Panikmache mit Schengen

Was kostet das Ende von Schengen? Mindestens 470 Mrd. Euro – behauptet eine von Bertelsmann in Auftrag gegebene Studie. Angeblich könnten es aber auch 1,4 Billionen Euro sein!

Was soll man davon halten? Wenig, denn die Forscher kumulieren fĂŒr ihre Horror-Zahlen mögliche Verluste bis 2025, also fĂŒr zehn Jahre. Zudem gehen sie von unrealistischen Annahmen aus.

So sollen die Preise fĂŒr ImportgĂŒter um ein bzw. drei Prozent steigen – je nach Stringenz der Grenzkontrollen. Entsprechend hĂ€tten sie aber auch bei der EinfĂŒhrung von Schengen sinken mĂŒssen.

Dies war jedoch nicht der Fall. Es gab auch keine Wachstumsgewinne von hunderten Mrd. Euro. WĂ€re es so, mĂŒsste Bertelsmann als Erstes fordern, dass UK dem Schengen-Raum beitritt!

Fazit: Es handelt sich wohl eher um Panikmache pĂŒnktlich zum neuen Ultimatum der Bundesregierung Anfang MĂ€rz. Bis dann sollen die EU-Staaten Kanzlerin Merkel folgen, sonst… siehe oben!

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4 Responses to Panikmache mit Schengen

  1. Peter Nemschak 22. Februar 2016 at 12:21 #

    Über die Höhe der finanziellen Nachteile lĂ€sst sich streiten. Die Touristen wĂŒrden es spĂŒren und jedenfalls die Pendler, vor allem aus dem Osten, die derzeit sehr bequem die Grenze ĂŒberschreiten können. Die Drohung der Slowakei GrenzzĂ€une einzufĂŒhren, ist fĂŒr das Land kontraproduktiv, da tausende Tagespendler von Bratislava tĂ€glich nach Wien kommen, das 60 km entfernt ist. Ähnliches wird fĂŒr die Tschechen und Polen gelten, die nach Deutschland kommen. Daher sollten alle in Europa an einer europĂ€ischen Lösung der Migrationskrise Interesse haben.

  2. Claus 22. Februar 2016 at 12:34 #

    Bei der Bewertung dieses „Studie“ sollte nicht unberĂŒcksichtigt bleiben, dass Bertelsmann meistens das herausfindet, was Liz Mohn, die dort das Sagen hat, gern hĂ€tte, und Liz Mohn meisten so fĂŒhlt wie ihre persönlich Freundin Angela Merkel.
    Wollte damit sagen: Interessant hierzu wÀren auch Studien politisch unabhÀngiger Forschungseinrichtungen.

  3. kaush 22. Februar 2016 at 12:41 #

    Was soll man von so diesem neoliberalen Thinktank (oder auch die „Nebenregierung in GĂŒtersloh) halten? Am besten nichts!

    Pure Propaganda was die absondern.

    • Peter Nemschak 22. Februar 2016 at 20:48 #

      Geschrieben wird heutzutage vieles. FrĂŒher nannte man es MĂŒll, heute neudeutsch Spam. Schade ums Steuergeld. FĂŒr politische Zwecke ist die Studie unbrauchbar. Die Menschen wollen wissen, was sie persönlich betrifft. Die Milliarden, Billionen und Trillionen sagen ihnen nichts, sie wollen wie eh und je Mythen, Geschichten, Schuldige und Helden, an denen sie sich abarbeiten können und die ihr ZusammengehörigkeitsgefĂŒhl befriedigen. FĂŒr den Rest haben sie weder Zeit noch Nerven.

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