Merkels “Schl√ľsselpartner” plant Krieg

Im Syrien-Krieg droht eine neue, brandgef√§hrliche Eskalation. Saudi-Arabien schickt Kampfjets und Truppen in die T√ľrkei, um eine Bodenoffensive in Syrien vorzubereiten, meldet der “Independent”.

Der t√ľrkische Au√üenminister best√§tigte die Vorbereitungen.¬†“Wenn es eine Strategie (gegen den¬†Islamischen Staat) gibt, k√∂nnten die T√ľrkei und¬†Saudi-Arabien einen Einsatz am Boden starten”, sagte Cavusoglu.

Damit durchkreuzen die T√ľrkei und Saudi-Arabien nicht nur die westlichen Pl√§ne f√ľr eine Waffenruhe. Sie fordern auch Russland und Iran heraus, die in Syrien ganz andere Ziele verfolgen und Assad st√ľtzen.

Die T√ľrkei, der “Schl√ľsselpartner” von Kanzlerin Merkel in der Fl√ľchtlingskrise, weist sich in diesem Konflikt als besonders unberechenbarer¬†und gef√§hrlicher Player.

Wenn Merkels neuer bester Freund Erdogan in den Krieg zieht, d√ľrfte bald eine neue Fl√ľchtlingsrolle gen EUropa rollen… –¬†Mehr zur Eskalation im Syrienkrieg hier¬†

P.S. Kaum war dieser Beitrag online, begann die T√ľrkei, kurdische Milizen in Nordsyrien anzugreifen. Dabei werden die Kurden von den USA unterst√ľtzt- und von Deutschland auch (jedenfalls im Irak)…

 

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14 Responses to Merkels “Schl√ľsselpartner” plant Krieg

  1. Reinard 13. Februar 2016 at 13:07 #

    Und die T√ľrkei tritt aus der NATO aus oder wie? Das Durcheinander ist langsam nicht mehr erkl√§rbar.

    • Peter Nemschak 13. Februar 2016 at 14:42 #

      Warum? Auch andere NATO-Länder kämpfen (friedlich nebeneinander) gegen den IS.

      • ebo 13. Februar 2016 at 14:58 #

        Wieso? Meines Wissens ist Saudi-Arabien nicht Mitglied der Nato. Und die Nato ist bisher auch nicht Teil der Anti-IS-Koalition, schon gar nicht der neuen sunnitischen Kampftruppe.

  2. Peter Nemschak 13. Februar 2016 at 13:42 #

    Wie vorauszusehen war, k√§mpfen die Regionalm√§chte T√ľrkei, Saudiarabien (sunnitisch) und ihren Verb√ľndeten mit dem Iran (schiitisch) und seinem verb√ľndeten Russland um die Hegemonie in der Region. Assad ist dabei f√ľr den Iran und Russland Mittel zum Zweck. Nachdem die t√ľrkische Hoffnung auf einen baldigen Sturz Assads nicht aufgegangen ist, tritt die T√ľrkei nun selbst in die K√§mpfe ein. Interimistisch k√∂nnten die Kurden Nutznie√üer sein, da die T√ľrkei derzeit einen Mehrfrontenkrieg nicht gebrauchen kann. Die Friedensgespr√§che werden wohl wieder vertagt werden m√ľssen. Durchaus m√∂glich, dass sich Erdogan beim Einbremsen des Fl√ľchtlingsstroms mehr anstrengen wird, da er das Geld der EU f√ľr seine kostspieligen regionalen Machtambitionen gut gebrauchen kann.

  3. luciérnaga rebelde 13. Februar 2016 at 14:36 #

    Saddam Hussein wollte die √Ėlvorkommen verstaatlichen, Muhamad Khadafi hatte sie bereits verstaatlicht. Beide wurden, nach General Schwarzkopf “in die Steinzeit zur√ľckgebombt”. Assad ist auf dem Weg dazu‚Ķ Kurioserweise kommen von dorther die tausendk√∂pfigen Drachen.

  4. Peter Nemschak 13. Februar 2016 at 18:01 #

    @ebo Die NATO verbietet ihren Mitgliedern nicht eigene Kriege zu f√ľhren. Sie leben gedanklich noch in der Zeit des Kalten Krieges. Die Welt ist seither pluralistischer geworden, auch was das Kriegf√ľhren betrifft.

  5. GS 14. Februar 2016 at 00:00 #

    Jetzt haben die T√ľrken schon mal bei Aleppo die Kurden bombardiert. Spielen die jetzt alle v√∂llig verr√ľckt? Wann zeigen mal ein paar Leute in der Bundesregierung R√ľckgrat und machen Merkel klar, dass der Autokrat in Ankara zusammen mit den saudischen Scheichs einer der schlimmsten Gestalten der Weltpolitik ist?

    • Peter Nemschak 14. Februar 2016 at 09:02 #

      Das mag schon so sein. Nur sind die T√ľrken und Saudis derzeit n√ľtzlicher und weniger gef√§hrlich f√ľr Europa als Putin, der die EU zerst√∂ren will. Die Feinde meines Feindes sind meine Freunde. Realpolitik muss sich nach der Decke strecken. In Syrien haben Sie die Wahl zwischen Pest und Cholera.

