 2017 at 14:01 #

        @S.B. Faschisten sind sozial(istisch) verkleidete Nationalisten, daher auch der Begriff Nationsalsozialisten. Schauen Sie sich mal das Programm von Le Pen an…

      • S.B. 23. Januar 2017 at 14:29 #

        @ebo:

        Lesen Sie mal hier https://de.wikipedia.org/wiki/Faschismustheorie#Definitionen_des_Faschismusbegriffs

        Demnach dürfte Le Pen als Frau gar nicht an der Spitze des Front National stehen, wenn es eine faschistische Organisation wäre. Denn „Normalerweise verschreibt sich Faschismus offener männlicher Vorherrschaft,…“.

        Wenn ich mich dagegen in sämtlichen EU-Institutionen so umschaue…

        Ich kann auch nichts von einer „rechtsextremen Ideologie erkennen, die die Nation oder Rasse als organische Gemeinschaft, die alle anderen Loyalitäten übersteigt, verherrlicht.“ Wo lesen Sie diese Merkmale heraus?

        Nationalisten automatisch mit Faschisten gleichzusetzen, ist ein unzulässiger Fehlschluss. (Übrigens schon deshalb, weil bei Weitem nicht alle Nationalisten auch Sozialisten sind). Das tun Sie hier aber pauschal mit allen, die den derzeitigen Europakurs der EU-Eliten ablehnen und das Projekt EU als gescheitert ansehen. Das ist schlicht unsachlich.

      • ebo 23. Januar 2017 at 14:33 #

        Das sagt ihr Vater auch immer 🙂

      • S.B. 23. Januar 2017 at 15:06 #

        @ebo: Sie sind jetzt auf Krawall gebürstet, weil Ihnen gerade ihr leider chemieverseuchtes Lieblingsspielzeug (= EU) weggenommen wird und Sie besorgt sind, dass Sie diesen Blog demnächst schließen müssen (was an sich grundsätzlich Schade wäre). Deshalb sage ich dazu nichts mehr, außer: Dann machen Sie eben mit „neustarteuropa“ weiter. 😉 Da gibt’s sicherlich genauso viel zu schreiben.

  10. Peter Nemschak 23. Januar 2017 at 10:44 #

    @ebo … vergibt Kredite und kassiert dafür Zinsen. Wenn de facto die Zinsen zum Kapital geschlagen werden und dieses verloren ist, handelt es sich um einen Transfer von Steuermitteln aus dem Norden nach Griechenland. Das ist auch der Grund, warum Griechenland es vorzieht, im Euro zu bleiben statt auszuscheiden. Die griechischen Politiker wissen genau, dass Währungsabwertungen ein Land auf Dauer noch nie reich gemacht haben. Daher lässt man sich lieber von den anderen durchfüttern und verzichtet auf eine eigene Währung.

    • S.B. 23. Januar 2017 at 14:02 #

      @Peter Nemschak: Sehe ich genauso. Der Witz ist, dass das griechische Volk unter diesem Kuhhandel ordentlich leidet. Die gerade herrschende Parasiten-Kaste, welche den Nord-Süd-Transfer im Gegenzug gegen die griechische Knechtschaft zulässt, leidet dagegen nicht und verlängert auf diese Weise sogar ihre Zeit auf den gut gepolsterten Regierungsstühlen. So etwas nennt sich Verrat. Und welche politische Kraft ist in GR an der Macht? Dreimal dürfen wir raten…

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