“Trump und Putin riskieren Eskalation”

In Brüssel spricht man nicht gern davon. Auch bei der G-20 in Hamburg ist die wachsende Kriegsgefahr in Europa kein Thema. Dabei ist das Risiko einer “militärischen Eskalation” akut geworden, warnen Experten.

Wenn sich US-Präsident Trump und Russlands Putin in Hamburg treffen, dann spekulieren alle nur über Männerfreundschaft und angebliche russische Einflussversuche in den USA und in der EU.

An die wachsende Kriegsgefahr in Europa denkt kaum jemand. Dabei ist sie nach der russischen Annexion der Krim und dem Nato-Aufmarsch in Osteuropa und im Baltikum akuter denn je.

Davor warnt das “European Leadership Network”, in dem Experten wie W. Ischinger, V.Rühe und J. Solana mitarbeiten. Vor allem in Syrien, aber auch im Cyberkrieg lägen Risiken einer Eskalation.

Für Europa kommt vor allem ein “Krieg aus Versehen” infrage, so die Experten. Zitat:

For example, during a period of high tension, increasing the combat readiness level of Russian long-range air defences and other A2AD assets in the Baltic or Black sea area, or staging major exercises with new or unexpected characteristics, could be read as preparation for an attack or the first stage of an attack.

Der deutsche G-20-Vorsitz müsste dies eigentlich zu einem zentralen Thema machen. Stattdessen schaut Kanzlerin Merkel zu, wie Trump und Putin ihr die Show stehlen und Fingerhakeln üben…

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5 Responses to “Trump und Putin riskieren Eskalation”

  1. Peter Nemschak 7. Juli 2017 at 16:15 #

    Wissen wir, was hinter den Kulissen passiert? Man sollte daher mit guten Ratschlägen vorsichtig sein. Emotional gesteuerte Vorurteile beeinträchtigen nur allzu oft das Urteilsvermögen. Die Hauptakteure, so nehme ich an, werden den Inhalt der militärstrategischen Analyse kennen. Die Lagebeurteilung durch die KSZE wäre interessant zu erfahren.

  2. Pjotr56 7. Juli 2017 at 18:46 #

    „Die Krim und das Völkerrecht
    Kühle Ironie der Geschichte
    Russland hat völkerrechtliche Ansprüche der Ukraine verletzt. Aber man sollte die Kirche im Dorf lassen. Wer am lautesten nach Sanktionen schreit, lenkt nur ab von der eigenen Blamage.
    Hat Russland die Krim annektiert? Nein. Waren das Referendum auf der Krim und deren Abspaltung von der Ukraine völkerrechtswidrig? Nein. Waren sie also rechtens? Nein. …“
    (Zitat von Prof. Reinhard Merkel, lehrt Strafrecht und Rechtsphilosophie an der Universität Hamburg. Quelle: FAZ – Feuiletton – 07.04.2014)

    @ebo: Nicht immer dem Mainstraem Alles glauben/nachplappern. Das offizielle wording von der „völkerrechtwidrige Annektion der Krim durch Putin = Rußland“ liest/hört man heute gefühlte 50 x pro Tag und es wird dadurch nicht richtiger!
    Gerade wir Deutschen – und zwar alle! – haben seit dem „Sender Gleiwitz“ die Pflicht, nicht jeden Scheiß zu übernehmen, den uns die Eliten vorkauen.

    Mit der aufgezeigten Eskalationsgefahr liegst du vollkommen richtig. Um die zu erkennen braucht es allerdings keine „Experten“ wie Experten wie W. Ischinger, V.Rühe und J. Solana.
    Es bedarf lediglich des Mutes, sich seines eigenen Verstandes zu bedienen, also gar nicht so schwer, oder etwa doch?

    • Peter Nemschak 7. Juli 2017 at 22:07 #

      Wahlen und Referenden unter russischer Aufsicht und Herrschaft sind nichtig, weil Russland keine Demokratie im westlichen Sinn ist. Scheindemokratische Abstimmungen sind auch in Diktaturen üblich und machen Diktaturen nicht demokratischer.

  3. F.D. 7. Juli 2017 at 20:57 #

    Passen Sie mal auf: Am Ende ist es noch die Männerfreundschaft zweier Despoten, die uns vor dem 3. Weltkrieg rettet.

  4. Anonymous 8. Juli 2017 at 12:22 #

    Gemach, gemach, alles halb so schlimm. Die Kriegsgefahr besteht doch hauptsächlich in US-amerikanischer Gekränktheit! Darin, dass die schier unendlich große US-Armee mit ihrer größtenteils schrottigen aber andererseits ihrer auch teilweise first class Ausrüstung und Bewaffnung nach der einstigen Trittbrett-Mitsiegerschaft im 2. WK (besonders ruhmreich im Krieg auf den Rheinwiesen) nie wieder so richtig gewonnen hat.
    Die undankbaren Koreaner, Somalier, Kubaner, Vietnamesen, Taliban, Iraker, Libyer, der IS und die Assad-Syrer leben zwar undemokratisch in Unfreiheit, zum Teil sogar im Chaos, aber sie ließen nie einen kompletten, klassischen US-Sieg zu und es gibt dort keine US-gewollten neuen demokratischen Staatsformen. Spielverderber.
    Was blieb den Amerikanern da eigentlich anderes übrig, als sich jetzt mühsam eine besonders schwächliche, endlich klassisch besiegbare Gegnerschaft auszusuchen, zu provozieren und dann platt zu machen? Und dabei stießen sie auf Russland und China, Kolosse zwar, aber solche auf bekannt tönernen Füßen. Außer wahlfälschenden Hackern haben die Russen doch nichts zu bieten. Die Chinesen haben selbst genug Probleme mit ihren zahlreichen immer wieder umfallenden Reissäcken. Da kann ich den im Grunde genommen friedliebenden Herrn Trump gut verstehen, dass er wegen des Vorzeige-Effektes zuerst das schändliche Nordkorea bomben will. In der Hoffnung, dass dann Russland und China sich sofort kampflos geschlagen gäben. Sieg durch Aufgabe. Immerhin sind kürzlich von den 59 Straf-Marschflugkörpern gegen den syrischen Militärflugplatz gewaltig viele, Stücker 22 tatsächlich im Ziel eingeschlagen. Das waren mehr als 37%. Geradezu furchteinflößend effizient. Einige von den Russen dort haben Anfälle erlitten.
    Zugleich schmiedet so ein gemeinsamer Oberfeind wie Russland die sensibel bröckelnde EU wieder zusammen. Also kein Krieg in Sicht, sondern die blanke Friedensförderung.

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