Die nächste Schlacht


„Gefährlich hoch“ sei der Wechselkurs des Euro, sagte Juncker letzte Woche. Bundeswirtschaftsminister Rösler widersprach prompt: „Das sehen wir absolut nicht so“. An den Devisenmärkten sorgte das Hin und Her für heftige Ausschläge.

Und was sagt der designierte Juncker-Nachfolger, der Niederländer Dijsselbloem? Nichts. Wenn er – wie von Berlin gewünscht – heute an die Spitze der Eurogruppe gewählt wird, ist völlig unklar, wofür der niederländische Newcomer steht, was nicht gerade für ihn spricht (siehe „Gegen Dijsselbloem“)

Auch sonst ist offen, wie es mit dem Euro weitergeht. Während Amerikaner, Japaner und Schweizer Farbe bekennen, lassen uns unsere Euro-Chefs im Dunkeln. In Euroland gibt es weder Wachstums- und Beschäftigungsziele wie in den USA, noch eine bewusst herbeigeführte Abwertung wie in der Schweiz und Japan.

Steckt Europa schon im Währungskrieg?

Wir haben nur eine „interne Abwertung“ – durch eine Senkung der Einkommen und Lohnkosten in den Krisenländern. Doch der letztlich entscheidende Außenwert des Euro ist davon nicht betroffen.

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Angesichts des drohenden „Währungskrieges“ (die „Welt“) ist dies eine schwere Bürde. Schon jetzt erscheint der Euro wie ein Spielball fremder Mächte auf dem Devisenmarkt. Dass er trotz Finanz- und Wirtschaftskrise aufwertet, gibt zu denken.

Deutschland muss dies zwar nicht weiter stören – aus Berliner Sicht ist der Euro sogar noch unterbewertet. Doch die Krisenländer werden durch den steigenden Wechselkurs zusätzlich behindert; ein exportgetriebener Aufschwung, wie er Berlin und Brüssel für Südeuropa vorschwebt, wird so noch unwahrscheinlicher .

Womöglich ist dies erst der Anfang. Einige Experten erwarten eine weitere Aufwertung des Euro – denn auch die USA reden ihre Währung herunter. Andere rechnen mit einem rasanten Absturz, da Deutschland an Wettbewerbsfähigkeit verliere.

„Der deutsche Euro fällt rasant“, fasste ein Devisenexperte von Morgan Stanley diese Einschätzung zusammen.

Wer hat recht? Geht es auf oder ab? Drohen neue Turbulenzen, diesmal an den Devisenmärkten? Letztlich hängt dies davon ab, welchen Kurs die Eurogruppe und die EZB steuert. Doch die EZB wartet ab – und die Eurogruppe weicht aus.

Der Wechselkurs gehört auf die Tagesordnung

Statt einen Nobody als Juncker-Nachfolger zu nominieren, hätten die 17 besser erstmal eine Standortbestimmung vorgenommen. Denn der Wechselkurs gehört zu den Kompetenzen der Eurogruppe; angesichts der weltweiten Lage müsste er zu einer Priorität werden..

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Aber das wäre wohl zu viel verlangt. Derzeit sind die 17 Euro-Minister ja nicht mal zu Entscheidungen zu Zypern fähig…

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