Der Bruch (part two)

Jetzt ist es offiziell: Beim Klimaschutz geht ein Riss durch die westliche Welt. Beim G-20-Gipfel in Hamburg wurde der Bruch sogar festgeschrieben. Die EU machte auch keine gute Figur.


Na also, geht doch: Man kann US-Präsident Trump isolieren und trotzdem den Laden zusammenhalten, heißt es nach den Chaos-Tagen in Hamburg. Die EU und ihre Kanzlerin hätten sich gut geschlagen.

Doch der Preis war hoch, zu hoch. Jetzt stehen nicht nur 19 Länder gegen die USA, ein in der internationalen Politik einmaliger Vorgang. Jetzt stehen auch die Klimaschützer blamiert da.

Denn die 19 Staaten, die sich zum Pariser Klimaschutz-Abkommen bekennen, waren nicht in der Lage, den Ausstieg der USA zu kompensieren. Niemand wollte mehr zur Rettung der Welt tun.

Die neue Panda-Achse Deutschland-China hat daran ebenso wenig geändert wie das frisch verliebte deutsch-französische Paar. Die Welt tut viel zu wenig für den Klimaschutz – trotz G-19.

Auch die Europäische Union machte keine gute Figur.

Freihandel ist Gift fürs Weltklima

Statt mutig Ideen für eine neue, multipolare Weltordnung zu entwickeln, klammert sich Brüssel an die alte Politik. Freihandel für alle lautet das Motto, das Kanzlerin Merkel und Kommissionschef Juncker vorgaben.

Dabei ist der Freihandel längst an seine Grenzen gestoßen – an ökonomische, soziale und vor allem ökologische Grenzen. Denn so, wie der globale Handel derzeit betrieben wird, ist er Gift für das Weltklima.

Zudem ist längst erwiesen, dass die ungezügelte Liberalisierung und Globalisierung eben nicht nur Gewinner, sondern auch Verlierer kennt. In Hamburg gingen deswegen zehntausende auf die Straße.

Kriegsgefahr? Kein Thema!

Doch das wurde ebenso ausgeblendet wie die neuen Konflikte, die die Welt bedrohen. Der Krieg in Syrien, die Provokationen in Nordkorea, die Spannungen in den Golfstaaten – alles keine offiziellen Gipfelthemen.

Auch die neue Völkerwanderung spielte keine große Rolle. Die EU schaffte es weder, Solidarität in der Flüchtlingskrise zu organisieren, noch Uno-Sanktionen gegen Schlepper zu verhängen.

Nicht einmal die wachsende Sorge vor einer neuen Finanzkrise, die durch die lockere Geldpolitik in Europa und steigende Zinsen in den USA ausgelöst werden könnte, stand auf dem Programm.

Dabei war das mal die Kernkompetenz der G-20.

All das zeigt, dass sich die Möchtegern-Weltregierung  in der jetzigen Form überlebt hat. Sie ist mehr mit sich selbst beschäftigt als mit den realen Problemen dieser Tage.

Auch die G-19 ist entrückt

Der Bruch trennt eben nicht nur die USA von dem Rest der G-20. Er trennt auch die G-19 vom Rest der Welt. Merkel & Co. halten ja nicht einmal inne, wenn draußen die Hölle losbricht…

Siehe auch: Der Bruch (part one) und Keine Pole Position

 

 

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