Terror, Trauer und Eigenlob

Vier Tage nach dem Anschlag in Barcelona haben die spanischen Behörden den mutmaßlichen Haupttäter europaweit zur Fahndung ausgeschrieben. Auch in Finnland und Belgien gibt es Terror-News.

Im belgischen Westflandern gebe es Hinweise, dass Islamisten schon in der Vorschule versuchen, die Kinder zu radikalisieren, meldet die Tageszeitung “Le Soir”. Angeblich gab es dort auch Morddrohungen.

Zudem wurde bekannt, dass der Imam von Ripoll, wo das Attentat in Spanien vorbereitet wurde, in der Brüsseler Vorstadt Vilvoorde gelebt hat. Es gibt also eine Belgien-Connection, wie bei den Attentaten in Frankreich.

Im finnischen Turku wurde ein 18-jähriger Asylbewerber aus Marokko als Hauptverdächtiger für einen Anschlag identifiziert, bei dem am Freitag zwei Menschen ums Leben gekommen waren.

Die EU-Kommission legte eine Gedenkminute für Turku ein. Zu den News aus Brüssel und Barcelona sagte sie nichts. Stattdessen zitierte ein Sprecher eine Umfrage, wonach die EU wieder beliebter werde.

Am Kampf gegen den Terror kann es nicht liegen. Denn die “Sicherheitsunion”, mit der Kommissionschef Juncker gegen Attentate vorgehen will, zeigt bisher keine greifbaren Ergebnisse…

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7 Responses to Terror, Trauer und Eigenlob

  1. Peter Nemschak 21. August 2017 at 15:56 #

    Wir wissen nicht, wie viele Anschläge im Vorfeld durch verstärkte Zusammenarbeit diverser Dienste verhindert wurde. Zumindest haben die meisten Menschen hinsichtlich Terrorabwendung keine unrealistischen Erwartungen. Schließlich können weder die EU noch die Mitgliedsstaaten Verkehrsunfälle nicht gänzlich verhindern. Die derzeit gute Wirtschaftslage dürfte der EU Rückenwind geben. Der BREXIT und die zu erwartenden negativen Folgen für das UK sowie das TRUMP-Erlebnis haben sicher auch dazu beigetragen.

    • ebo 21. August 2017 at 17:28 #

      Das Problem ist doch, dass der islamistische Terror mittlerweile fast alle EU-Länder erfasst hat. Die “Sicherheitsunion” schafft keine Sicherheit, sie gaukelt sie nur vor.

      • Peter Nemschak 21. August 2017 at 17:37 #

        Wir wissen nicht, wie es ohne Sicherheitsunion aussehen würde. Jedenfalls dürfte sich die Zusammenarbeit der Behörden seit dem Anschlag in Paris auf Charlie Hebdo deutlich verbessert haben. Ob das auch ohne formale Sicherheitsunion passiert wäre, wage ich nicht zu beurteilen. Mittlerweile ist Terror zur kurzfristig beängstigenden Unterbrechung des Alltags der Europäer geworden. Der Touristenalltag in Spanien ist rasch wieder zur Normalität zurückgekehrt. Stornos hielten sich in Grenzen. Die nach Ereignissen wie in Barcelona fast routinemäßige Meldung, dass alle Terroristen erschossen wurden, dürfte zur Beruhigung der Öffentlichkeit beitragen.

  2. Susanne 21. August 2017 at 19:31 #

    „Das Problem ist doch, dass der islamistische Terror mittlerweile fast alle EU-Länder erfasst hat. Die “Sicherheitsunion” schafft keine Sicherheit, sie gaukelt sie nur vor.“

    Es ist erschreckend ehrlich. Erst wenn nach der Personenfreizügigkeit die restlichen 3 der gefeierten Säulen der Freiheit ernsthaft schaden nehmen, wird sich die eu bewegen.

    • Peter Nemschak 21. August 2017 at 21:14 #

      Nur weil heute mehr kontrolliert wird, nimmt die Personenfreizügkeit doch keinen Schaden. Der Aufschrei in der Bevölkerung über Grenzwartezeiten hält sich in Grenzen. Früher war es auch nicht anders. Ihre Aufregung ist übertrieben.

  3. Susanne 22. August 2017 at 04:58 #

    Richtig, Herr Nemschak: die Personenfreizügigkeit wird hochgehalten und sorgt für ein munteres Treiben der Gefährder über die jeweiligen Landesgrenzen hinaus, zusätzlich zu den Gefahren der unkontrollierten Einwanderung.
    Die Grenzen in solch einer Terrorlage offen zu halten, halte ich für Ideologie. Und erst, wenn der Schaden nicht nur die Menschen, sondern das Kapital in den letzten 3 Säulen hart trifft, wird die eu eventuell zügig einen Job machen.

    • Peter Nemschak 22. August 2017 at 15:45 #

      Wollen Sie die Einführung der Visapflicht für Reisen innerhalb der EU?

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