We are the Champions

Spätestens seit dem Wahlsieg von E. Macron in Frankreich neigt die EU zu Selbstüberschätzung und symbolischer Überhöhung. Nach dem Staatsakt für Altkanzler Kohl liefert der G-20-Gipfel nun einen neuen Beweis. 

In ihrem Einladungsbrief an die EU-Staaten loben Kommissionschef Juncker und Ratspräsident Tusk ihren Europa-Club in den höchsten Tönen. Zitat aus dem englischen Originaltext:

More than ever the EU has become a global point of reference for all those who value the principles of liberal democracy and human rights, free and fair trade or concrete actions in facing global challenges, such as climate change, poverty, terrorism and illegal migration.

Zu gut deutsch: Die EU ist die höchste Instanz für alle, die liberale demokratische Werte und Menschenrechte hochhalten wollen. Auch bei Freihandel und Fair trade sind wir die Champions.

Bullshit! Ein Blick nach Polen oder Ungarn genügt, um das Gerede von den liberalen Werten als Lüge zu entlarven. Wenn es um die Menschenrechte geht, sei ein Verweis auf die Türkei erlaubt.

Und beim Handel mögen die Stichworte Agrar und Airbus genügen. Der Handel der EU ist in wichtigen Bereichen weder fair noch frei. Das geplante Abkommen mit Japan bleibt hinter EU-Standards zurück.

Als Nächstes soll Afrika einen neuen “Investment Compact” schlucken, kündigen Juncker und Tusk in ihrem Schreiben an. Im Klartext: Freie Bahn für europäische Investoren, vermutlich auch beim Ackerland.

Sorry, aber wenn man schon “We are the Champions” ruft, dann sollte man wirklich vorbildlich sein. Die EU ist es nicht. US-Präsident Trump liefert man so eine Steilvorlage, leider…

 

 

 

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5 Responses to We are the Champions

  1. Peter Nemschak 6. Juli 2017 at 07:17 #

    Man muss alles mit einem Körnchen Salz nehmen. Die EU will sich Mut machen. Schlecht? So schlecht wie sie von manchen dargestellt wird, ist sie auch wieder nicht, in Summe mangels besserer Alternative ein gutes Projekt.

  2. hintermbusch 6. Juli 2017 at 09:21 #

    „Ein Blick nach Polen oder Ungarn genügt, um das Gerede von den liberalen Werten als Lüge zu entlarven.“
    Merkwürdig, dass auch der kritische Deutsche immer erst ins Ausland muss, um Illiberalität zu finden. Wenn ich mir so ansehe, für wie wenig inzwischen Accounts bei Facebook und Twitter in Deutschland gelöscht werden, weil die Bundesregierung entsprechend Druck ausübt, dann erübrigt sich auch das Fingerpointing auf Polen.

  3. Johannes 6. Juli 2017 at 09:39 #

    Ahhh liberale Werte wie Bankenrettungen auf Kosten der kleinen Bürger. Ahhhh jaaaa wie liberal doch die EU ist *hehehehehe

    • Peter Nemschak 6. Juli 2017 at 14:48 #

      Wäre es Ihnen lieber gewesen, wenn die Banken und mit ihnen Ihre Ersparnisse untergegangen und die Firmen, die viele Menschen beschäftigen, Pleite gegangen wären?

  4. Winston 6. Juli 2017 at 15:09 #

    Deutschland und das Embargo gegen Russland, stark von Deutschland selbst forciert. Man hält sich an die Abmachungen, klar doch. :-))))))))))))))))
    Mir ist absolut schleierhaft was Frankreich und Italien noch in dieser “Deutschen” Union hält.

    http://www.reuters.com/article/us-ukraine-crisis-crimea-power-exclusive-idUSKBN19Q26I

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