      • DerDicke 14. Februar 2016 at 11:35 #

        Sobald T√ľrken oder Saudis gegen Assads Triuppen vorgehen gibt es eine Flugverbotszone √ľber Syrien, diesmal von Russland durchgesetzt. Warum sind die Saudis in der T√ľrkei stationiert? Damit sie nach dem Bombenabwurf schnell den Schwanz einziehen k√∂nnen da sie wissen, dass Russland nicht direkt gegen die T√ľrkei vorgehen kann. Sollte die T√ľrkei jedoch aktiver Kriegspartner sein, der an einem Angriffskrieg gegen Syrien unter Einsatz von Bodentruppen beteiligt ist – dann hoffe ich sehr, dass die NATO sich raush√§lt. Und das gerade keine Bekannten dort unten Urlaub machen.
        Lauter Spinner dort unten. Und nur weil Assad “weg soll”. Mehr als die H√§lfte der Deutschen ist mittlerweile der Meinung Merkel soll weg. Wenn sich nun 5% Extremisten finden, die das auch mit Gewalt durchziehen w√ľrden – d√ľrfen die Russland um Hilfe beim “Regime Change” bitten? Dann gewaltsam demonstrieren und randalieren, w√§hrend Russland darauf besteht, dass die Meinungsfreiheit unbedingt gew√§hrleistet werden muss und man blo√ü keine Polizei einsetzen darf. Den Rest kennen wir dann ja…

      • GS 14. Februar 2016 at 12:45 #

        Lies den Quatsch, den Du gerade geschrieben hast, nochmal. Erdogan ist nicht n√ľtzlich, sondern eskaliert massiv und droht, einen gro√üen Krieg zu provozieren, w√§hrend er uns gleichzeitig erpresst. Das nennst Du n√ľtzlich? Da fehlen mir die Worte…

  6. kaush 14. Februar 2016 at 14:05 #

    Der Friedensnobelpreisträger von 2009 Obama und der von 2012, die EU, taumeln wie die Schlafwandler weiter Richtung 3. Weltkrieg.

    Beim 1. Weltkrieg war der Balkan der Ausgangspunkt, dieses mal ist es der von den USA völlig destabilisierte nahe Osten und Teile Nordafrikas.

  7. kaush 14. Februar 2016 at 14:28 #

    Diese Aussagen sollte man sich genauer ansehen:

    “Es gibt an diesem Wochenende wohl niemanden im Konferenzsaal des Bayerischen Hofes, der nicht wei√ü, dass die Nato-Staaten √ľber Atomwaffen verf√ľgen. Es w√§re unn√∂tig, die knappe Zeit am Rednerpult darauf zu verwenden, diesen Umstand hervorzuheben, wollte man damit nicht eine Botschaft verbinden. Jens Stoltenberg, Generalsekret√§r der Nato, tut es.

    Sein B√ľndnis werde die Kapazit√§ten f√ľr Verteidigung und Abschreckung weiter ausbauen, sagt er. Es geht in erster Linie um die Verlegung von Truppen und Ger√§t in die √∂stlichen Nato-Staaten und um verst√§rkte √úbungen. Doch Stoltenberg sagt auch: “Unsere Abschreckung hat auch eine nukleare Komponente.”

    Der Ton f√ľr einen Tag voller konfliktreicher Debatten auf der M√ľnchner Sicherheitskonferenz war damit vorgegeben. Eigentlich soll es auf Konferenzen wie diesen um Dialog gehen. Stoltenberg deutete auch an, man arbeite an einem Treffen des Nato-Russland-Rates. Doch der russische Premierminister Dimitri Medwedew lie√ü sich die Gelegenheit nicht entgehen, scharf auf Stoltenberg zu antworten.

    Russland werde vom Westen zur gr√∂√üten Bedrohung erkl√§rt, so Medwedew. Auf Stoltenbergs √Ąu√üerung antwortete er: “Es werden erschreckende Szenarien gezeichnet, in denen die Russen einen Atomkrieg anfangen.” Manchmal frage er sich, ob wir im Jahr 2016 oder im Jahr 1962 leben. Die Sicherheit der vergangenen Jahrzehnte sei “auf den Ruinen des Zweiten Weltkriegs” gebaut gewesen, so Medwedew. Klare Prinzipien h√§tten es damals erm√∂glicht, ideologische Unterschiede zu √ľberbr√ľcken. “Brauchen wir einen dritten Weltschock, um zu verstehen, dass wir die Zusammenarbeit brauchen und nicht die Konfrontation?”…”
    http://www.n-tv.de/politik/Russland-warnt-vor-drittem-Weltschock-article16992276.html

    Unter diesen Rahmenbedingungen, diesem trommeln f√ľr Krieg seitens der Transatlantiker, stelle ich mir die Frage, ob die T√ľrkei und die Saudis jetzt tats√§chlich nur auf eigene Rechnung handeln?

    • Peter Nemschak 14. Februar 2016 at 16:18 #

      Nehmen Sie nicht das russische Ablenkungsman√∂ver f√ľr bare M√ľnze.

  8. Peter Nemschak 15. Februar 2016 at 13:58 #

    @ GS Die Rolle Erdogans ist zwiesp√§ltig, auf der einen Seite n√ľtzlich, aber politisch und finanziell f√ľr die EU teuer, ein unverl√§sslicher Partner in jedem Fall. Seine Interessen √ľberlappen sich nur teilweise mit denen der EU. Sowohl f√ľr die EU wie die T√ľrkei ist Russland Gegner im Spiel der M√§chte, f√ľr die T√ľrkei (traditionell) im Mittleren Osten, f√ľr die EU in Europa, wo Putin die EU zerst√∂ren will, um Separatfrieden mit einzelnen Mitgliedern schlie√üen zu k√∂nnen. Erdogan hat gehofft, dass Assad fallen w√ľrde, hat sich dabei aber verrechnet. Die T√ľrkei k√§mpft in der Region gemeinsam mit Saudiarabien gegen den Iran und seinen Verb√ľndeten Russland um die regionale Hegemonie. Die EU ist durch den Fl√ľchtlingsstrom Leidtragende dieses Kampfes und hat mangels politischen Konsens wenig Alternativen.

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