Türkei warnte Brüssel viel zu spät

Sultan Erdogan hat den Mund sehr voll genommen. Vor laufenden Kameras behauptete der türkische Staatschef, seine Behörden hätten Belgien vor dem Selbstmordattentäter El Bakraoui gewarnt. Doch das stimmt so nicht.

Wie der belgische “Soir” berichtet, wurde der “ausländische Kämpfer” des IS von der Türkei nicht nach Belgien, sondern in die Niederlande ausgeliefert. Informiert wurde nicht die Polizei, sondern die Botschaft.

Ein ungewöhnlicher Weg, so das belgische Blatt. Der Hinweis auf Terror-Verdacht kam erst einen Tag später, ohne Details. Wenn sie mehr wissen wollten, sollten die Belgier eine schriftliche Anfrage stellen.

Das haben sie mit ein paar Tagen Verspätung gemacht, El Bakraoui war da schon in Europa abgetaucht. Aber erst sechs Monate später kam die Antwort aus Ankara, dass der Verdächtige IS-Kontakte hatte!

Die belgischen Behörden tragen natürlich die Hauptschuld, dass der zu 10 Jahren Haft Verurteilte El Bakraoui überhaupt frei herumlaufen konnte. Aber die Türkei hat viel zu spät gewarnt – und getrickst.

Denn wenn El Bakraoui beim IS war – warum hat ihn die Türkei dann nicht wie üblich an die Polizei ausgeliefert? Und warum ausgerechnet nach Amsterdam, von wo aus viele Dschihadisten nach Syrien reisen?

Erdogan geht es offenbar vor allem darum, Belgien vorzuführen – vielleicht, weil Kurden in Brüssel noch demonstrieren dürfen, ohne zusammengeschossen zu werden? – Mehr hier 

 

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