Groteske Grexit-Debatte

Erst Lambsdorff, nun Malloch: Der Rauswurf Griechenlands aus dem Euro wird wieder hoffähig. Wobei es schon pikant ist, dass ein FDP-Politiker und der umstrittene designierte US-Botschafter ähnlich argumentieren.

Trump-Buddy Malloch prophezeit, dass Griechenland in einem oder anderthalb Jahren über den Austritt nachdenken muß. Lambsdorff fordert Athen auf, von sich aus schon jetzt die Reißleine zu ziehen.

So weit, so ähnlich. Im Detail gehen die beiden aber weit auseinander. Lambsdorff gibt der Linksregierung in Athen die Schuld an der neuen Krise, Malloch sieht das Problem vor allem in Deutschland.

Denn Finanzminister Schäuble ist nicht zu einem Schuldenschnitt bereit, wie ihn der IWF fordert. Gleichzeitig möchte er den IWF aber im Boot halten – wenn das nicht gelingt, soll der Grexit kommen.

Völlig grotesk wird diese gefährliche Debatte, wenn man den Ex-AfDler Henkel hört: Der Europaabgeordnete wirft Lambsdorff, dem Vizepräsidenten des Parlaments, “Populismus” vor!

Jetzt den Austritt Griechenlands zu fordern, ohne dafür einen gangbaren Weg für Deutschland und Griechenland aufzuzeigen, sei „ein ganz typisches Beispiel wohlfeiler FDP-Politik“.

Henkel fordert nicht nur den Grexit, sondern einen “gleichzeitigen großzügigen Schuldenschnitt auch zu Lasten Deutschlands.” Das tue kurzfristig weh, “dann ist die Kur aber vorbei und es geht in Europa wieder aufwärts.“

Na dann… ist der Wahlkampf eröffnet! Auf dieser “sachlichen” Basis kann es noch heiter werden… 

Siehe auch “Turbulenzen in der Eurozone”

 

 

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