Verliert Merkel EUropa?

Gerade erst wurde sie zur Person des Jahres gekürt, nun lauern schon die Geier. Verliert Merkel Europa (“Is Merkel losing Europe”) fragt ausgerechnet das amerikanische Carnegie-Institut.

Der Hintergrund ist natürlich die Flüchtlingskrise, vor allem seit Köln. Hier in Brüssel hallt aber auch noch die massive Kritik von Italiens Regierungschef Renzi an der Kanzlerin nach.

Die meisten Experten geben sich – wie zu erwarten – vorsichtig bis abwartend. Niemand möchte es sich mit der mächtigsten Frau EUropas verderben, jedenfalls nicht vorschnell.

Außerdem ist die Frage falsch gestellt. Meiner Meinung nach wird die EU derzeit fast nur noch von Deutschland getragen. Die eigentliche Frage ist deshalb, ob Merkel Deutschland verliert?

Und das dürften wir in den nächsten Wochen erfahren. Wenn sich die Flüchtlingskrise bis Juni nicht messbar entspannt hat, dann könnte es eng werden für die Frau des Jahres… Mehr zum deutschen Europa hier

 

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11 Responses to Verliert Merkel EUropa?

  1. Peter Nemschak 14. Januar 2016 at 08:36 #

    Ob Merkel Europa oder Deutschland verliert ist sekundär gegenüber der Frage ,ob Europa als supranationales politisches Gebilde scheitert und wie lange die faktisch in vielen Lebensbereichen eingeübte europäische Praxis stark genug ist, die EU über eine längere visionslose Periode zusammen zu halten.

    • Claus 14. Januar 2016 at 09:49 #

      Sehr geehrter Herr Nemschak, die Frage, in welchem Umfang eine EU als supranationales Gebilde noch gewünscht wird, gehört der verfassungsrechtlich hierfür einzig und allein zuständigen Instanz, und das ist der Souverän (auch genannt Bürger), der beteiligten Mitgliedsstaaten in Form eines Referendums vorgelegt. Und nicht den Interessenverbänden der internationalen Groß- und Finanzindustrie, auf die der jämmerliche Zustand der EU in ihrer heutigen Form maßgeblich zurückgeht. Ich vermute, dass das, was heute die „EU“ ausmacht, in den Mitgliedsländern nicht mehr mehrheitsfähig ist. Und vielleicht diente es der Freundschaft, wenn wir den Franzosen nicht mehr vorschreiben, wie hoch verschimmelt der leckere Käse sein darf, den sie schon immer so genossen haben und die Franzosen uns nicht mehr gängeln, motorisierte Geh-Hilfen statt Autos zu bauen.

      • Peter Nemschak 14. Januar 2016 at 10:26 #

        Ich fürchte, die Menschen schätzen etwas erst dann, wenn sie es verloren haben.

      • DerDicke 14. Januar 2016 at 11:10 #

        Herr Nemschak, damit meinen Sie sicherlich den Käse und die schnellen Autos. Daher gebe ich ihnen Recht.

  2. Peter Nemschak 14. Januar 2016 at 14:32 #

    @Der Dicke Dafür reicht eine Zollunion.

    • DerDicke 14. Januar 2016 at 15:03 #

      In wie weit bringt eine Zollunion den von Brüssel verbotenen Käse zurück? Oder die Glühbirnen? Wenn ich im Jahr für insgesamt 1h im Schuppen das Licht benötige will ich weder in LED-Technik investieren noch eine Quecksilberlampe einbauen, die bei -10° ohnehin kaum Licht erzeugt.

      • Claus 14. Januar 2016 at 18:25 #

        Das sehe ich genauso! Und ich liebe meinen 150W-Halogenstrahler in meinem Schuppen besonders an Tagen wie jetzt: Erstens ist er schön hell und zweitens macht er mir den Schuppen kuschelig warm! Damit ersetzt er mir einen Elektro-Heizofen. So hatte früher alles seinen Sinn!

      • Peter Nemschak 14. Januar 2016 at 18:44 #

        Halogen 28 W gibt rd. 40 Watt, gleiches Gewinde wie herkömmliche Glühbirnen.

      • Claus 14. Januar 2016 at 19:39 #

        Aber 28W machen mir meinen Schuppen nicht warm! Und bei einer 100W- oder 250W-Lampe spar ich mir den Heizstrahler, den ich sonst laufen lassen müsste! Da hätte ich mit LED- oder EU-Quecksilber-Sondermülllampen nichts gewonnen, jedenfalls nicht in meinem Schuppen im dunklen Winter.

      • DerDicke 15. Januar 2016 at 09:20 #

        Es geht mir nicht um die Glühbirne und den Käse.
        Es geht mir um die Bevormundung.
        Ich bin Mitte 40, da muss mir kein Brüsseler ZK vorschreiben ob ich Glühbirnen verwenden darf oder nicht. Und welcher Käse gut für mich ist. Als nächstes kämpfen wir mit Zwangssteuern und Grenzwerten gegen Salz und Zucker, um in 10 Jahren festzustellen dass salzarme Kost wesentlich schädlicher ist als salzreiche. Dann noch das böse Fett, oioioi.
        Ich habe das RECHT mich selbst zu schädigen. Wenn ich mir eine fettige Schweinshaxe reinziehe zu MEINEM Genuß dann hat das dem Rest der Welt und vor allem den Genossen in Brüssel am Arsch vorbeizugehen.
        So wie auch die Glühbirne im Schuppen.

  3. Peter Nemschak 14. Januar 2016 at 20:01 #

    @Claus Es gibt auch stärkere Strahler nach wie vor im regulären Handel, wobei Halogen sehr viele Wärme entwickelt

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