Was war da los, Herr Schäuble?

Nach dem Griechenland-Debakel in der Eurogruppe wüsste man gerne, wer wie (falsch) gespielt hat. Denn offenbar hätte die Pokerpartie ganz anders ausgehen können.

Folgt man mehreren Agenturberichten, so legte EU-Währungskommissar Moscovici zu Beginn der Sitzung ein Papier vor, das eine Alternative zum aktuellen PROGRAMM vorsah.

Moscovici soll die “humanitäre Katastrophe” im Land anerkannt und ein viermonatiges Überbrückungsprogramm vorgesehen haben, schreibt z.B. dpa. Für Athen wäre dies annehmbar gewesen.

Kurz vor dem Beginn des Treffens habe Eurogruppenchef Dijsselbloem den Vorschlag aber zurückgezogen und durch ein eigenes Papier ersetzt, so dpa weiter.

Dieses wiederum soll auf Druck von Finanzminister Schäuble passiert sein. Hat Berlin also den Kompromissvorschlag der EU-Kommission abgeschossen – noch vor der Debatte?

Was war da los, Herr Schäuble? Ich hoffe, dass unser Freund umfassend Auskunft gibt – denn von der Antwort könnte das Schicksal der Eurozone abhängen… – Mehr hier

Siehe auch “Eine inszenierte Krise” und “Troika nach Berlin”

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11 Responses to Was war da los, Herr Schäuble?

  1. Werner Thies 17. Februar 2015 at 08:15 #

    Danke für diese Nachricht. Mein letzter Stand beruhte auf der Tagesschau von gestern Abend, der gedruckten Süddeutschen Zeitung von heute sowie auf den Meldungen von sueddeutsche.de

    Nirgendwo wurde das Papier von Moscovici auch nur erwähnt.

    “Qualitäts”-Journalismus at it’s best…

  2. NWO-Troll 17. Februar 2015 at 10:27 #

    spielt das alles noch eine Rolle? Die Troika ist ein Verbrecherkartell. Da hilft nur noch Grexit und die Drachme und sich mit den BRICS in Verbindung setzen.

    • Tim 17. Februar 2015 at 10:35 #

      Genau. Die BRICS, die Hüter der Rechtsstaatlichkeit.

      @ ebo

      Manchmal kann man nur den Kopf darüber schütteln, was in Deinen Lesern so vor sich geht …

      • DerDicke 17. Februar 2015 at 14:27 #

        Was in der EU in den letzten 10 Jahren in Sachen “Rechtsstaatlichkeit” passiert ist… nun ja, “pacta sunt servanda” war einmal, das gilt nur noch für die Schwachen, alle anderen machen sich die Welt wie es ihnen gefällt.

        Mag sein, dass die BRICS hier kein Vorbild sind. Aber ich habe den Eindruck, bei denen stimmt wenigstens die Richtung in die sie sich entwickeln. Selbst zu Hochzeiten des kalten Krieges hat Russland (bzw. die UDSSR) stets ihre Vertragspflichten erfüllt.

      • Tim 17. Februar 2015 at 16:04 #

        @ DerDicke

        Das ist natürlich richtig. Die EU hat mit ihrer Flatterhaftigkeit unglaublich viel Schaden angerichtet. Es gibt wahrscheinlich außerhalb Brüssels niemanden mehr, der an die Verläßlichkeit der Truppe glaubt oder gar Respekt vor ihr hat.

  3. Traumschau 17. Februar 2015 at 11:04 #

    Nun, ich denke, dass die “Neoliberalisierung” der Eurozone nicht gefährdet werden soll. Man hat GR und andere gezielt in die (unsinnige) Verschuldung geführt (für Bankenrettungen), um damit in eine Gläubigerposition (insbesondere DE) zu gelangen, die dazu “ermächtigt”, jede Forderung zu stellen. Der “Schuldner ist schuld” und “Der Gläubiger hat immer recht”. Dazu passen auch unsere absurd hohen Exportüberschüsse, die unseren Nachbarn das Wasser abgraben (sowie TTIP, etc). Und das entgegen dem klar vereinbarten Inflationsziel der EZB von 1,9% (siehe dazu Heiner Flassbeck bei YT).
    Europa soll ein riesiger Niedriglohnsektor werden, im Namen der Kartelle aus Banken und Konzernen – das ist das Ziel!
    Und unsere deutsche Konzernregierung spielt in diesem Schurkenstück die Hauptrolle!
    Das ist alles kein Zufall, sondern war von Anfang an genauso geplant!

