Sie lassen Griechenland wieder hÀngen

Eine “deutliche Zunahme” an BootsflĂŒchtlingen aus der TĂŒrkei meldet die griechische Regierung. Höchste Zeit, Athen zu helfen, sollte man meinen. Doch die EU lĂ€sst Griechenland wieder hĂ€ngen.

Die “Partner” haben nicht einmal auf die 566 Boat people reagiert, die in den letzten Tagen auf den griechischen Inseln gelandet sind. Weitere 14.000 sitzen in Lagern fest, die “Umverteilung” findet nicht statt.

Auch die versprochenen Hilfskredite lassen auf sich warten. Die Eurogruppe will keine Entscheidung treffen; sie beharrt auf weiteren Einschnitten bei Rente, Arbeits- und Streikrecht. Keine Hilfe ohne Kahlschlag!

Dass es auch anders geht, hat die EU gerade in der Ukraine bewiesen. Dort wurden Rekord-Summen ausgezahlt, obwohl die Regierung in Kiew so ungefĂ€hr das Gegenteil dessen macht, was BrĂŒssel fordert.

Offenbar ist der EU mehr daran gelegen, Russland zu Ă€rgern, als die TĂŒrkei in die Schranken zu weisen. Und an einer Lösung der Schuldenkrise in Griechenland hat sie schon gar kein Interesse mehr, oder?

P.S. Einer jĂŒngsten Umfrage zufolge haben 71 Prozent der Griechen eine negative Einstellung gegenĂŒber der EU, meldet Euronews. Kein Wunder, oder?

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7 Responses to Sie lassen Griechenland wieder hÀngen

  1. Pjotr56 20. MĂ€rz 2017 at 17:36 #

    Danke fĂŒr die Informationen Ebo! Und genau deswegen ist diese selbsternannte “Werte”gemeinschaft fĂŒr mich seit dem Umgang ihrer von mir nicht gewĂ€hlten ReprĂ€sentanten mit den Wahlen in GR 2015 gestorben.

    Zu den Mechanismen mit denen diese Heuchler ihre verlogene, menschenverachtende Politik betreiben hat sich in einer aktualisierten Neuauflage kĂŒrzlich Prof. Rainer Mausfeld geĂ€ußert:
    Die Angst der Machteliten vor dem Volk:

  2. Peter Nemschak 20. MĂ€rz 2017 at 21:51 #

    Dass es keine Umverteilung von FlĂŒchtlingen gibt, sollte sich mittlerweile herumgesprochen haben. Die Tage der Regierung Tsipras sind gezĂ€hlt, möge die nĂ€chste Regierung ihr GlĂŒck versuchen. Viel GlĂŒck !

    • hintermbusch 21. MĂ€rz 2017 at 07:49 #

      “Dass es keine Umverteilung von FlĂŒchtlingen gibt…”
      Und wo bleiben die Konsequenzen fĂŒr diejenige, die diese Umverteilung ihren BĂŒrgern versprochen hat?

  3. Athanasios Papapostolou 21. MĂ€rz 2017 at 08:55 #

    Griechenland ist immer noch, auch im Vergleich zu anderen europĂ€ischen Staaten, ein relativ wohlhabendes Land und es hat 11 Millionen Einwohner. Die Schuldenkrise ist in der Tat ein grosses Problem aber es darf nicht fĂŒr jede absurde Aktion als Entschuldigung herhalten. Mehrere griechische Inseln haben menschenverachtende FlĂŒchtlingslager aufgebaut. Und das mit nur einer Strategie: Sie sollen abschrecken! 14000 FlĂŒchtlinge sollten fĂŒr das Land kein Problem darstellen wenn guter Wille bestehen wĂŒrde. Aber die (vermeintlich) linke Regierung in Athen will aber nicht. Also, worĂŒber sprechen wir eigentlich?

  4. hintermbusch 21. MĂ€rz 2017 at 12:12 #

    “14000 FlĂŒchtlinge sollten fĂŒr das Land kein Problem darstellen”
    Das Problem besteht darin, dass es schnell viel mehr werden, wenn der gute Wille der griechischen Regierung spĂŒrbar wird. Auf diesem Weg ist das Problem fĂŒr Griechenland objektiv nicht zu lösen. Die Abschreckung muss glaubwĂŒrdig kommuniziert werden, damit sie nicht grausam praktiziert werden muss. Das ist die wirkliche Schwierigkeit.
    Vielleicht können hier Fake News helfen? Horror-Geschichten ĂŒber “menschenverachtende”, nein “blutrĂŒnstige FlĂŒchtlingslager” auf den griechischen Inseln? Ist das vielleicht sogar Ihr Job?

    • Athanasios Papapostolou 21. MĂ€rz 2017 at 13:03 #

      Stimmt, ich arbeite in einer unterirdischen fake-news-Fabrik, die von Frau Merkel persönlich geleitet wird. Oder aber, ich bin Grieche und stamme selbst aus einer kleinen ÄgĂ€is-Insel und habe die ZustĂ€nde mit eigenen Augen gesehen. Sie dĂŒrfen Sich aussuchen, welche Antwort Ihnen plausibler erscheint.

  5. hintermbusch 21. MĂ€rz 2017 at 14:17 #

    Ist schon gut, das mit den Fake News war nur ein Scherz.
    Sie sagen, dass Griechenland noch immer ein relativ wohlhabendes Land ist. BefĂŒrchten Sie nicht, dass sich das spĂ€testens dann Ă€ndert, wenn alle kommen können, die gerne kommen wĂŒrden? Wie soll das ohne Abschottung aufhören, ohne dass die Lage in Griechenland, nein, in ganz Europa so schlecht wird wie in den HerkunftslĂ€ndern?

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