Was die EU unter besten Standards versteht

Die Gläubiger haben Griechenland ein neues Memorandum verordnet. Genau genommen geht es sogar um drei Memoranden. Eins wurde jetzt geleakt – es zeigt, was die EU unter “besten Arbeitsmarkt-Standards” versteht.

Im Entwurf für das neue Memorandum of Understanding für Griechenland heißt es, vergangene Arbeitsmarktreformen müssten gesichert und vertieft werden, um weiter in Richtung beste Praktiken in Europa voranzuschreiten.

Ein Blick auf diese Reformen legt den fatalen Schluss nahe: die EU-Kommission will Europa zu einer Hire-and-Fire-Ökonomie nach angelsächsischem Vorbild umgestalten. Le Pen darf weiter hoffen.

Aus dem Entwurf des Memorandums of Understanding der Troika mit der griechischen Regierung:

In den letzten Jahren wurden die griechischen Arbeitsmarktinstitutionen und das Lohnfindungssystem großen Veränderungen unterworfen, um den Arbeitsmarkt flexibler zu machen. Die griechischen Autoritäten sind entschlossen, die besten Praktiken in der EU in Sachen Arbeitsmarktinstitutionen zu erreichen und konstruktiven Dialog zwischen den Sozialpartnern zu fördern.

Was also sind demnach beste Praktiken in der EU, bzw. Bewegungen in diese Richtung laut Memorandum und wie sieht aus EU-Sicht konstruktiver Dialog der Sozialpartner aus?

Weiterlesen bei Norbert Häring

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5 Responses to Was die EU unter besten Standards versteht

  1. Pjotr56 10. Mai 2017 at 18:42 #

    Das ist doch seit Jahren das Brüsseler EU-Standardprogramm, also im Grunde nichts Neues.
    Die Griechen haben zwar 2015 per demokratischen Wahlen/Referendum versucht es zu verhindern, dieses Votum konnten sie sich jedoch sonst wohin schieben. Demokratie ade.
    Für mich ist DIESES Europa seit dem Geschichte. Es kotzt mich nur noch an, wie uns und die Griechen der marktgläubige Neoliberalismus mit seinem Märchen von der unsichtbaren, alles zum Besten regelnden Hand terrorisiert.

    Die 4. Gewalt sollte einen Crash-Kurs in Geschichte besuchen, so ab 1928/29 bis 1933 die Entwicklung in Deutschland.
    Nationalistische, rechte Kräfte werden jetzt wieder heran gezüchtet und bei ihren Wahlerfolgen kreischen diejenigen, die sie mit ihrer Politik zeugten und die Journaille zetert eifrig mit.
    Diejenigen, die den Neoliberalismus und seine fatalen Folgen bekämpfen, werden als linksradikal=unwählbar diskreditiert. Sprücheklopfer wie Macron als linksliberal=einzig wählbar gehypt.

    Dank des Internets braucht man das später gar nicht mehr groß erforschen. In unzähligen Blogs und wenigen Medien wird die Geschichte minutiös dokumentiert.

    Sogar Juncker hat die Gefahr erkannt (ohne jedoch in seiner Funktion die notwendigen politischen Schritte folgen zu lassen):
    “Er sehe auffällige Parallelen zum Jahr 1913, als viele dachten, es werde in Europa nie mehr Krieg geben. “Mich frappiert die Erkenntnis, wie sehr die europäischen Verhältnisse im Jahr 2013 denen von vor 100 Jahren ähneln.” Erste Anzeichen sieht Juncker in den Wahlkämpfen in Griechenland und Italien. “Plötzlich kamen Ressentiments hoch, von denen man dachte, sie seien definitiv abgelegt.””
    http://www.spiegel.de/politik/ausland/juncker-spricht-von-kriegsgefahr-in-europa-a-887923.html

    • luciérnaga rebelde 10. Mai 2017 at 19:42 #

      Absolut einverstanden mit Ihnen: Sehr lesenswert auch, wenn Sie es nicht schon kennen:
      „Die Neokonservativen haben Trump auf die Knie gezwungen“ Von Robert Parry: http://www.nachdenkseiten.de/?p=38221

      • luciérnaga rebelde 10. Mai 2017 at 19:49 #

        Ein Krieg? lohnt sich nicht. Sind zuviel Atombomben rum. Aber ein neues Feindbild schaffen: Russland ist nun doch ein bisschen zu lächerlich. Da hält sehr gut eine noch immer aufmuckende Linke dafür. Black Block u.s.w.


    • Oudejans 11. Mai 2017 at 00:05 #

      >>”Sogar Juncker hat die Gefahr erkannt”

      Sehr fraglich. Er duldet seither und bis heute Politiken gegen GR, die den dortigen inneren Frieden gefährden und reitet neuerdings auf dem Separatismus-Ticket im Schottenmuster gegen England.


      • Pjotr56 11. Mai 2017 at 12:29 #

        Gefahr erkannt (ohne jedoch in seiner Funktion die notwendigen politischen Schritte folgen zu lassen)

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