Von nun an geht’s bergab

Der Aufschwung in der EU ist schon wieder vorbei. Im neuen Jahr überwiegen die “Abwärts-Risiken”, teilt die EU-Kommission mit. Das Wachstum in der Eurozone wurde in der Winterprognose von 1,8 auf 1,7 Prozent gekappt.

Der angebliche Wachstumsmotor Deutschland schneidet mit 1,8 Prozent kaum besser ab. Trotz schwachem Euro, Minizins und Billig-Öl zieht die Konjunktur nicht an, selbst die Ausgaben für Flüchtlinge bringen keinen Boom.

Was soll erst passieren, wenn China weiter schwächelt und sich die neuen Rezessionsängste in den USA bewahrheiten? Ganz zu schweigen von den durchaus realen Risiken eines neuen globalen Finanz-Crashs?

Unser neue Darling Großbritannien wird uns dann jedenfalls nicht helfen. Dort liegt das Wachstum mit 2,1 Prozent zwar etwas höher. Aber ansonsten häuft UK Defizite auf Defizite, genau wie die USA…

Mehr zur Eurokrise hier, mehr Details am Freitag für Members only

, ,

3 Responses to Von nun an geht’s bergab

  1. Claus 4. Februar 2016 at 16:08 #

    Kappung des „Wachstums“ von 1,8 auf 1,7%? In meinem nächsten Leben wäre ich dann gern der wohlalimentierte Chefstatistiker der EU. Im Industriebereich würde man dies als „Stagnation“ bezeichnen und alle Leute, die in der Jahresprognose bei bekannten Ungenauigkeiten im Null-Komma-Irgendwas-Prozentbereich herumschwafeln, direkt nach Hause schicken. Wobei Stagnation, verbesserte man gleichzeitig die innere Qualität des volkswirtschaftlichen Gesamtsystems, ja nicht unbedingt schlecht ist. Unendliches Wachstum gibt es ohnehin nicht – irgendwann ist immer Schluss.
    Da können sich die EU-Statistiker ja freuen, dass seit 2015 der Drogenhandel und alle Varianten der Kriminalität als neuer „Wachstumsmotor“ den EU-Bruttoinlandsprodukten hinzugerechnet werden – sonst wäre wohl noch ein „Negativ-Wachstum“ zu beklagen gewesen. Da sollten wir die Damen vom Dienstleistungsgewerbe und die Mafia-Bosse ermutigen, einen anständigen Beitrag zum EU-Wachstum abzuliefern und gute Zahlen für 2016 vorzulegen. Vielleicht gibt es auch dafür ein schönes Förderprogramm aus Brüssel.

  2. DerDicke 4. Februar 2016 at 16:49 #

    Schau mer mal, die Prognosen sind im Moment mehr als wackelig, in der Wirtschaft knallt es überall. Vielleicht fliegt uns diesmal eine Bank um die Ohren, die Deutsche fällt mir da spontan ein. Da braucht schon jemand 50 Billionen im Sparstrumpf um die zu retten.
    http://www.zerohedge.com/news/2016-02-03/it-time-panic-about-deutsche-bank
    Staatsanleihen – bzw. Anleihen allgemein – sind auch ein heißes Pflaster:
    http://www.rottmeyer.de/the-biggest-short-neuauflage-der-subprime-blase-in-einer-voellig-anderen-dimension/
    Oder vielleicht ein kleiner Krieg Türkei – Russland?
    http://www.zerohedge.com/news/2016-02-04/oil-spikes-near-33-after-turkey-invade-syria-rumor
    2016 wird ein interessantes Jahr.

    • Claus 5. Februar 2016 at 10:29 #

      Ja, es bleibt spannend. Die Deutsche Bank wäre uns bereits 2008 um die Ohren geflogen, wenn die US-Regierung die AIG sozialverträglich abgewickelt anstatt sie mit einem gigantischen Bailout rausgehauen hätte. Das wäre vielleicht neben den „Rettungsaktionen“ für Commerzbank, IKB, HRE, WestLB, LBBW, BayernLB, HSH Nord und anderen der entscheidende Stimulus für eine Rückbesinnung auf die Funktion von Banken gewesen. Auch hier ist trotz vollmundiger Ankündigungen seitens der EU außer verzagten Drehungen an den Eigenkapitalschrauben und EU-weiter Exponierung der gut ausgestatteten deutschen Einlagensicherung durch Herrn Schäuble praktisch nichts passiert.

Powered by WordPress. Designed by WooThemes

Clef two-factor authentication Web Statistics

Clicky