    GR will da raus, das ändern – und das ist vollkommen richtig!! Wir sollten GR alle nur erdenkliche Unterstützung zukommen lassen, in allen sozialen Medien!!
    Freiheit für Griechenland, Freiheit für Europa!!

    • Tim 17. Februar 2015 at 11:57 #

      @ Traumschau

      Du hast ein klares Feindbild und bringst leider einige Sachen durcheinander.

      Griechenland hat dem Euro damals frei zugestimmt – und damit der (absurden) Regelung, daß Euro-Staatsanleihen von den Banken nicht als Risiko betrachtet werden müssen. In der Folge haben die Banken genau das getan, was sie tun sollten: Griechenland die Kredite geben, die es wollte. Die Folge waren natürlich der griechische Scheinboom bis 2008 und danach das unausweichliche Platzen der Blase.

      Das ist aber natürlich keine “Neoliberalisierung”, sondern exakt das Gegenteil: supranationale Staatswirtschaft.

      Griechenland zahlt derzeit die Zeche für die unsinnige (aber freie) Entscheidung des Landes, am unsinnig konzipierten Euro teilzunehmen. Oder hat es vor 15 Jahren Demonstrationen der griechischen Wähler gegen die Euro-Teilnahme gegeben?

      • Traumschau 17. Februar 2015 at 14:21 #

        Nein, ich werfe hier ganz sicher nichts durcheinander. Wenn Sie meinen weiterführenden Anmerkungen gefolgt wären, dann wüssten Sie das auch.
        Aber sei es drum …
        Ein weiterer Kommentar zur Lage von oeconomicus:

        https://oconomicus.wordpress.com/2015/02/17/eklat-in-brussel/

  4. Traumschau 17. Februar 2015 at 11:27 #

    Ein Nachtrag, weil es gerade so gut passt:

    https://www.radio-utopie.de/2015/02/17/iwf-kredite-an-die-ukraine-ziel-ist-die-vollstaendige-destabilisierung-des-landes/

    Das “Spiel” ist immer das gleiche!
    LG

  5. GS 17. Februar 2015 at 12:44 #

    Moscovici ist für mich ein typischer Vertreter der ersten EU-Politikgarde, zuhause gnadenlos gescheitert, dann nach Brüssel abgeschoben.

  6. ben 17. Februar 2015 at 12:52 #

    Verstehe das Problem nicht. Verschuldet sind doch alle Staaten Europas und eigentlich der ganzen Welt über selbstgesteckte Ziele hinaus. Vertragsbruch aller Orten.

    Verschuldung ist die Devise (Antwort). Entschuldung durch Verschuldung. Nimmt das Volk nicht genug Kredit auf, dann macht das der Staat. Börse (Spielbank Nr. 1) jeden Tag beste Sendezeit. Dort kaufen wir unsere eigenen Schulden und die des Nachbarn als Anleihen, Staatsanleihen, Schuldverschreibungen, Bonds etc. und Ableitungen davon (Derivate (derive = abgeleitet) etc. . Wer als erster das Geld abzieht nimmt das Geld der anderen mit – nur wann ist der Zeitpunkt??
    Finanzminister Varoufakis hat in den USA studiert. Er weiß das die USA permanent diesen Weg der Geld Generierung wählen. Div. Finanz “Experten” scheinen immer noch ernsthaft über Entschuldung nachzudenken. (- D- 300 Jahre bis zur Enschuldung, Japan 1000 Jahre)
    Oder geben das fürs Volk zumindest so vor das Volk schön sklavisch bleibt.

    Varoufakis und Tsipras liegen da völlig richtig. Dieses Geld-System ist eine MÄR und generiert wird das Geld eh aus dem nichts. Warum sollen da Griechen noch hungern müssen oder gar Abgaben mäßig in die Bredoullie kommen.
    Wenn Banken systemrelevant sind was sind dann Menschen???

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