“Dijsselbloem muss abdanken”

Dumm gelaufen fĂŒr den Chef der Eurogruppe, J. Dijsselbloem: Bei der Wahl in den Niederlanden hat seine sozialdemokratische PvdA eine brutale Niederlage eingefahren. Muss er jetzt abtreten?

Dieser Meinung ist jedenfalls der Europaabgeordnete F. De Masi von der Linken:

“Die rechte Hand von Bundesfinanzminister Wolfgang SchĂ€uble und Finanzminister des Schattenfinanzplatzes Niederlande – der PrĂ€sident der Eurogruppe Jeroen Dijsselbloem – wurde bei den Wahlen abgestraft. Er muss die PrĂ€sidentschaft der Eurogruppe umgehend aufgeben. Er ist nicht nur in dem Niederlanden gescheitert, sondern hat die Eurozone in die Sackgasse der KĂŒrzungspolitik und der permanenten Krise gefĂŒhrt.

Nun ja, in den Niederlanden scheint sein Sparkurs einigermaßen funktioniert zu haben. Das Wachstum ist wieder da, nur die WĂ€hler sind futsch. Doch Dijsselbloem gibt nicht auf.

“Morgen beginnt der Wiederaufbau”, rief er seinen Genossen zu. Auf derselben neoliberalen Doktrin? Wenn ja, dann ist der Aufbau zum Scheitern verurteilt, sogar die SPD ist schon weiter.

Sollte Dijsselbloem jedoch von der bisherigen Politik abschwören, so wĂ€re er fĂŒr SchĂ€uble nicht mehr tragbar. Ein echtes Dilemma. Der CDU-Mann denkt aber schon ĂŒber eine Lösung nach.

Warum macht man den Wahlverlierer nicht einfach zum hauptberuflichen Eurogruppenchef und holt ihn nach BrĂŒssel? Das wĂŒrde die Zustimmung zur EU bestimmt wahnsinnig steigern…

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9 Responses to “Dijsselbloem muss abdanken”

  1. Peter Nemschak 16. MĂ€rz 2017 at 15:01 #

    Nicht nur in Deutschland sondern auch in Holland war die Wirtschaftspolitik erfolgreich. WĂŒrde eine linke Politik dies zunichte machen?

    • ebo 16. MĂ€rz 2017 at 15:04 #

      Holland hat gerade eine schwere Immobilienkrise hinter sich, schon vergessen? Sie wurde mit einem Sparkurs ĂŒberwunden, dafĂŒr wurde Dijsselbloem nun abgestraft. Denn er hat, als Sozialdemokrat, massiv Sozialleistungen gekĂŒrzt.

      • Peter Nemschak 16. MĂ€rz 2017 at 16:36 #

        Die Rolle der Sozialdemokraten haben die GrĂŒnen ĂŒbernommen. Das hat u.a. demografische GrĂŒnde.

    • Werner FĂŒtterer 17. MĂ€rz 2017 at 09:59 #

      HĂ€?Erfolgreich fĂŒr wen???

  2. GS 16. MĂ€rz 2017 at 18:26 #

    Aber F. de Masi wird nicht allzu viel Einfluss auf die Entscheidung haben, oder?

    Übrigens taucht Herr de Masi in den DCLeaks wie auch der ebenfalls hier hĂ€ufig zitierte Sven Giegold als “reliable ally” von George Soros auf. Schöne Freunde hast Du, ebo. 😉

  3. Alexander 17. MĂ€rz 2017 at 05:32 #

    Heiner Flassbeck schreibt:

    “Die WĂ€hler in dem Nachbarland, das Deutschland in Sachen Wirtschaftspolitik am Ă€hnlichsten ist, haben eine große von den Konservativen beherrschte Koalition krachend scheitern lassen. Der Untergang der „Partei der Arbeit“ ist spektakulĂ€r. Doch die deutschen Medien feiern das Ergebnis.”

    und

    “Dijsselbloem (wiederum PvdA) hat als Vorsitzender der Eurogruppe – immer zusammen mit Wolfgang SchĂ€uble – so viele falsche Entscheidungen zu verantworten, dass dafĂŒr eigentlich ein Politikerleben nicht reicht.”

    https://makroskop.eu/2017/03/wahl-den-niederlanden-die-revolution-die-keine-sein-darf/

    • Claus 17. MĂ€rz 2017 at 08:39 #

      Stern on-line gestern: “Gabriel und Schulz begrĂŒĂŸen Ausgang der Niederlande-Wahl.” Da kann man wirklich nur noch lachen – wenn’s nicht so traurig wĂ€re: Da verschwinden die Sozis in der Niederland-Wahl komplett im Nirwana – und Gabriel und Schulz feiern das als Sieg – gemeinsam mit den ĂŒber das Ergebnis Ă€ußerst entzĂŒckten Systemmedien. Ich mag den Fernseher schon garnicht mehr einschalten bei diesem Maß an Verblödung.

      • Alexander 17. MĂ€rz 2017 at 13:14 #

        @Claus: Da bin ich schon einen Schritt weiter. Den Fernseher (immer noch Röhre!) schalte ich vielleicht mal alle paar Wochen fĂŒr die eine oder andere Sendung ein. Die “QualitĂ€t” der Berichterstattung zur “Griechenlandkrise” hat mich dazu gebracht, mich fast völlig von diesem Medium zu verabschieden. Die wenigen guten Sendungen kann ich auch nachtrĂ€glich online schauen.

        “Gabriel und Schulz begrĂŒĂŸen …”.

        Ja, das ist absurdes Theater. Und genauso absurd ist, dass man in diesem Land mit so einer Nummer durchkommt.

  4. Anonymous 18. MĂ€rz 2017 at 01:53 #

    Dijsselbloem, wichtigster ReprĂ€sentant der PvdA war das Gesicht der Troika in Griechenland, siehe https://www.youtube.com/watch?v=KYcuLmFUyjE; Auch die niederlĂ€ndischen Sozialdemokraten standen und stehen fĂŒr die schĂ€uble’schen Sparhaushalte in der EU, Privatisierungen, damit auch der eu-weiten FortfĂŒhrung rotgrĂŒner Agendapolitik, fĂŒr Steuersparmodelle, fĂŒr TTIP, CETA, TiSA, …

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