Wem nutzen die #MacronLeaks?

Für deutsche Medien ist der Fall klar: Mit den #MacronLeaks soll der Medienliebling Macron diskreditiert werden. Auch, dass die Leaks aus Russland kommen, gilt als sicher. Wirklich?

Wer die französische Presse liest, hört auch andere Stimmen. So weist “Libération” darauf hin, dass Macrons Bewegung “En marche” im Februar schon einmal gehackt wurde – aus der Ukraine.

Diesmal ist der Ursprung der Attacke unklar. Klar ist jedoch, dass das Leak zuerst von einem einschlägig bekannten Trump-Anhänger in den USA publik gemacht wurde.

Und zwar per Tweet von Jack Posobiec, der durch das Fake-Pizzagate um H. Clinton bekannt geworden ist. Offenbar haben die Trump-Anhänger ein Interesse daran, Macron zu schaden.

Doch können die Leaks dem Favoriten noch schaden? Nicht wirklich – denn dafür wurden sie zu spät durchgestochen. Die Veröffentlichung kam ganz kurz vor dem offiziellen Ende des Wahlkampfs.

Seit Samstag dürfen die Medien nicht mehr über Macron und Le Pens Kampagnen berichten, auch die #MacronLeaks fallen unter die Schweigepflicht. Wenn überhaupt, dann sickern nur Gerüchte durch.

Da ist dann von Offshore-Konten, Drogen und Waffenhandel die Rede. Das klingt so abenteuerlich, dass es wohl nur eingefleischte Macron-Gegner glauben dürften.

Alle anderen werden den Jungstar eher als Opfer einer Attacke sehen. Wenn sie dann auch noch zur Wahl gehen, könnten die #MacronLeaks dem Kandidaten sogar helfen…

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