Türkei warnte Brüssel viel zu spät

Sultan Erdogan hat den Mund sehr voll genommen. Vor laufenden Kameras behauptete der türkische Staatschef, seine Behörden hätten Belgien vor dem Selbstmordattentäter El Bakraoui gewarnt. Doch das stimmt so nicht.

Wie der belgische „Soir“ berichtet, wurde der „ausländische Kämpfer“ des IS von der Türkei nicht nach Belgien, sondern in die Niederlande ausgeliefert. Informiert wurde nicht die Polizei, sondern die Botschaft.

Ein ungewöhnlicher Weg, so das belgische Blatt. Der Hinweis auf Terror-Verdacht kam erst einen Tag später, ohne Details. Wenn sie mehr wissen wollten, sollten die Belgier eine schriftliche Anfrage stellen.

Das haben sie mit ein paar Tagen Verspätung gemacht, El Bakraoui war da schon in Europa abgetaucht. Aber erst sechs Monate später kam die Antwort aus Ankara, dass der Verdächtige IS-Kontakte hatte!

Die belgischen Behörden tragen natürlich die Hauptschuld, dass der zu 10 Jahren Haft Verurteilte El Bakraoui überhaupt frei herumlaufen konnte. Aber die Türkei hat viel zu spät gewarnt – und getrickst.

Denn wenn El Bakraoui beim IS war – warum hat ihn die Türkei dann nicht wie üblich an die Polizei ausgeliefert? Und warum ausgerechnet nach Amsterdam, von wo aus viele Dschihadisten nach Syrien reisen?

Auch interessant:  Heuchelei am Flüchtlingstag

Erdogan geht es offenbar vor allem darum, Belgien vorzuführen – vielleicht, weil Kurden in Brüssel noch demonstrieren dürfen, ohne zusammengeschossen zu werden? – Mehr hier 

 

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2 Responses to Türkei warnte Brüssel viel zu spät

  1. Jürgen Stillger 25. März 2016 at 19:31 #

    Interessant mit welchem Tenor die Mainstream-Medien berichten: genau so, dass der angeblich Informierte annehmen muss: eine weitere Einschränkung seiner Freiheit ist sinnvoll um dem Terrorismus entgegenzutreten UND die Zahlungen an die Türkei würden irgendwas positives bewirken.

    Das Gegenteil ist der Fall.
    Die Zahlungen an Ankara erhöhen nur die dortige Geldgier.
    Und was bitte passiert mit den dorthin ausgewiesenen Flüchtlingen? Die werden doch mit Sicherheit nach Syrien weitergereicht. Vermutlich entledigt sich die Türkei dafür mit anderen Problembürgern.

    Eine ethnische Säuberung dort, die von der EU (und damit D) bezahlt wird. Weshalb besteht Merkel darauf?

    Wir verarmen durch diese Verschwendung unserer Steuern und hier wird eine israel-feindliche Stimmung geschaffen. Alle die sich mit der Integration von Moslems befassten sagen: sowas ging bisher nie, erfahrungsgemäß nicht mal in 3 Generationen..

  2. Hella-Maria Schier 27. März 2016 at 20:30 #

    Wenn weitere Überwachung und Einschränkungen der Freiheit die Konsequenz sein sollen, drängt sich natürlich wieder die Frage nach inszeniertem oder zumindest gefördertem Terror auf. Zu viele haben sich bezüglich solcher Gedankengänge von dem albernen und unlogischen „Verschwörungstheoretiker“-Vorwurf (von der CIA 1963 kreeiert) einschüchtern lassen. Das muss aufhören! Man behauptet ja nicht, dass es in jedem Fall wirklich so eine Strategie gibt – aber selbstverständlich muss man a l l e Optionen bedenken und prüfen und nicht ausgerechnet die ausschließen, welche die . Mächtigen in Frage stellen. Das tut ein wirklich guter Kriminalist immer. Aber bei jedem geäußerten Verdachtsmoment gegen die da oben, kommen meist postwendend die Wortwaffen “ Verschwörungstheoretiker“, „Antisemit“, „Neurechter“ und dergleichen. Ein Hinweis, dass sie sich bedroht fühlen? Drüberstehen! Man muss nicht zum mainstream gehören und deren Etikette übernehmen. Jeder kann selbständig denken und selbst beurteilen, was er ist!

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