Geheimakte Bulgarien

Nach dem Bankrun in Bulgarien hat die EU eine Milliardenspritze genehmigt. Sie soll das bulgarische Bankensystem stabilisieren und eine Ausweitung der Krise verhindern. Doch es gibt auch politische Intrigen – Oligarchen und Geheimdienste mischen mit. Was ist da los?

Es ist erst ein paar Wochen her, da brachte der “Spiegel” eine reisserische Story über Bulgarien, das “im Klammergriff des Kreml” sei und zu einem russischen “Brückenkopf” werden könnte.

Als Quelle wurde der Bundesnachrichtendienst genannt. Damals sah es noch so aus, als gehe es vorrangig um die Gaspipeline South Stream, die Bulgarien mit Russland bauen will.

Der deutsche Energiekommissar Oettinger will die Pipeline stoppen, weil sie mit EU-Recht unvereinbar sei. Doch nun kommt die Bankenkrise, die auf “kriminelle Gerüchte” zurückgeführt wird.

Sind es wirklich nur Gerüchte? Oder steckt mehr dahinter? Die EU-Kommission müsste es eigentlich wissen. Schließlich überwacht sie seit dem EU-Beitritt 2007 die Korruptionsbekämpfung in Sofia.

Erst im Januar hatte die Kommission einen Prüfbericht vorgelegt, bei dem auch um Organisiertes Verbrechen geht. Brüssel hält Sofia an der kurzen Leine – die wahre Macht wird hier, nicht in Moskau ausgeübt.

Doch die sozialistische bulgarische Regierung ist wohl nicht so folgsam, wie man es in Brüssel gerne hätte. Auch die Oligarchen, die hinter den Krisen-Banken stehen, ringen um den richtigen Kurs.

Die “Süddeutsche” vermutet deshalb “einen Warnschuss Moskaus”. Genauso gut könnte es die Krise aber auch von westlichen Geheimdiensten genutzt werden, um die Sozialisten zu schwächen.

Wurde nicht auch die Bankenkrise in Zypern mit einem BND-Bericht angeheizt? Gibt es nicht sogar eine Parallele zur Ukraine, wo Brüssel und Moskau um die Vorherrschaft streiten und Oligarchen einspannen?

Wie gesagt, die EU-Kommission müsste es eigentlich wissen. Doch sie schweigt…