Falscher Döner-Alarm

Was war denn da los? In Windeseile hat sich das Gerücht verbreitet, das Europaparlament wolle Zusatzstoffe im Döner verbieten, und das Gericht könne bald ganz aus dem Verkehr gezogen werden. Alles Quatsch.

“Dem Döner droht das Aus!”, warnt “Blöd”. “Schon Ende 2018 könnten die Drehspieße stillstehen”, will SPON wissen. Schuld sollen die Sozis und die Grünen sein – wer sonst?

Doch an der Geschichte ist nichts dran. Niemand will eine Döner-Mauer bauen. Von einem Verbot der gefüllten Fladenbrote ist nirgends die Rede, es geht überhaupt nur um Phosphatzusatzstoffe.

Die sind aber auch heute schon verboten, und es gibt genug Alternativen. Grüne und Sozis im EP wollen nur prüfen, ob sie einer Zulassung von Phosphaten zustimmen wollen, wie sie die EU-Kommission vorschlägt.

Selbst wenn sie das nicht tun sollten, wird es weiter Döner geben. Nur eben ohne Phosphatzusatzstoffe. Allerdings gilt selbst das nur, wenn sich das Europaparlament durchsetzen sollte, was unwahrscheinlich ist.

Weil’s so ein schöner Aufreger  ist, nun noch ein Zitat aus dem Sprechzettel der Grünen im EP:

Halten die Grünen den Verzehr von Döner in Deutschland für gefährlich?

Nein, wir halten den Verzehr von Döner weder für gefährlich noch wollen wir irgendjemand den Verzehr madig machen. Und erst recht nicht wollen wir den Döner verbieten!

Bleibt eigentlich nur die Frage, ob das nun ein Fall für die neue Anti-Fake-News-Abteilung in Brüssel ist. Ich finde, die EU-Experten müssten dringend mal prüfen, ob die Russen hinter allem stecken…

Foto: Pixabay

Auch interessant:

7 Responses to Falscher Döner-Alarm

  1. Andreas 30. November 2017 at 23:05 #

    wieso sagt Nemschak nix ………
    kein Kommentar ??

    • Dixie 1. Dezember 2017 at 10:48 #

      Glauben Sie, er war schon mal in dem Stadtteil mit den Dönerbuden?

  2. asisi1 1. Dezember 2017 at 08:02 #

    von den eu-politikern wird doch das was krank macht nicht verboten! kranke bringen geld in die kassen. die pharma die uns durch dünger die Krankheiten bringt, will doch auch an der Gesundung verdienen. und die Parteien und Politiker bekommen ihr backschisch fürs stillhalten!

  3. Kleopatra 1. Dezember 2017 at 12:38 #

    Praktisch alle Dönerspieße werden als tiefgefrorene Halbfabrikate ausgeliefert. Anders wäre der marktübliche niedrige Preis nicht zu leisten (selbstverständlich ist es technisch möglich, ihn frisch herzustellen, das wäre aber viel aufwendiger und würde auch mehr Sachkenntnis verlangen, womit die meisten kleinen Buden aus dem Geschäft wären). Worum es geht, ist die Frage, ob in tiefgefrorenen Waren Phosphat eingesetzt werden darf; und da Döner offenbar nicht ohne Phosphat als Gefrierware herstellbar ist, sind die Dönerbuden auf die Genehmigung für Phosphat im Dönerspieß wirklich angewiesen. (Andernfalls müsste der Preis so hoch sein, dass er ans Prohibitive grenzen würde).
    Komisch wirken die Äußerungen von Grünen “pro Döner”: Ginge es nämlich um eine traditionelle bayrische Wurstsorte, wäre aus dieser Ecke wohl weniger Widerstand gegen EU-Einschränkungen zu erwarten.
    In manchen Zeitungen war zu lesen, dass Phosphat in Dönerspießen z.Zt. in Deutschland erlaubt ist, in Tschechien dagegen verboten (bisher fehlt zu Gefrierwaren eben eine EU-Regelung). Es liegt in der Logik der EU, solche Frage für die Union einheitlich regeln zu wollen. Und manchmal kann eine Regelung eben auch einen existierenden Geschäftszweig vernichten …

    • Oudejans 1. Dezember 2017 at 14:52 #

      >>”(Andernfalls müsste der Preis so hoch sein, dass er ans Prohibitive grenzen würde).”

      So, daß sich wieder ein Markt für Gaststätten auftäte, evtl. mit “Mittagstisch”? Sie meinen, so richtig mit zwei verschiedenen Gerichten, inkl. mit und ohne Scharf schon deren vier?

      Lobet denn Herrn und her mit dem Phosphat!

      • Kleopatra 3. Dezember 2017 at 09:57 #

        Man kann Fleisch industriell (zu Halbfabrikaten, Formfleisch etc.) oder handwerklich verarbeiten. Die erstere Variante ist weniger Aufwand und kann daher billiger angeboten werden. Ohne die Möglichkeit, Dönerspieße fertig gefroren zu kaufen, müssten die Dönerbräter ihre Spieße selbst aus Fleisch konfektionieren, wodurch die Rohstoffkosten ungemein steigen würden, aber auch die Personalkosten, da dafür mehr Können nötig ist. Ein Döner müsste dann eben ähnlich viel kosten wie ein einfaches Fleischgericht in einer Gaststätte (mit ein bisschen Abzug für den fehlenden Stuhl); und die Zeit der Vermarktung über Kampfpreise wäre vorbei.

Trackbacks/Pingbacks

  1. Hinweise des Tages | NachDenkSeiten – Die kritische Website - 1. Dezember 2017

    […] Zu guter Letzt: Falscher Döner-Alarm Was war denn da los? In Windeseile hat sich das Gerücht verbreitet, das Europaparlament wolle Zusatzstoffe im Döner verbieten, und das Gericht könne bald ganz aus dem Verkehr gezogen werden. Alles Quatsch. “Dem Döner droht das Aus!”, warnt “Blöd”. “Schon Ende 2018 könnten die Drehspieße stillstehen”, will SPON wissen. Schuld sollen die Sozis und die Grünen sein – wer sonst? Doch an der Geschichte ist nichts dran. Niemand will eine Döner-Mauer bauen. Quelle: Lost in Europe […]

Kommentar verfassen

Powered by WordPress. Designed by WooThemes