Schuldenquote strebt gegen 100%

Wachstumsfreundliche Konsolidierung“ heißt der Kurs, den Berlin der EU vorgegeben hat. Doch neue Zahlen von Eurostat zeigen, dass er nicht funktioniert.

Zwar ist die Neuverschuldung im Euroraum 2014 von 2,9 auf 2,4 Prozent der Wirtschaftsleistung gefallen. Besonders deutlich war der Rückgang übrigens in Griechenland.

Doch gleichzeitig ist die Schuldenquote weiter gewachsen: Von 90,9 auf 91,9 Prozent. Anders ausgedrückt: Bald ist der öffentliche Schuldenberg in Euroland so hoch wie das BIP. Geplant waren mal 60 Prozent…

Das liegt vor allem am weiter viel zu schwachen Wachstum. Wir haben nämlich keine „wachstumsfreundliche Konsolidierung“, sondern eine wachstumsfeindliche. Und deswegen auch keine echte Konsolidierung…

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5 Responses to Schuldenquote strebt gegen 100%

  1. DerDicke 21. April 2015 at 16:55 #

    Vermögensquote strebt gegen 100%. Klingt nicht ganz so erschreckend, ist aber die andere Seite der Münze. Wenn ich Schulden abbauen will dann muss ich Vermögen abbauen. Aber nicht bei denen, die ohnehin keines haben. Und an die, die eines haben will man nicht herangehen. Also wird die Quote weiter steigen.
    Wir sind ja nicht bei den Marsmenschen, sondern untereinander verschuldet. Oder etwa nicht?

    • ebo 21. April 2015 at 17:28 #

      Die große Frage ist dann aber: Wer hält das Vermögen? Bestimmt nicht Familie Mustermann… eher schon Banken und institutionelle Anleger, die im Zweifel nicht davor zurückschrecken, einzelne Euroländer anzugreifen!

      • DerDicke 22. April 2015 at 09:46 #

        „institutionelle Anleger“ sind auch keine Marsmenschen, sie verwalten die Vermögen ihrer Kunden.
        Würde also eine Vermögenssteuer und eine entsprechend hohe Steuer auf die Spekulationsgewinne erhoben werden dann würden diese unnützen Vermögen (sie sind unnütz, da sie in deinem Beispiel sogar destruktiv eingesetzt werden) mit der Zeit abschmelzen (und mit ihnen ein Teil der Schulden).
        Es ist ohnehin ein Zeichen der einsetzenden Dekadenz der westlichen Welt dass es eine „Finanzindustrie“ überhaupt gibt. Sie erzeugt nichts. Wohlstand wird von der realen Wirtschaft erzeugt, nicht indem man so lange 0en und 1en durch Computer jagt bis die Zahl groß genug ist. Hier werden nur die Arbeiter, Angestellten, Beamten, Selbstständigen und Unternehmer um die Früchte ihrer Arbeit gebracht, da Geld „erzeugt“ wird (z.B. auf Kosten der Steuerzahler) dem keine Produkte gegenüberstehen.

      • ebo 22. April 2015 at 09:52 #

        Nun ja, Du weiß sicher, dass Streeck das noch mehr zugespitzt hat: Er spricht von einer Doppelrolle als Bürger UND Anleger. Die institutionellen Anleger sammeln natürlich einiges an Vermögen der Bürger in Euroland ein. Aber es kommen auch viele spekulative und ausländische Anleger hinzu. Sie zu besteuern, wäre eine gute Sache. Nur: wer fordert das, außer Piketti? Selbst Krugman hält dies für unrealistisch…

  2. Claus Oehler 23. April 2015 at 11:37 #

    Die Berechnungen von Dr. Bandulet von 2012 bewahrheiten sich. Der Euro ist aufgrund der desaströsen Geldpolitik Draghis bald Geschichte. Die Abkehr von Maastricht war ein Griff ins Klo und belastet vor allem den Steuerzahler.

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