Portugal knickt ein

Der Widerstand der neuen portugiesischen Linksregierung gegen die Austerit채tspolitik hat nicht lange gedauert. Nach massivem Druck aus Br체ssel hat Lissabon seine Defizitziel deutlich gesenkt- und die Wachstumsprognose auch.

Von zuletzt 4,2 Prozent soll das Defizit nun auf 2,4 Prozent gedr체ckt werden – was bei geringerem Wachstum neue harte Einschnitte bedeutet. Die EU-Kommission sch채tzt sie auf 950 Mill. Euro.

W채hrungskommissar Moscovici begr체횩te die neuen Vorschl채ge aus Lissabon, forderte aber weitere Debatten. Offenbar fordern die Hardliner in der Kommission noch h채rtere Einschnitte.

Neben den Dogmatikern in Br체ssel hatten auch die Finanzm채rkte gegen die versprochene Politikwende mobil gemacht. Sie begannen, gegen Portugal zu wetten – die EU nahm es wohlwollend hin.

Bleibt die Frage, was der Machtwechsel in Lissabon gebracht hat. Ist Portugal noch frei, fragte ich schon hier

Auch interessant:

, , ,

5 Responses to Portugal knickt ein

  1. Peter Nemschak 4. Februar 2016 at 12:27 #

    Frei wovon? Wer Kredit haben will, muss die Gl채ubiger davon 체berzeugen, dass er ihn bedienen kann. Offenbar 체berzeugt die bestehende Wirtschaftsstruktur Portugals nicht. Was ist in Portugal an die Stelle der in Billiglohnl채nder Asiens abgewanderten Industrie getreten?

    • DerDicke 4. Februar 2016 at 13:38 #

      Zumindest wenn er keine eigenen Zentralbank hat.
      Aber auch die ist nutzlos wenn sich die Spekulanten erst mal eingeschossen haben, sieht man sch철n an S체damerika. Egal, das System ist eh bald am Ende.

      Dunning hatte schon recht: 얛as Kapital hat einen Horror vor Abwesenheit von Profit, oder sehr kleinen Profit, wie die Natur von der Leere. Mit entsprechendem Profit wird Kapital k체hn. Zehn Prozent sicher, und man kann es 체berall anwenden; 20 Prozent, es wird lebhaft; 50 Prozent, positiv und waghalsig; f체r 100 Prozent stampft es alle menschlichen Gesetze unter seinen Fu횩; 300 Prozent, und es existiert kein Verbrechen, das es nicht riskiert, selbst auf Gefahr des Galgens.

      • Peter Nemschak 4. Februar 2016 at 14:05 #

        Sagen Sie das nicht. Die menschliche Gier, nicht das Kapital, treibt die Rendite vor sich her bis die Blase platzt. Da helfen Regularien nur bedingt.

  2. GS 4. Februar 2016 at 18:10 #

    Ich hab Deine Euphorie vor einigen Monaten nicht verstanden, ebo. Das war doch klar. Man hat ja nicht umsonst Tsipras letzten Sommer zu einer 180째-Wendung gezwungen. 횆ndern wird sich allenfalls etwas, wenn die Gro횩en aufstehen, Italien oder Frankreich. In Spanien werden die Sozialisten auch auf Kurs bleiben.

    • ebo 4. Februar 2016 at 18:22 #

      Was denn f체r eine Euphorie? “Tristesse im Troika-Musterland” hie횩 mein Post. Darin habe ich allerdings richtig prophezeit, dass es zu einem Machtwechsel kommen k철nnte. Dass die neue Regierung sich durchsetzt, habe ich nie gesagt, siehe “Ist Portugal noch frei”? Seid Griechenland sind die Regeln in Stein gemei횩elt, daran beissen sie sich nun die Z채hne aus.

Powered by WordPress. Designed by WooThemes