Roaming adé – und nun?

Jetzt wird es aber wirklich wahr: Ab Sommer sollen Reisende ohne Zusatzkosten im EU-Ausland mobil telefonieren und im Internet surfen können, beschloß das Europaparlament. Und nun – war’s das?

Geschlagene zehn Jahre hat es gedauert, bis die Roaming-Gebühren abgeschafft wurden. Es brauchte erst eine große EU-Krise – damals wegen der gescheiterten Verfassung – damit Brüssel endlich handelte.

Nun haben wir gleich mehrere große Krisen. Doch außer kostenlosem Surfen auf allen Dorfplätzen – das hat Juncker im September 2016 versprochen – fällt der EU-Kommission nichts Neues ein.

Dabei liegt das Gute doch so nah: Warum setzt sich Brüssel nicht für die Schaffung von europaweit gültigen SIM-Karten und -Tarifen? Warum wird die Kleinstaaterei in der Telekom nicht überwunden?

Und wie wäre es mit EU-weiten Internet-Angeboten, die den Verbrauchern helfen? Es muss ja nicht gleich ein europäisches Google sein. Aber ein wenig mehr Ehrgeiz würde ich mir schon wünschen.

Denn sonst bleibt der böse Verdacht, dass das schöne neue “Digital Europe” auch wieder nur eine Erfindung von Lobbyisten ist – und vor allem den Unternehmen dient, nicht aber den Verbrauchern…

 

 

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2 Responses to Roaming adé – und nun?

  1. Claus 7. April 2017 at 11:05 #

    Eine ist doch klar: Telekommunikationsunternehmen verorten sich nicht im Bereich der Wohlfahrt. Das können sie auch nicht, denn sie haben eine Gewinnverantwortung gegenüber ihren Aktionären. Was bleibt also? Richtig!!!
    Und nun sucht man schön die kommenden kleinen Tariferhöhungen in anderen Bereichen außerhalb der Roaming-Gebühren, denn die dürfen ja nicht mehr sein!

  2. Reinard 7. April 2017 at 11:29 #

    Dass es anders geht zeigen die telcos in den nordischen Ländern. In Litauen gibts 70 GB LTE für 20€/Mon. Und nachts umsonst.

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